Wer sich einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem anschließt, tut dies hauptsächlich, um Kosten zu sparen und die Produktion zu verbessern oder um die Anforderungen seiner Kunden zu erfüllen. Leider haben viele Betriebe die Tendenz, bei der Einführung eines solchen Systems weit über das Ziel hinaus zu schießen.

Qualitätssicherung mit System
Da werden überall in den Prozessen kritische Kontrollpunkte eingefügt, wo bisher keine waren. Die Produktionsprozesse werden umgeschrieben und mit neuen, zusätzlichen Kontrollen angereichert – alles in dem guten Gefühl ein Musterschüler sein zu wollen.
In späteren Audits rächt sich dieses Vorgehen sehr schnell wieder, wenn nämlich deutlich wird, dass die aufgeschriebenen und zertifizierten Abläufe nicht der Realität im Betrieb entsprechen.
Wenn Sie es sich mit dem begehrten Zertifikat einfach machen möchten, dann schreiben Sie nur das auf, was in Ihrem Betrieb auch gelebt wird. Das reicht normalerweise völlig aus. Nur weil das Qualitätssystem jetzt zertifiziert werden soll, heißt das ja nicht auch, dass es geändert oder erweitert werden muss.
Wenn Sie bisher nur wenige Probleme mit der Qualität hatten, dann haben Sie wohl das meiste richtig gemacht. Also dokumentieren Sie die Prozesse nur so, wie sie tatsächlich ablaufen. Dann ist eine Zertifizierung mit minimalem Aufwand verbunden.