Niederländischer Geflügelsektor organisiert sich neu

Die Wirtschaftsgruppe Geflügel und Eier (PPE) in Zoetermeer/Niederlande, hat aufgrund einer politischen Entscheidung der niederländischen Regierung vom 29. Oktober 2012 ihre Arbeit offiziell zum 1. Januar 2014 beendet.

Ben Dellaert PPE
Nach Einschätzung von Ben Dellaert, Sekretär der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE), ist mit der neuen Struktur eine gute Basis geschaffen. - © Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE)

Letzte Projekte werden im Laufe des Jahres noch abgeschlossen. Die Neuorganisation des Sektors ist in vollem Gange. So hat der PPE-Vorstand entschieden, wesentliche Aktivitäten der Wirtschaftsgruppe auf drei neue Stiftungen zu übertragen: die Stichting PluimNed für den Geflügelfleischsektor, die Stichting OvoNed für den Eiersektor und die Stichting AviNed als Dachorganisation.

Die Gründungsmitglieder der in Houten ansässigen Nachfolge-Organisationen sind die niederländischen Bauernverbände LTO-NOP und NVP sowie NEPLUVI, die Vereinigung der Schlachtereien, und ANEVEI, die Vereinigung der Eierhändler. Die neuen Institutionen kümmern sich ab sofort um die Angelegenheiten des Geflügel- und Eier­sektors. Dabei wird das niederländische Wirtschaftsministerium die gesetzgeberischen Belange übernehmen, die zuvor im PPE-Vorstand erarbeitet wurden.

Die Mitgliederstruktur der neuen Stiftungen ist so arrangiert, dass Arbeitgebervertreter der gesamten Wertschöpfungskette beider Sektoren vertreten sind. Zudem werden Experten der Wirtschaftsgruppe in die neuen Organisationen integriert. Somit ist eine gute Fortführung der Aktivitäten auf Basis der langjährigen Expertise der PPE-Fachleute gewährleistet.

Das nationale niederländische Qualitätssicherungssystem der Geflügelwirtschaft, die Integrierte Kettenüberwachung IKB-KIP, ist ein privates System des Sektors und keine gesetzliche Verordnung. So wird es weiter in der Stichting PluimNed organisiert. Im Eiersektor zeichnet die neue Stiftung OvoNed vergleichbar verantwortlich. Beide Stiftungen sind dann zuständig für die Umsetzung der Aktivitäten im Rahmen von IKB-KIP und IKB-Ei und für die Gewährleistung der Qualitätssicherung im Sektor. Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Salmonellenbekämpfung. Die Stiftungen führen Untersuchungen durch, kontrollieren die Einhaltung der Vorschriften, zum Beispiel im Bereich Tierwohlsein, und verhängen Sanktionen.

Neben den beiden für die jeweiligen Sektoren zuständigen Stiftungen ist die Dachorganisation Stichting AviNed eingerichtet worden. Sie verwaltet die IKB-Datenbanken (IKB-KIP und Registrierung und Identifikation) und -Systeme sowie das Tiergesundheitsmonitoring. Daneben ist die Stiftung eine übergreifende Entscheidungsplattform für den gesamten Geflügel- und Eier-Sektor und verantwortet die Aktivitäten in den Bereichen Tier- und Volksgesundheit sowie Lebensmittelsicherheit und Krisenkommunikation.

Nach Einschätzung von Ben Dellaert, Sekretär der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE), ist mit der neuen Struktur eine gute Basis geschaffen. „Ich freue mich, dass die Vertreter niederländischen Geflügelwirtschaft gemeinsam das Fundament für eine gute Neuorganisation der Branche geschaffen haben. Ich habe großes Vertrauen darin, dass wir weitere noch wichtige Punkte ebenfalls zukünftsfähig lösen werden.“ So gilt es die Finanzierung von Praxisuntersuchungen für die Zeit nach 2014 zu klären, die bislang über PPE lief.

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