Schrumpfverpackungen erobern immer mehr Industriezweige. Mit FormShrink hat Multivac in Zusammenarbeit mit Krehalon ein Verpackungskonzept entwickelt, das die Vorteile des automatischen Tiefziehverpackens mit den Vorteilen des Verpackens in schrumpffähigen Materialien kombiniert.
Sitzt wie angegossen
Schrumpfverpackungen gelten heute als wirtschaftliche Alternative zum Verpacken mit Schrumpfbeuteln. Zum Herstellen von Schrumpffolienverpackungen wird das Lebensmittelprodukt auf einer Tiefziehverpackungsmaschine in Folien mit definierten Schrumpfeigenschaften verpackt. Anschließend werden die Packungen in einem Schrumpftunnel geschrumpft und durchlaufen am Ende des Prozesses einen Trockentunnel. Durch die Aktivierung der Schrumpfeigenschaften der Folie im Schrumpftunnel legt sich die Verpackungsfolie fest an das Packgut an, schützt und stabilisiert es.
Schrumpffolienverpackungen gewinnen in der Lebensmittelindustrie immer mehr an Bedeutung. Sie eignen sich sowohl für Frischfleisch, Fleischzubereitungen, Geflügel und Käse als auch für Convenience-Produkte. Dies ist unter anderem in der hohen Packungsqualität begründet. Durch das Schrumpfen entstehen besonders attraktive Konturverpackungen, die die Produkte wie eine zweite Haut umschließen. Selbst verpackungstechnisch schwierige Produkte erhalten so ihren individuellen Maßanzug mit maximaler Transparenz. So verleiht die Packung dem Produkt eine höhere Attraktivität. Im Vergleich zu Beutelverpackungen weist die Schrumpffolienverpackung kaum Folienüberstände und keine Falten auf.
Schrumpffolien vereinfachen Handhabung
Die dünnen Spezialschrumpffolien überzeugen zudem durch besondere Barriereeigenschaften, eine hohe Durchstichfestigkeit sowie eine herausragende Gesamtstabilität. Es steht ein breites Spektrum an Folientypen zur Verfügung, zum Beispiel auch Folien mit hoher Permeabilität für die Käsereifung. Damit kann eine Vielzahl unterschiedlichster Produkte effektiv verpackt werden. In vielen Fällen lassen sich im Verpackungsprozess deutliche Kosteneinsparungen erreichen, sei es bei den Materialkosten, aber auch beim Personaleinsatz durch das vereinfachte Handling. „Das Einlegen der Produkte in eine eingespannte Folie mit geformten Mulden ist deutlich einfacher als das Einbringen in einen dreiseitig versiegelten Beutel“, sagt Helmut Sparakowksi, Hauptbereichsleiter technischer Vertrieb bei Multivac. Im Vergleich zu Schrumpfbeuteln vereinfachen Schrumpffolien die Handhabung. Anwenderunternehmen sind unabhängig von vorgefertigten Beutelgrößen und teilweise unvorteilhaften Beutelproportionen.
Schrumpffolienverpackungen sind darüber hinaus sehr flexibel, was die Gestaltung angeht. So können Oberfolie und Unterfolie mit unterschiedlichen Druckverfahren veredelt werden, um unterschiedliche Effekte zu erreichen.
Patentierte Technologie mit Zusatznutzen
Mit FormShrink hat Multivac, der weltweit führende Hersteller von Tiefziehverpackungsmaschinen, ein wegweisendes Maschinenkonzept für Schrumpffolienverpackungen auf den Markt gebracht. Das Produktportfolio umfasst die Maschinentypen R 555, R 255 und R 155. Bei der Entwicklung dieses Verpackungssystems hat der Allgäuer Verpackungsspezialist eng mit dem Folienhersteller Krehalon NL zusammengearbeitet, der dafür ein breites Spektrum an Schrumpffolien mit definierten Schrumpfeigenschaften entwickelt hat. Mittlerweile stehen geeignete Schrumpffolien auch von anderen Herstellern, wie zum Beispiel Sealed Air und Bemis, zur Verfügung.
Da die Folien extrem schrumpffähig sind, wird die Oberfolie mit einer Transportkette geführt. Dieses Maschinenkonzept ist patentrechtlich in vielen Ländern der Welt geschützt. „Mit der Oberfolienkettenführung vermeiden wir, dass die Folie zurückschrumpft, sobald sie eine bestimmte Temperatur erreicht hat“, sagt Helmut Sparakowski. Durch die präzise Folienführung erreicht Multivac nach eigenen Angaben eine besonders hohe Prozesssicherheit und liefert unabhängig von der Maschinengeschwindigkeit eine hohe Packungsqualität. Auch die Anfahrverluste nach einem Maschinenstopp seien äußerst gering.
Darüber hinaus bietet der FormShrink-Verpackungsprozess gegenüber anderen Schrumpfverpackungssystemen laut Hersteller folgende Vorteile:
-Die vollflächig offen liegenden Packungsmulden werden manuell oder automatisch von oben befüllt, was in der Handhabung nicht nur einfacher, sondern auch sauberer ist.
-Zudem kann die Kontamination der Siegelränder durch die Verwendung von Einlegeschablonen minimiert werden. Die überstehende Folie wird in einem nachgelagerten Schrumpftank sicher und nahezu rückstandsfrei zurückgeschrumpft.
-Nach dem Evakuiervorgang werden die Packungen automatisch versiegelt. Die Rahmensiegelung in den Tiefziehverpackungsmaschinen von Multivac sorgt für eine sehr hohe Siegelnahtfestigkeit. Auf diese Weise entstehen perfekte und zugleich sichere Siegelnähte, was die Ausschussquote deutlich reduziert und einen sicheren Transport sowie eine sichere Handhabung vom Hersteller bis zum Endverbraucher garantiert.
-Durch einen optional erhältlichen Konturschnitt werden die Folienüberstände automatisch entfernt. Dadurch werden die von konventionellen Schrumpfverpackungen bekannten, überstehenden Folienränder im FormShrink-Prozess minimiert. Es entstehen somit keine überflüssigen und unschönen Ecken.
-Zudem kann die Packung mit einer Aufreißlasche ausgestattet werden, was die einfache und kontrollierte Öffnung der Verpackung erlaubt.
Darüber hinaus sind die FormShrink-Maschinen mit allen bewährten Standards der Multivac-Tiefziehtechnologie ausgestattet. Die Verpackungsmaschinen sind für höchste Hygieneanforderungen ausgelegt. Durch hygienegerechte Konstruktion und qualitativ hochwertige Materialien ist eine sichere und schnelle Reinigung gewährleistet. Jede Maschine wird individuell für die jeweiligen Kundenanforderungen konfiguriert. Dies gilt nicht nur für Verpackungsgrößen, Materialien und Eigenschaften, sondern gleichermaßen für die Automatisierung von Einzelprozessen bis zur Integration in Verpackungslinien.
Anwendungen ohne Kettenführung der Oberfolie
Zwar können Schrumpffolienpackungen im Prinzip auch ohne den Einsatz einer Oberfolienkettenführung hergestellt werden. Das hat jedoch gravierende Nachteile: Zum einen können keine Packungen mit Produktüberstand hergestellt werden. „Das heißt, dass das Packgut nicht höher sein darf als der Siegelrand der Unterfolie, weshalb diese Maschinentechnologie nur für bestimmte Anwendungsbereiche in Frage kommt“, erläutert Helmut Sparakowski.
Zum anderen kann es im Fall einer Produktionsunterbrechung zu einem erheblichen Folien- und Produktverlust kommen, was auf die extremen Schrumpfeigenschaften der Folien zurückzuführen ist: „Wird bei einem Maschinenstopp der Schrumpf der Oberfolie durch die Strahlungswärme im Siegelwerkzeug aktiviert, schrumpft diese im Siegelwerkzeug zurück. Sie ist dann schmaler als die Unterfolie, weshalb eine Versiegelung nicht mehr möglich ist. Das führt zu offenen Packungen und einem hohen Folien- und Produktverlust“, erläutert Helmut Sparakowski. Meist dauert es mehrere Maschinentakte, bis die Oberfolie wieder richtig positioniert ist. Das Packgut kann aber meist aus diesen Packungen nicht mehr entnommen werden und muss vernichtet werden.
Daher empfiehlt der Verpackungsspezialist seinen Kunden zur Herstellung von Schrumpffolienverpackungen nachdrücklich, Maschinen mit Oberfolienkettenführung einzusetzen, um die Prozess- und Verpackungssicherheit zu verbessern. Für Kunden, die etwa aus Wettbewerbsgründen Maschinen ohne Oberfolienkette wünschen, stehen die Tiefziehmaschinen-Modelle R 145, R 245, R 535 zur Verfügung. „Einige Kunden von uns setzen diese Maschinenmodelle bereits ein; sie produzieren aber beispielsweise keine Packungen mit Produktüberstand“, berichtet Helmut Sparakowksi.
Auch bei diesen Anwendungen wird die Siegelstation mit einem Oberhub ausgestattet und die Siegelwerkzeuge werden in der bewährten FormShrink-Ausführung geliefert, um die Strahlungswärme bei Maschinenstopps zu reduzieren. Je nach Anwendungsfall bietet Multivac ein breites Spektrum an Schrumpfverpackungssystemen an.www.multivac.com