Thekenfrage: Warum fördert Schweinefleisch Entzündungen?

Mageres Schweinefleisch wie Oberschale enthält weniger entzündungsfördernde Arachidonsäure als fette Teilstücke. - © Barbara Krieger-Mettbach

Kein Schweinefleisch bei Rheuma, Gicht, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diabetes mellitus und vielen anderen entzündlichen Erkrankungen, das empfehlen manche Ärzte und Ernährungsexperten. Schweinefleisch soll stumme Entzündungen befeuern. Differenziert werden die Verbote meist nicht, sondern gelten pauschal für jedes Teilstück vom Schwein. Die primär entzündungsfördernde Substanz jedoch befindet sich im Schweinefett und heißt Arachidonsäure.

Dabei handelt es sich um eine vierfach ungesättigte, nicht essenzielle Fettsäure, die nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Je fetter diese sind, umso mehr steckt drin. Spitzenreiter ist Schweineschmalz mit 1.700 mg. 100 g Rinderschmalz enthält 250 und Butterschmalz 132 mg. Nicht immer ist Schweinefleisch reicher an Arachidonsäure als Rindfleisch. Der Fettgehalt entscheidet mit. In 100 g magerem Schweinefilet mit 2 g Fett verstecken sich 20 mg Arachidonsäure, im doppelt so fetten Rinderfilet 30 mg.

Entsprechend müssen Tierart, Teilstück und Verzehrsmenge bei der Fleischauswahl berücksichtigt werden. Mageres Schwein kann durchaus akzeptabel sein. In der Ernährung bei Gicht gehört Schweinefleisch zu harnsäurereichen Fleischsorten. Allerdings ist es nur eine unter den vielen tierischen und pflanzlichen Harnsäurequellen. Bei Gicht zählt die Ernährung insgesamt.