Die „bösen“ E-Nummern

Es ist schon erstaunlich, wie sehr Wunsch und Wirklichkeit beim Konsum- und Einkaufsverhalten der Verbraucher voneinander abweichen, oft auch aus Unwissenheit. Die vehement nach außen vertretene Einstellung vieler Menschen widerspricht jedenfalls häufig dem tatsächlichen Kaufverhalten und den Verzehrgewohnheiten.

Die „bösen“ E-Nummern
Bei der Deklaration von Zusatzstoffen mit E-Nummern denken viele Verbraucher an gesundheitsgefährdende Chemikalien. - © Carsten Böttcher / www.pixelio.de

Zum Beispiel der Umgang mit und die Einstellung zu Zusatzstoffen: Eine große Gruppe von Verbrauchern ist offenbar der Überzeugung, dass Zusatzstoffe gefährlich und wenn möglich zu vermeiden sind. Sie kaufen mit Vorliebe Produkte, auf denen mit bunten Etiketten und vollmundigen Schriftzügen geworben wird, dass sie frei sind von „E-Nummern“.

Die Hersteller von verpackten Lebensmitteln sind sich dessen bewusst und vermeiden die Angabe von E-Nummern auf den Packungen. Dabei ist die E-Nummer vom Gesetzgeber eingeführt worden, um die Kennzeichnung zu erleichtern und die Zusatzstoffe nach Ihrem Verwendungszweck klassifiziert ordnen zu können. Der Verbraucher möchte aber keine Produkte „mit E-Nummern“ in seinem Essen und kauft darum Erzeugnisse ohne E-Nummern auf der Verpackung. Der Hersteller deklariert also die Zusatzstoffe mit ihrem Namen und nicht mehr mit der E-Nummer. Das stellt den Gesetzgeber und auch den Verbraucher zufrieden.

Wenn der Verbraucher, der bei seinem Einkauf so sehr darauf achtet, keine Lebensmittel „mit E-Nummer“ zu kaufen, zu Hause aber einen Kuchen backt oder Marmelade einkocht, dann verwendet er jedoch ohne Bedenken Backpulver oder Weinstein für den Kuchen und Pektin für die Marmelade, ohne auch nur eine Minute darüber nachzudenken, dass er in diesem Moment ja Zusatzstoffe verwendet, die auf einer Fertigpackung auch als E 500, E 354 und E 440 deklariert werden könnten.