
Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Spitzenlieferanten sind Innereien und Fleisch, aber auch Fisch, Milch, Käse, Eier liefern gute Mengen. Eine ausgewogene gemischte, flexitarische oder vegetarische Ernährung deckt den Bedarf. Veganer hingegen müssen ihre Kost ergänzen. Doch warum überhaupt Fleisch essen, wenn es B12-Nahrungsergänzungsmittel gibt?
Weil Fleisch weitere Nährstoffe enthält, die in pflanzlichen Lebensmitteln nicht, wenig oder in geringer Bioverfügbarkeit vorliegen. Dazu gehört das Spurenelement Zink. Wer sich rein pflanzlich ernährt, sollte täglich Hülsenfrüchte, Vollkorn, Saaten, Nüsse einplanen. Portionen groß bemessen, denn die Zufuhrempfehlungen für Veganer sind höher als für Mischköstler. Den Bedarf an Eisen, Protein, den Vitaminen B1, B2, B6 pflanzlich zu decken, erfordert dieselbe Lebensmittelauswahl. Um die spezifischen Nährstoffe aus Fisch, Milch, Eiern wie Protein, Kalzium, Vitamin A und D, B2, Omega 3-Fettsäuren, Jod aufzunehmen, brauchen Veganer ebenfalls Konzepte. Praktisch funktioniert vegane Ernährung nur unter Einsatz von Wissen, Zeit und Disziplin. Jedes Lebensmittel enthält einen Nährstoffmix. Je kleiner die Lebensmittelauswahl, umso größer das Risiko eines Nährstoffmangels. So ersetzen B12-Tabletten nur das Vitamin, nicht jedoch das Fleisch mit all seinen Nährstoffen, seiner gustatorischen und physiologischen Wirkung.