Vollständig integriertes ERP-System

Mit der Inbetriebnahme des hochmodernen Nordfrische Centers von Edeka im Sommer letzten Jahres startete auch der Echtbetrieb der ERP-Branchensoftware CSB-System. Die Integration aller Unternehmensbereiche stand hierbei im Vordergrund.

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    © CSB-System AG
    Im Nordfrische Center wurden die Prozesse der beiden ehemaligen Edeka- Fleischwerke in Pinneberg und Neumünster konzentriert.
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    Sämtliche betriebliche Funktionsbereiche sind im ERP-System integriert.

Vollständig integriertes ERP-System

Der Bau der neuen Edeka-Logistik- und Produktionsstätte in Valluhn/Mecklenburg-Vorpommern erfolgte mit dem Ziel, den wachsenden Anforderungen an die Lebensmittelbranche umfassend gerecht zu werden. Dabei ging es nicht nur um die Einhaltung aller lebensmittelrechtlichen Vorschriften und die Erfüllung des International Food Standards (IFS), sondern auch um die vollständige Integration der Prozesse der beiden ehemaligen Fleischwerke in Pinneberg und Neumünster. Seit der Inbetriebnahme des Nordfrische Centers hat sich die auf die Fleischindustrie spezialisierte ERP-Lösung CSB-System in allen Bereichen bewährt.

Beschaffung

Unter Berücksichtigung der Kundenauftragsdaten, der aktuellen Lagerbestände, der zugehörigen Plandaten aus der Produktion und der Ablaufplanung mit Messe- und Aktionsplänen wird die Bestellung aller Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelsartikel durchgeführt. Als Basis für die operative Bestellabwicklung dienen die Lieferantenbestelllisten und Bestellvorschlagslisten, die unter Einbezug der Wiederbeschaffungszeit die Fachabteilungen der Beschaffung unterstützen. Über die integrierte Faxware-, E-Mail- und EDI-Anbindung können die Bestellungen direkt aus dem CSB-System an den Lieferanten weitergeleitet werden.

Bei der Warenannahme erfolgt die Erfassung der Wareneingänge über CSB-Racks, an denen jeweils ein Scanner, ein Etikettendrucker und gegebenenfalls eine Waage angeschlossen sind. Die Integration der Beschaffungsmodule ermöglicht einen automatischen Abgleich zwischen Bestellungen und Liefermengen, die Qualitätsprüfungen im Rahmen der Wareneingangskontrolle und die Erfassung aller rechnungs- und rückverfolgungsrelevanten Daten wie MHD und Losnummer. Da bereits vom Lieferanten jede E2-Kiste mit einem Etikett mit EAN-128-Barcode versehen wird, muss am Wareneingang nur der Barcode gescannt werden, um alle für die Rückverfolgbarkeit notwendigen Daten in das CSB-System zu übertragen.

Die Rechnungskontrolle als zentraler Abgleich der Lieferantenrechnung mit den im Wareneingang erfassten Daten erfolgt unter Berücksichtigung aller gültigen Preise und Konditionen und endet mit der Fortschreibung des Rechnungseingangsbuches zur direkten Übertragung in die Finanzbuchhaltung.

Zerlegung

In der Zerlegung können bis zu 2.000 Schweinehälften pro Schicht in Verkaufs- und Produktionsartikel zerlegt werden. Die angelieferten Schweinehälften und Grobteile werden direkt vom LKW über eine Rohrbahnförderung zum CSB-Rack befördert und dort durch eine an das System angebundene Rohrbahnwaage verwogen. Anhand der Artikelnummer ermittelt das CSB-System das jeweilige Ziel am Zerlegeband und gibt diese Informationen an die Steuerung der Beförderungseinheiten weiter.

An den Zerlegetischen werden die Schweinehälften zerlegt und in genormte E2-Kisten gelegt. Diese sind mit identifizierenden Referenznummern versehen und werden über ein Transportband zum nächsten I-Punkt befördert. Der Mitarbeiter am I-Punkt identifiziert und verwiegt direkt am CSB-Rack den Kisteninhalt. Mit der Ermittlung des Gewichts werden detaillierte Informationen durch das Scanning der Kistenreferenznummer zugeordnet. So enthält diese Referenz den Artikel mit seiner Losnummer, seinem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Gewicht. Anschließend wird die Kiste über die interne Transportförderstrecke zum Bestimmungsort überführt. Im CSB-System ist jederzeit sichtbar, wo sich welche Kiste mit welchem Inhalt befindet.

Auf der Basis der Zerlegeeingangs- und Zerlegeausgangsbuchungen sowie der hinterlegten Zerlegeschnittlisten werden in der Partieabrechnung die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Zerlegeausbeute und die daraus resultierenden Preise der Zerlegeausgangsartikel berechnet. Diese bilden wiederum die Grundlage der integrierten Produktkalkulation.

Herstellung von Fleischwaren

Das Produktsortiment von Edeka umfasst Brüh-, Roh- und Kochwurst sowie Brüh- und Kochpökelerzeugnisse. Für alle Eigenfabrikationen (Eifa) sind im CSB-System je Produktionsstufe die entsprechenden Stücklisten (Rezepturen) hinterlegt, die sowohl als Grundlage der integrierten Produktkalkulation als auch der internen Produktionsplanung und Chargenbearbeitung dienen.

Im Rahmen der Produktionsplanung werden für alle Eifa-Produktionsrezepturen die Planmengen auf der Basis langfristiger Verkaufsplanung und aktueller Lagerbestände vorgegeben und für alle Produktionsabteilungen Produktionsaufträge generiert. Diese werden an den CSB-Racks in den Produktionsräumen aufgerufen und automatisch die entsprechenden Losnummern für die Rückverfolgung gebildet.

Der jeweilige Mitarbeiter scannt das am Transportbehälter befindliche Etikett, auf dem Artikelnummer, Losnummer und Datum in Form eines EAN-128-Barcodes codiert sind. Beim Scannen prüft das CSB-System, ob der gescannte Artikel Bestandteil der Rezeptur ist und übernimmt anschließend die erweiterten Lagerdaten wie Losnummer und Datum. Das Gewicht wird von der Waage übernommen und der Vorgang so lange wiederholt, bis alle Posten der Rezeptur verwogen worden sind. Beim Chargenabschluss wird die gewünschte Anzahl Etiketten über die integrierten Etikettiersysteme gedruckt, die an den Transportbehältern befestigt werden. Dieser Prozess wird über alle Herstellungsstufen der Fleisch- und Gewürzverwiegung, Verwiegung in der Füllerei, Pökelei, Kocherei und Räucherei durchgeführt. So werden die produktionsrelevanten Daten direkt am Ort der Verwiegung erfasst und die entsprechenden Lagerbestände aktualisiert.

Dem verantwortlichen Mitarbeiter im Produktionsleitstand stehen damit sofort alle Chargendaten und Lagerbestandsdaten zur Auswertung zur Verfügung.

In der Abteilung Umhüllung werden die Artikel verpackt und gemäß den lebensmittelrechtlichen Vorschriften über den Preisauszeichnungsserver von CSB-System etikettiert. Die gesamten Etikettendaten wie Zutatenlisten und Preise werden dabei direkt aus den Stammdatenmodulen des CSB-Systems extrahiert.

Lagerverwaltung

Das Herzstück der Lagerverwaltung im Nordfrische Center bildet das Hochregallager mit über 20.000 Stellplätzen für Kommissionierware. Dieses automatische Kistenlager wurde von MPS Storck konzeptioniert und zusammen mit CSB-System in Betrieb genommen. Es gliedert sich in Hochregallager mit gesondertem Lagerbereich für kommissionierte Kisten, Bereitstellungs- und Picklager. Außerdem existieren zwei automatische Kistenlager innerhalb der Produktion.

An den I-Punkten wird der Kistenreferenznummer der entsprechende Artikel mit seinen erweiterten Lagerdaten wie Losnummer und MHD sowie das Gewicht zugeordnet. Über die CSB-Module werden diese Daten an den Lagerverwaltungsrechner übertragen, der die entsprechenden Einlagerungskoordinaten ermittelt.

Absatz und Logistik

Die von den Edeka-Filialen mittels MDE-Gerät an die Zentrale gesandten Auftragsdaten werden nach Versandstelle getrennt. Anschließend werden alle Aufträge für das Nordfrische Center Valluhn elektronisch an das Fleischwerk gesendet. Dort wiederum werden die Aufträge automatisch in das CSB-System übertragen.

Die Kommissionieraufträge werden tourenabhängig an den Leitstandsrechner übergeben. Hierbei erfolgt auf der Basis eines artikelabhängigen Faktors eine Trennung der Auftragsposten nach Voll- und Teilmengen. Die Vollmengen werden bei Auftragsfreigabe in einen speziellen Lagerbereich des Hochregallagers umgelagert; die Teilmengen werden an die MDE-Geräte übertragen und von den Mitarbeitern im Picklager kommissioniert. Das Picklager ist ein Rollenregallager, in dem jeder Artikel einen festen Lagerplatz hat. Über das integrierte Nachförderungskonzept ist sichergestellt, dass jederzeit genügend Artikel aus dem Hochregallager in das Picklager überführt werden und zur Kommissionierung zur Verfügung stehen.

Eine gefüllte Kommissionierkiste wird über eine Kontrollwaage geführt, die das Soll-Kistengewicht mit dem Echtgewicht vergleicht. Die fertigen Kommissionierkisten werden in das Hochregallager befördert.

Am Leitstandrechner werden die Aufträge tourenbezogen zur Auslagerung freigegeben. Nach der Freigabe werden die E2-Kisten kundenbezogen aus dem Hochregallager zu den Abstapelrobotern zur Rollcontainerbeladung transportiert. Jede Kiste erhält ein Auftragsetikett, aus dem Kunde, Tour und Rollcontainernummer hervorgehen.

Nach der Rechnungsstellung erfolgt die Archivierung der Rechnungsdaten im Dokumenten-ManagementSystem sowie die Übergabe der Rechnungssummensätze an die Finanzbuchhaltung der Edeka-Zentrale in Neumünster.www.csb-system.com