Automatisierung und Digitalisierung haben in Betrieben der Nahrungsmittelindustrie längst die Verarbeitungslinien erreicht. Wo Frischfleisch mit perfektem Cut zum Kotelett oder Käse zu Aufschnitt wird, sorgen oft ein Scansystem mit Schneidemaschinen und Kontroll-/Doku-Software für reibungslose Prozesse.
Exakter Schnitt, Tempo und Portionsgenauigkeit sind gefragt, wenn TK-Ware geschnetzelt oder Gemüse zu Streifen geraspelt werden muss. Dabei unterstützen moderne Mehrzweck- oder Gefrierfleischschneider, die mit tausenden Cuts pro Minute mehrere Tonnen Rohware pro Stunde verarbeiten können. Sensorgesteuerte Produktzuführung und -behandlung erhöhen dabei die Ausbeute und vermeiden „Ausschuss“. Slicer & Co. zerteilen zum Beispiel fest eingepasstes Rindfleisch zu perfekten Steaks, Schweinefleisch zu Würfeln, gereifte Salami oder gekochten Schinken millimetergenau in verkaufsfertige Scheiben. Knochenlose wie knochenhaltige Produkte lassen sich aufs Wunschformat zerkleinern, stapeln, portionieren.
Wichtige Aspekte sind die Qualität der Messer, die einfache und ergonomische Beladung, beispielsweise über Kippvorrichtung oder Förderband, die schonende Komprimierung und Förderung, die Bediensicherheit durch Unfallschutzvorrichtungen und die elektronische Steuerung des Gerätes am Touch-Display. Bei der Entscheidung für ein Modell sollte der Integration in eine Produktionslinie, zum Beipiel mit benachbarten Entschwartungs- und Verpackungsmodulen, sowie der Größe der Füllkammer ein Augenmerk gelten. Überdies spielen das schnelle, gegebenenfalls nahtlose Umrüsten bei Produktwechseln, die Wartungsfreundlichkeit beim Austausch der Schneidwerkzeuge und die leichte Reinigung durch hygienisches Design der Geräte und ihrer Edelstahloberflächen eine Rolle. Neben dem Automatisierungsgrad gehört in Zeiten hoher Strompreise auch der sparsame Energieeinsatz auf die Checkliste.
Die Fleischerei stellt nachfolgend Schneidemaschinen und Gefrierfleischschneider für Industriebetriebe mit ihren Leistungsmerkmalen vor.
Diverse Ausstattungsvarianten

Die Mehrzweckschneider DicR von Foodlogistik, Neubrandenburg, zeichnen sich durch eine Vier-Seiten-Vorpressung zur Produktkomprimierung aus. Hydraulikantriebe und große Ölmengen ermöglichen einen dauerhaften Einsatz. Kammerquerschnitte von 90 bis 140 Millimeter und Längen von 310 bis 550 Millimeter garantieren vielfältige Einsatzgebiete. Optionen wie die Hygienetür, die Ein-Hand-Bedienung, das Längsschiebersystem und eine Anzeige für die Beschickungsbereitschaft gewährleisten eine benutzerfreundliche, sichere und hygienische Handhabung. Alle Modelle sind auch mit Siemens-Steuerung und Touchdisplay erhältlich. Die Schneidparameter lassen sich über die Benutzerführung des Displays eingeben. Die Modelle DicR comfort 105/112 und DicR capacity 120/126/140 gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten.
Der CrozzdicR classic (analoge Steuerung, manuelle Bedienelemente) ist das Einstiegsmodell im Industriebereich. Der CrozzdicR comfort (mit Siemens-Steuerung und Display) verfügt serienmäßig über Dicetronic für Schneid- und Wiederholgenauigkeit. Zudem hat das Modell separate Antriebe für Abschlagmesser und Schneidgatter mit einzeln regelbarer Drehzahl. Die Schnittlängenjustierung mit Restlängenaufteilung sorgt für gute Schneidergebnisse bei optimaler Produktausbeute. Die CrozzdicR capacity-Modelle verfügen über eine integrierte Beschickung für 200-Liter-Wagen. Sie sind kompakt gebaut und können flexibel aufgestellt werden, ohne dass eine zusätzliche Beistellbeschickung notwendig ist. Verschweißte Maschinenkörper mit schrägen Flächen sowie Ablaufschächte zur Restgutabführung garantieren gute Hygiene- und Reinigungsbedingungen.
Die Modelle DerindR classic und comfort zum Entschwarten und Scheibenschneiden finden in Handwerksbetrieben und im industriellen Bereich Anwendung. Für das Schneiden von Obst und Gemüse wurde das Modell ShreddR konzipiert. Damit können Würfel ab einer Größe von drei Millimeter sowie dünne Scheiben und Streifen geschnitten werden.
Nahtloser Artikelwechsel

Bei der Hochleistungs-Slicing-Linie für Rohschinkenprodukte von Multivac, Wolfertschwenden, ermöglicht eine neue Funktion der Multivac Line Control (MLC) den nahtlosen Artikelwechsel im laufenden Betrieb – ohne Produktionsstopp oder das Leeren der Linie. Dadurch lassen sich Stillstandszeiten um bis zu 95 Prozent verringern. Gleichzeitig werden Ressourcen effizienter genutzt, indem Produktverluste sowie der Verbrauch von Folie, Etiketten und Energie minimiert wird. Alle Module der Linie – vom Slicen über die Zuführung, Verpackung und Etikettierung bis hin zur Qualitätsinspektion – passen sich automatisch an den neuen Artikel an. Das minimiert manuelle Eingriffe und senkt das Fehlerrisiko. Die einfache Bedienung der ganzen Linie mit der zentralen MLC macht den Wechselprozess transparent und intuitiv, auch für ungelerntes Personal.
Die Linie ist laut Hersteller besonders nachhaltig, beispielsweise in Bezug auf den verwendeten Packstoff (Monomaterial). Mithilfe des Consumption Monitoring wird der Verbrauch von Druckluft, Kühlmedien, Energie oder Packstoff über die gesamte Linie hinweg erfasst und in Echtzeit ausgewertet. So können schleichende Mehrverbräuche frühzeitig erkannt werden. Wo Aufschnittprodukte traditionell mit hohem Energieaufwand für die Verarbeitung gefrostet werden, zeigt sich die Stärke der Slicer-Technologie: Dank optimiertem Schneidsystem kann bei höheren Produkttemperaturen präzise geschnitten werden.
Kraftvoller Frischfleischschneider

Mit dem Galan 960 präsentiert Magurit, Hückeswagen, seinen bislang größten Frischfleischschneider. Die Maschine verarbeitet zuverlässig rohes, gegartes, mariniertes, injiziertes oder auch angefrorenes Fleisch. Große Sichel- und Rundmesser sorgen für ein sauberes Schnittbild – auch bei anspruchsvollen Produkten.
Dank einer Schneidbreite von 610 Millimetern lässt sich der Galan 960 problemlos in kontinuierliche Verarbeitungslinien integrieren. Gerade in „Cook-Chill“-Anwendungen ermöglicht die sanfte und gleichmäßige Produktführung eine qualitativ hochwertige Verarbeitung bei hohem Durchsatz.
Ein zentrales Merkmal des Galan 960 ist das Hygienedesign. Trommelmotoren, automatisch gespannte Förderbänder und abfallende Oberflächen minimieren das Risiko mikrobieller Belastung. Zuführbänder und Schneideinheit lassen sich schnell entnehmen – das erleichtert die Reinigung und verkürzt Umrüstzeiten deutlich.
Ein weiteres Highlight ist die integrierte Entnahmeschnecke für Schneidabrieb. Anwender können flexibel entscheiden, ob das Material gemeinsam mit dem geschnittenen Produkt weiterverarbeitet oder separat gesammelt werden soll – etwa zur weiteren Verwertung und zur Reduzierung von Materialverlusten.
Variable Produktzufuhr
Unterschiedliche Schneid-, Zuführungs- und Portioniersysteme bei einer Leistung von bis zu 1.850 Schnitten pro Minute – das bietet der weSLICE 7500 Performance-Slicer von Weber Food, Breidenbach. Er eignet sich dank des 500 Millimeter breiten und 220 Millimeter hohen Schneidschachts perfekt für eine große Bandbreite an Anwendungen kalibertreuer Produkte, aber auch Kochschinken, Bacon oder Spezialanwendungen wie Whole Muscle und Quartering lassen sich mit dem weSLICE 7500 aufschneiden. Dank eines neuen Führungssystems im Bereich der Eintaktung und Produktführung wird besonders einfaches, sicheres und schnelles Umrüsten bei Produktwechseln ermöglicht. Die große Varianz an Produktzuführungssystemen ist laut Weber einzigartig: Kunden haben die Wahl zwischen GripnGo, einer spurunabhängigen Vario-Produktzuführung oder der ContiFlow Produktzuführung ohne Wiederbeladepause, welche speziell für den Einsatz mit Flowpack-Verpackungsmaschinen entwickelt wurde.
Alle Systeme gewährleisten eine schonende Produktbehandlung während des Zuführprozesses bei gleichzeitig schnellen Wiederbeladezeiten. In Kombination mit den Schneidsystemen ist das ein Garant für gute Performance und ermöglicht die optimale Konfiguration für unterschiedlichste Anwendungsgebiete. Darüber hinaus trägt die Variotechnologie des weSLICE 7500, welche eine spurunabhängige Produktzuführung erlaubt, zur besten Ausbeute bei Naturprodukten wie Bacon bei. Optional kann das Eintaktmodul des Slicers mit einer Wiegefunktion ausgestattet werden. Zum einen kann dadurch das genaue Gewicht aller der Linie zugeführten Produkte erfasst werden, zum anderen erlaubt diese Funktion die Ermittlung der Linienleistung in Bezug auf Ausbeute.
Die offene Bauweise ohne Hohlräume sorgt für eine optimale Zugänglichkeit aller Bereiche und erleichtert sowohl die Reinigung als auch Umrüstungen.
Effektiv schneiden und sparen

Mit dem One-Line-Concept hat GEA, Düsseldorf, eine Produktionslinie entwickelt, in der alle relevanten Technologien perfekt aufeinander abgestimmt sind. Neu im System ist der OptiSlicer 7000, der mit einem oder zwei Antrieben erhältlich ist. Die Einzelantriebsversion eignet sich für die Großserienproduktion kalibrierter Produkte mit bis zu 2.000 Kilogramm pro Stunde. Die Doppelantriebsversion ermöglicht das gleichzeitige Schneiden zweier Naturprodukte – jeweils auf Zielgewicht pro Packung eingestellt – und sorgt für hohe Ausbeute bei hohem Durchsatz. Die Maschine ist von beiden Seiten zugänglich.
Für noch präzisere Ergebnisse sorgt die neue Klinge R505 mit verlängerter Schneidkante, die breitere Schnitte und bessere Portionskontrolle erlaubt. Ergänzt wird das System durch den OptiScanner 5000, der vor dem Schneiden die Produktkonturen erfasst, um die optimale Scheibendicke zu berechnen und das Gewicht zu prüfen. Das reduziert Give-away und vermeidet unnötigen Materialverlust.
Laut GEA kann diese Effizienz bares Geld bedeuten: Bereits eine Gewichtsreduzierung um zwei Gramm pro 200-Gramm-Packung bringt im Zweischichtbetrieb bis zu 400.000 Euro Einsparung pro Jahr.
Verlässlichkeit im Einsatz

Bizerba, Balingen, bietet Hochleistungs-Schneidemaschinen, wie die VSI F T und die A660. Die vollautomatische VSI F T überzeugt durch flexible Schnittstärken, einen intelligenten Vorschub und die Möglichkeit zur Integration in automatisierte Produktionslinien. Sie verarbeitet Frischfleisch ebenso effizient wie gefrorene Produkte – bei gleichbleibend hoher Qualität. Besonders bei häufig wechselnden Chargen sorgt sie für präzise Ergebnisse und Flexibilität. Für Anwendungen, bei denen Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit entscheidend sind, ist die A660 die richtige Wahl. Dank Produkt-Scanning und automatisiertem Einlegen, Schneiden und Portionieren ermöglicht sie präzise Schnitte bei optimaler Ausbeute. Ihr Design unterstützt einen hygienisch einwandfreien Betrieb – und ist ideal für anspruchsvolle industrielle Prozesse.
Die Leistungsfähigkeit zeigt sich im praktischen Einsatz: Das tschechische Familienunternehmen Chovaneček hat sich auf die Herstellung von hochwertigen Wurstwaren spezialisiert. Bei der Verarbeitung setzt das Unternehmen auf die Maschinen von Bizerba und profitiert dabei von Effizienz, hoher Qualität und zuverlässiger Leistung im Dauereinsatz.
Eiskalt schneiden

Moderne Gefrierfleischschneider sind in vielen Fleischereibetrieben ein zentrales Element der Prozesskette. Die Modelle G530 und G740 setzen laut Laska, Traun/Österreich, neue Maßstäbe in Leistung, Bedienkomfort und Produktschonung. Stabile Blockführungsleisten und eine geführte Übergabe vom Hebeschwinger in den Schneidraum erleichtern die Beschickung und reduzieren Unterbrechungen. Ein automatisierter Blockniederhalter fixiert das Schnittgut zuverlässig und verhindert ein Verrutschen während des Schneidens.
Stufenlos verstellbare Hubhöhen und variable Schnittstärken bieten Flexibilität, während innovative Schneidbalken, die synchron mit dem Niederhalter arbeiten, eine gleichmäßige Verarbeitung sicherstellen.
Die Modelle GS510 und GFS620 sind speziell für die schonende Verarbeitung von Gefrierfleisch bei Temperaturen bis –20 °C konzipiert. Robuste, nachschleifbare Schneidzähne, ein verstellbarer Rechen und gegenläufige Schneidwalzen sorgen für gleichmäßige Materialzufuhr und hohen Durchsatz.
Alle Maschinen zeichnen sich durch eine kompakte, hygienische Bauweise mit polierten Edelstahloberflächen und geschlossenem Unterbau aus – für einfache Reinigung und zuverlässigen Dauerbetrieb.
Ergänzend bietet Laska den Gefrierfleischwolf WWB an. Mit Funktionen wie Sanftanlauf, automatischer Blockadenbehebung, flexibler Drehzahlregelung und Leerlaufabschaltung unterstützt er eine effiziente und produktschonende Verarbeitung. Eine neue Hygienestufenwahl erleichtert zusätzlich die Reinigung.
Schneidetechnik und Digitalisierung
Holac, Nattheim, hat die Vielzweckschneider der Baureihen Cubixx, Maxx und den CS 28 im Programm. Die Würfel- und Streifenschneider sorgen für gleichmäßige Würfel, Plättchen und Streifen. Zur Ausstattung gehören: Hydraulische, druckabhängige Vorpressung, die Verwendung von Mehrfachmessern und Messerscheiben zur Kapazitätssteigerung, stufenlos einstellbarer Vorschub sowie Gatterstege und gehärtete Messerleisten für gute Schnitt-Ergebnisse.
Die Scheibenschneider der Baureihe Sect, beispielsweise der Sect 230 TC, setzen laut Holac Maßstäbe beim Schneiden in präzise, gleichmäßige Scheiben: ob Frischfleisch, Lende, Schnitzel, Bauchspeck, Kotelett, Steak, Braten, Wurst, Fisch oder Käse – gekocht, frisch, gekühlt oder angefroren, mit oder ohne Knochen.
Der Käseschneider Cheesixx ist die kleineste Maschine im Produktbereich Käse. Sein pneumatischer Magazinverschluss ermöglicht eine ergonomische und zeitsparende Bedienung. Für die industrielle Nutzung gibt es den Käseschneider Cheesmaxx 200. Der Vollautomat ist durch sein Fahrwerk an jeder Linie flexibel einsetzbar.
Auf der IFFA demonstrierte Holac, wie sich seine Schneidemaschinen nahtlos in digitalisierte Produktionslinien einfügen. In Live-Vorführungen konnten Besucher verfolgen, wie Produktionsdaten und Statistiken erfasst, Chargen lückenlos nachverfolgt und Energieverbräuche mithilfe integrierter Zähler präzise analysiert wurden. Über eine SCADA-Anbindung lassen sich diese Informationen in Echtzeit auswerten und gezielt zur Optimierung von Prozessen einsetzen.
Ob Würfel, Scheiben, Streifen oder sogenannte Chunks – auch Fleischersatzprodukte lassen sich mit Holac-Maschinen in Form schneiden.

