Eine Schnittstelle wird Standard

Auf der diesjährigen IFFA stellte der Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschi-nen im VDMA gemeinsam mit Projektpartnern aus den Bereichen Maschinenbau, Software und Wissenschaft WS-Food vor. Dabei handelt es sich um eine neu entwickelte Standardschnittstelle für Maschinen der Food- Industrie, die erhebliche Vorteile bringen soll.

WS-Food ist das Ergebnis eines Projektes, an dem Partner aus verschiedenen Bereichen gemeinsam gearbeitet haben. - © VDMA

Eine Schnittstelle wird Standard

WS-Food ist das Ergebnis der Entwicklung einer vollständigen Anbindung aller Maschinen und Anlagen in Fleisch verarbeitenden Unternehmen. Die einheitliche IT-Schnittstelle dient der Vernetzung von Produktionsprozessen, die sich dadurch effizienter steuern lassen. An der Entwicklung dieses Standards war unter anderem die Modus Consult AG beteiligt. Der Softwarespezialist hat von der IT-Seite her seinen Beitrag geleistet und das Know-how aus über 15 Jahren ERP-Erfahrung in das Projekt eingebracht, die das Unternehmen in der Lebensmittelbranche und im Maschinenbau erworben hat.

Begonnen hat das Projekt vor knapp zwei Jahren mit einem ersten Dialog, der vom Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Food-Processing Initiative e.V. (FPI) initiiert wurde. Die konsolidierte IT-Schnittstelle bringt für alle Beteiligten der Lebensmittelindustrie erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Denn je einfacher die Integration der jeweiligen unabhängigen Systeme in die Prozesskette ist, umso schneller und leichter ist die Prozesssteuerung, angelehnt an „Plug and Play“. Hierdurch wurde eine Win-win-Situation nicht nur für die Projektbeteiligten geschaffen.

Inhalt des Schnittstellenstandards

Die WS-Food genannte Lösung definiert die physikalische Schnittstelle, also Netzwerk und Protokoll für das Verbinden von Maschinen und Kontrollgeräten mit einem Datenerfassungssystem, sowie die Daten, die durch die Maschinen bereitgestellt werden. Modus Consult ermöglicht die Integration der Daten direkt in das ERP-System. Durch Parametrierung über eine Gerätebeschreibungsdatei wird eine Kommunikation nach dem „Plug and Play“-Prinzip ermöglicht. Funktionen zur Auswertung der Effizienz (zum Beispiel OEE) und ein Konzept zur Rückverfolgbarkeit werden aufgezeigt.

Durch die einheitliche Schnittstelle sieht Modus Consult für die Unternehmen der Lebensmittelindustrie eine Fülle von Vorteilen, wie zum Beispiel:

-Kostenersparnis durch Verzicht auf individuelles Engineering,

-direkte Integration in das ERP-System,

-sichere und vergleichbare Informationen,

-aussagekräftige Datenbasis (OMAC konform),

-Testtool zur einfachen Schnittstellenüberprüfung.

Wissenschaftliche Begleitung

Prof. Dr. Achim Stiebing betreute von Hochschulseite (Hochschule Ostwestfalen-Lippe) federführend das Schnittstellenprojekt WS-Food und weiß zu berichten: „Während kaufmännische Unternehmensbereiche und die Logistik im Lebensmittelbereich schon seit vielen Jahren in IT-Netzwerke integriert sind, finden sich im Herstellungs- und auch Verpackungsbereich meist nur Insellösungen. Die Branche wünscht sich mit dem Ziel einer effizienten und sicheren Produktion gerade für diesen Bereich prozessübergreifende Datenerfassungssysteme. Durch die Kombination von offenen Standards mit leistungsfähigen, der BDE angepassten proprietären Protokollen liegt eine durchgängige Schnittstellenspezifikation für die Kommunikation von Maschinensteuerungen und BDE-Systemen vor.“

Aus der Sicht des Maschinenbaus bringt die gemeinsame Schnittstelle

-mehr Transparenz durch bessere Vergleichbarkeit von Prozessen und Anlagen,

-einfachere Rückverfolgbarkeit, da abgestimmte Systeme zum Einsatz kommen,

-mehr Prozesssicherheit, da die vernetzten Systeme erprobt sind,

-kostengünstigere Lösungen für die Lebensmittelunternehmen,

-leichtere Anwendbarkeit durch einen allgemein anerkannten Standard und nicht zuletzt

-Zukunftsfähigkeit.

Die Schnittstelle WS-Food wird weiterentwickelt werden. Geplant ist, zusätzliche Bereiche einzugliedern und damit die Anwendbarkeit auf andere Maschinen auszuweiten. Der VDMA geht davon aus, dass die Vernetzung von Maschinen Standard werden wird.