Die Wilde Möhre für den Imbiss

Während die Karotte in der deutschen Küche häufig auf dem Teller landet, ist ihre Urform kaum bekannt. Dabei kann die Wilde Möhre mit ihrem würzigen Aroma für neue Geschmackserlebnisse sorgen.

Die Wilde Möhre für den Imbiss
Auch die weichen Blüten der Wilden Möhre sind essbar, können als Dekoration für Salate dienen oder in Pfannkuchenteig frittiert für Geschmack sorgen. - © Andreas Mäsing / www.pixelio.de

Die jungen Blätter und Stiele schmecken im Salat, in Gemüsepfannen und fein gehackt in Suppen und Soßen. Die dünne, weißliche Wurzel hat einen herb-süßlichen Geschmack und enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Provitamin A, B-Vitamine, Kalzium, Folsäure und Selen. Für eine Gemüsebeilage wird sie in Stifte geschnitten, in Brühe kurz gedünstet und mit etwas Olivenöl und einem Hauch Chili verfeinert.

Auch die weichen Blüten sind essbar, können als Dekoration für Salate dienen oder in Pfannkuchenteig frittiert für Geschmack sorgen. Die getrockneten Samen haben ein anisartiges Aroma, das pikanten und süßen Speisen eine angenehme Würze gibt. Ätherische Öle regen die Verdauung an.

Die Wilde Möhre (Daucus carota) ist eine hochwachsende Pflanze, die zur Familie der Doldenblütler gehört und mehrfach gefiederte Blätter hat. Erst im zweiten Jahr entwickelt sich die Blüte. Sammeln Sie nur mit der nötigen Artenkenntnis. Denn die Wilde Möhre darf nicht mit giftigen Pflanzen wie Hundspetersilie oder Gefleckter Schierling verwechselt werden. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der Geruch, denn die Wilde Möhre verströmt einen angenehm würzigen bis möhrenartigen Duft. In der Mitte der weißen Doldenblüten sitzt meist eine schwärzliche bis dunkelrote Scheinblüte, um Insektenbesuch vorzutäuschen und dadurch die Attraktivität für Bestäuber zu erhöhen. Eine weitere Besonderheit: Nach der Bestäubung krümmt sich die Blüte zum Zentrum, sodass der Fruchtstand einem Vogelnest ähnelt.

Die Wilde Möhre wird zur Blütezeit von Mai bis September geerntet, während die Wurzel im zeitigen Frühjahr oder Herbst am besten schmeckt. Nach der Blüte wird sie holzig.

Heike Kreutz, www.bzfe.de