Am Dänischen Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft wird derzeit ein Roboter entwickelt, der Koteletts anhand von 3D-Bilderfassung mit großer Präzision vom Speck befreit. Es handelt sich um einen lang gehegten Wunsch, der jetzt durch den Einsatz modernster Technologien vor der Verwirklichung steht.
Roboter entschwarten millimetergenau
Während dänische Konsumenten ihren knusprigen Krustenbraten lieben, werden für den Export Koteletts in der Regel vom Speck befreit. Entschwartete Koteletts enthalten weniger Fett, worauf insbesondere Japaner großen Wert legen. Beim Entschwarten wird die Haut mit zugehöriger Speckschicht entfernt. Der Speck wird dann zum Beispiel in der Wurstproduktion als Geschmacksträger verwendet.
Der von den dänischen Wissenschaftlern entwickelte Roboter erledigt das Entschwarten in einem einzigen Arbeitsgang. Das Ergebnis - Speck am Stück - bedeutet gegenüber vielen kleinen Speckstückchen erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Die präzise Schnittführung entlang der Speckkante erfolgt nach einer Kurve, die der Roboter aus einem 3D-Bild des Koteletts errechnet. Sobald die Kurve vorliegt, „kennt“ der Roboter den gesamten Schnittverlauf mit allen vertikalen und horizontalen Bewegungen, die die mitunter komplizierte Geometrie des Fleischstücks erfordert. Für den gesamten Vorgang soll der Roboter lediglich sieben Sekunden benötigen.
Bislang entfernen die Schlachtbetriebe den Speck mit weniger präzisen Entschwartungsmaschinen, die mal zu viel und mal zu wenig Speck abschneiden, so dass entweder wertvolles Fleisch mit abgeschnitten wird oder nachgearbeitet werden muss. Der neue Roboter schneidet hingegen die gesamte Speckschicht präzise in einem Stück ab.
"Ganze Speckseiten erzielen einen höheren Kilopreis, beispielsweise zur Produktion von russischer Dauerwurst. Kleine Fetzen Speck bringen im Vergleich nur ein Viertel davon ein", erklärt Projektleiter Per Black vom Dänischen Forschungsinstitut für Fleischwirtschaft .
Die Herausforderung besteht vor allem in der präzisen Schnittführung, so dass weder zu wenig Speck noch zuviel Fleisch entfernt werden. Dies erfordert den Einsatz modernster Technologie.