ZENTRAG-Generalversammlung: Rückblick und Ausblick

„Das Jahr 2013 war für uns kein schlechtes Jahr, aber eben auch kein besonders gutes. Trotz einer marginalen Umsatzsteigerung von 0,1 Prozent – hat die ZENTRAG eG im vergangenen Jahr durch einen umfassenden Maßnahmenkatalog und zahlreiche Verbesserungen ihre Position im Markt weiter gefestigt und ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Für 2014 haben wir uns ein Umsatz-wachstum von 2,6 Prozent vorgenommen und liegen mit dieser Zielsetzung, was Umsatz und Ertrag betrifft, im Plan. Erfreulich war 2013 vor allem die positive Entwicklung der insgesamt 54 angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen, die ein Umsatzplus von 3 Prozent erzielen konnten“, erklärte Anton Wahl, ZENTRAG-Vorstandssprecher auf der Generalversammlung 2014 der ZENTRAG eG, Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes, in Wiesbaden.

ZENTRAG-Generalversammlung
Das genossenschaftliche Räderwerk weiter stärken. Der aktuelle Aufsichtsrat der ZENTRAG eG: Wilfried Morawitzky, Rudi Maulik, Georg Schlagbauer, Wolfgang Hartl, Marc Klaiber, Bernd Schwarze, Jens Neubauer, Rolf Strobel (1. Reihe, von links nach rechts); Michael Boddenberg, Anton Wahl, Volker Schmitt, Heinz-Werner Süss, Jochen Hähnel (2. Reihe, von links nach rechts, nicht im Bild: Martin Schulte). - © Zentrag eG

In seiner Einleitung zum Vortrag des Geschäftsberichtes 2013 verhehlte der Vorstandssprecher der ZENTRAG eG, aber auch nicht, dass das Zusammenspiel der Kräfte im genossenschaftlichen Verbund weiter optimiert werden müsse. Die wechselseitige Partnerschaft und die weitere Verbesserung der Synergien seien grundlegend für die gemeinsame Zukunft des Netzwerkes und den fundamentalen Status der ZENTRAG. Wahl mahnte vorsichtig: „Bundesweit hat das Fleischerhandwerk noch eine Organisationsquote von 60 Prozent. Noch bedeuten die entsprechenden Konzentrations-prozesse in der Folge auch keine generellen Umsatzverluste in unserer Branche. Aber wir müssen alle aufpassen und gegensteuern, damit sich diese bedeutende Solidargemeinschaft nicht zerfasert. Die ZENTRAG und ihre angeschlossenen Wirtschaftsorganisation funktionieren als vorbildliches Räderwerk. Diesbezüglich müssen wir uns aber noch perfekter verzahnen, um dem Wettbewerb auch weiterhin standhalten zu können.“

ZENTRAG eG: Kerndaten der G&V

Die Gewinn- und Verlustrechnung der ZENTRAG eG weist für 2013 folgende Kernzahlen auf: Die Umsatzerlöse lagen bei 96.476.849 Euro (Vorjahr: 97.201.164 Euro), das Rohergebnis lag bei 7.414.593 Euro (Vorjahr: 7.718.715 Euro). Jahresüberschuss: 288.021 Euro; Einstellung in Rücklagen: 57.604 Euro.

Mit dem verbleibenden Bilanzgewinn von 230.416 Euro konnten die Dividenden in Höhe von 3 und 5 Prozent ausgeschüttet werden. Das erzielte Jahresergebnis lag damit im Rahmen der aufgestellten Planung.

Entwicklung der Mitgliedsbetriebe

Die Mitgliedsbetriebe der ZENTRAG eG (ohne Schweiz und Frankreich) erzielten im ab-gelaufenen Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 839.512.000 Euro (Vorjahr: 819.547.000 Euro). Das reine Warengeschäft konnte dabei eine Umsatzsteigerung von 3,1 Prozent verzeichnen; hier stieg der Umsatz auf 810.999.000 Euro. Die Umsatzsteigerungen konnten in allen Warenbereichen erzielt werden. Genossenschaften mit mehr als 10 Mio. Euro Umsatz hatten einen Umsatzanteil von 85,9 Prozent. In den Umsatzvolumen der Regionalgenossenschaften gibt es große Unterschiede. Die größte Genossenschaft kommt etwa auf rund 100 Mio. Euro Jahresumsatz, während die kleinste bei etwa 648.000 Euro liegt. Der durchschnittliche Jahresumsatz der Genossenschaften ist auf 16,8 Mio. Euro angestiegen. Die Beschäftigtenzahl kletterte auf 2350 (Vorjahr: 2308), die Zahl der Auszubildenden stieg ebenfalls auf insgesamt 70.

Rückblick: Markante Ereignisse 2013

Neben dem umfangreichen Zahlenwerk fasste Anton Wahl vor allem auch die zahlreichen Verbesserungen, Aktivitäten und Unternehmensentscheidungen der ZENTRAG eG im zurückliegenden Geschäftsjahr zusammen:

Die IFFA in Frankfurt, an der 27 angeschlossene Wirtschaftsorganisationen beteiligt waren, verlief für die ZENTRAG erfolgreich. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fleischer-Verband und der afz habe man den Metzgern im Rahmen der Fachmesse eine zentrale Informations- und Kommunikationsplattform anbieten können, die vielseitig genutzt worden ist. Auf der weltweit größten Fachmesse dieser Art wurde auch die zunehmend europäische Ausrichtung der ZENTRAG-Gruppe thematisiert.

Im ersten Quartal 2013 hat die Gilde AG eine Lagerimmobilie in Groß-Gerau erworben. Die FLB Frische Logistik GmbH Bischofsheim wurde daher im Zuge des Umzugs nach Groß-Gerau im Mai 2013 in GFL Frische Logistik GmbH umfirmiert. Mit der GFL habe die ZENTRAG EG nun eine Betreibergesellschaft, an der die die Gilde AG mehrheitlich beteiligt ist. Die zweite Gesellschafterin, ein auf Logistikberatung spezialisiertes Unternehmen, stellt die Geschäfts-führung.  Anton Wahl: „Dies war ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsabsicherung für uns und unsere Mitglieder. In dieser Konstellation verfügen wir nun über alle Ressourcen, um den Beginn eines ganzheitlichen Supply-Chain-Managements einzuläuten. Dies war ein bedeutender Start für eine neue Betrachtungsweise der Zukunftschancen unserer Gruppe, die ganz wesentlich auch in den Logistikpotenzialen liegen.“

Mitte letzten Jahres hat die ZENTRAG eG die IFS-Zertifizierung auf dem „Higher Level“ überaus erfolgreich bestanden. Damit wurde auch für die Mitglieder eine elementare Basis geschaffen, um nun selbst auch eine entsprechende Zertifizierung zu erlangen, die für das operative Geschäft grundlegend und zwingend ist.

Ausblick 2014

Die qualitativen Ziele der ZENTRAG im laufenden Jahr sind klar vorgegeben: Optimierung des Einkaufs und der Logistik, Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und im Bereich der Serviceleistungen, zudem sollen neue Absatzchancen wahrgenommen werden.

Zudem wird die ZENTRAG den Weg der systematischen Europäisierung ihrer Geschäftstätig-keiten fortsetzen. Diesbezüglich wurde jetzt auch mit der COOBOF und dem französischen Fleischerverband eine gemeinsame Gesellschaft, die CENTRALVIA, gegründet, an der die GILDE AG einen Anteil von 30 Prozent hält.

Auch in diesem Jahr werden die Internet-aktivitäten und –angebote weiter ausgebaut. Seit Januar erscheint auch vierteljährlich der GILDE newsletter. Ein zentraler Schwerpunkt wird 2014 die Umsetzung einer „Multi-Channel-Strategie“ mit einer umfassenden Konzeption im Bereich Online-Handel sein, der auch im Metzgerhandwerk eine immer größere Rolle spielt.

Dieses Jahr steht zudem ganz im Zeichen des 60jährigen Jubiläums der Marke GILDE. In diesem Zusammenhang wird ein umfassendes Aktions-, Marketing- und Kommunikationsprogramm umgesetzt, das „die wahrscheinlich älteste Handelsmarke der Welt“ auf breiter Front stärkt, neue Akzente setzt und das gesamte Gilde-Sortiment mit über 800 Artikeln weiter entwickelt.