Mit Flyern überzeugen

Flyer sind eine preiswerte Alternative zu anderen Werbemitteln. Denn auch in Zeiten des Online-Marketing werden die Handzettel beachtet und bieten an der Fleischertheke eine werbewirksame Möglichkeit, auf das Leistungspaket aufmerksam zu machen und Kunden zu binden.

Flyer eignen sich vor allem, um Spezialitäten und besondere Angebote zu bewerben. Thomas Röhr - © Thomas Röhr

Ein Flyer ist kein Ersatz für eine andere Werbeform, wie zum Beispiel die klassische Zeitungsanzeige oder ein umfangreicher Prospekt. Vielmehr soll er (potenzielle) Kunden schnell und in aller Kürze durch Text und Bild informieren. Typische Themen sind saisonale Angebote, Serviceleistungen, Tagesgerichte, aber auch Besonderheiten des Unternehmens, personelle Veränderungen oder aktuelle Ereignisse, die für eine gute Kundenbeziehung relevant sein könnten.

Flyer haben eine kürzere Lebensdauer als aufwendigere und teurere Prospekte. Auch wenn sie nur aus wenigen Seiten bestehen, müssen sie wertig und professionell wirken, denn Kunden im Fachgeschäft sind anspruchsvoll und legen Werbung beiseite, wenn sie sie nicht auf den ersten Blick anspricht. Eine attraktive Titelseite ist daher wichtig, damit der Kunde den Flyer erst mal in die Hand nimmt. Die Kosten sind überschaubar: Online-Druckereien (Web to Print Shops) drucken 5.000 Flyer im Format DIN A 6 für knapp 50 Euro – ein Preis, der vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen wäre.

Typisch Flyer

Gedrucktes wird von Kunden völlig anders gelesen als Digitales. Die Lesezeit für einen Flyer ist sehr kurz. Kunden lesen ihn eher zufällig, denn in der Regel haben sie die Informationen zuvor nicht gezielt gesucht. Dennoch kommt die gedruckte Botschaft an. Bei der nächsten Kaufentscheidung kann das einen Einfluss haben, auch bei Online-Kunden.

Eine Synovate-Studie, die branchenneutral durchgeführt wurde, belegt, dass rund 54 Prozent der Firmen und 46 Prozent der Agenturen damit rechnen, dass der Anteil an Printwerbung zwar nicht steigt, aber konstant bleibt. Voraussetzung ist, dass Gedrucktes sehr professionell aufgemacht ist, damit es wahrgenommen wird.

Flyer bieten dem Kunden einfache und schnell erfassbare Informationen, vor allem wenn sie bei der Kasse liegen oder auf den Tischen in der Imbiss­ecke, wo der Kunde sein Brötchen isst. Ein Flyer muss handlich und vorzugsweise kleinformatig sein, damit er in die Jackentasche passt. Text, Layout, Fotos und Druck müssen stimmen. Wer sich nicht auskennt, keine Zeit, keine Geduld oder auch weniger Talent hat, holt sich am besten Rat vom Experten.

Die Zielgruppe

Soll das Interesse von Kunden für Flyer-Botschaften geweckt werden, müssen die Informationen kurz, aktuell, auf den ersten Blick verständlich und auch attraktiv verpackt sein. Das lässt sich am besten mit einprägsamen Schlagworten erreichen, ohne Floskeln. Manche Kunden urteilen nach ihrem ersten oberflächlichen Eindruck und machen sich nicht einmal die Mühe, die Brille aufzusetzen. Viel Text und kleine Schriften sind ungeeignet.

Interessen wecken aktuelle Informationen über Serviceleistungen, etwa über den Partyservice, neue Gewürze, mit denen produziert wird, oder über die Herkunft des Fleisches. Außerdem ist weniger mehr: zu viele Flyer nebeneinander auf der Theke, dem Bistrotisch oder an der Kasse verwirren den Kunden schnell und können marktschreierisch wirken. Kunden greifen eher zu, wenn Flyer in einem Ständer sind und nicht lose und unsortiert herumliegen. Der kleine Stapel erzielt eine größere Wirkung, weil der Kunde bei wenigen Exemplaren den Eindruck gewinnt, dass die Nachfrage danach groß ist. Gehen Sie mit der Ausgabe also sparsam um und legen Sie lieber nach.

Die Gestaltung

Die Gestaltung eines Flyers fängt schon mit der Wahl des Formates an. Quadratische Flyer kommen weniger gut an, im Hoch- oder Querformat ist der Aufmerksamkeitsgrad viel höher. Im Zeitalter der Informationsüberflutung werden kurze und komprimierte Informationen eher gelesen als lange Texte. Werden Flyer regelmäßig eingesetzt, sollten sie einen Namen haben. So kann etwa an den Firmennamen der Metzgerei die Bezeichnung „Kurier“, „Aktuell“ oder „Report“ angehängt werden.

Flyer sind immer auch ein Imageträger der Firma. Immer wiederkehrende Elemente der Gestaltung – Logo, Farben, Schriften – werden einmal festgelegt und sollten nicht von Ausgabe zu Ausgabe wechseln. Der Wiedererkennungswert bei periodisch erscheinenden Flyern wird durch die Verwendung eines einheitlichen Satzspiegels, die Festlegung auf bestimmte Schriften und Schriftgrößen sowie durch das gleiche Format erzielt.

Der Chef ist kein ausgebildeter Texter und das erwartet auch niemand. Eine einfache, klare Sprache kommt an: informieren und – wenn möglich – zugleich unterhalten. Die ersten Zeilen entscheiden darüber, ob der Flyer gelesen wird. Werden fremde Texte übernommen, muss der Verfasser aus urheberrechtlichen Gründen genau bezeichnet werden.

Die Inhalte

Alles, was Kunden interessiert, kann Thema eines Flyers sein. Das sind zunächst aktuelle Sonderangebote, saisonale Angebote, neue Produkte und Spezialitäten oder auch der „Snack des Monats“ im Fleischerimbiss. Und nach dem Motto „Das Auge isst mit“ sind zudem erstklassige Fotos gefragt. Zu beachten ist hierbei, dass Bilder besser wirken, wenn sie nicht zu klein sind. In den meisten Fällen sind also zwei größere vier kleinen Fotos vorzuziehen.

Imagefördernde Informationen wie zum Beispiel „Wir fertigen mit Ökostrom“, „Ausgezeichnete Produkte“ oder das „Bio-Siegel“ sind ebenfalls für Kunden von Interesse. Auch gesunde Ernährung liegt schon lange im Trend und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für einen Text, mit dem ein Fachgeschäft seine Kompetenz zeigen kann. Hier darf man gerne auf Herstellerinformationen zurückgreifen.

Neue und wichtige organisatorische Änderungen werden oft per Flyer mitgeteilt, zum Beispiel veränderte Ladenöffnungszeiten, neue Imbissangebote oder der aktuelle Wochenplan für das Abhol-/Liefer-Mittagessen. Und natürlich darf ein Verweis auf die Homepage nicht fehlen. Wenn im Flyer Personen vorgestellt werden, dann mit Vor- und Zunamen.

Auch die Textanordnung entscheidet mit darüber, ob der Kunde bereit ist, die Informationen anzunehmen. Die Titelseite ist der Blickfang und soll neugierig machen. Auf der letzten Seite ist Platz für die Kontaktdaten. Maximal zwei Schriftarten und Schriftgrößen reichen aus, mehr wirkt unruhig. Unterstreichungen und zu viel fett Gedrucktes kommen nicht gut an. Produktaufzählungen im Text sollten auf fünf Punkte begrenzt werden, damit die Übersichtlichkeit nicht leidet.

Texte im Blocksatz lassen sich leichter lesen und sind übersichtlicher als der Flattersatz.

Außerdem: Die Internetgeneration begrüßt auch den QR-Code im Flyer, für viele Firmen noch ungewohnt.