Für viele Beschäftigte gehört es zum Arbeitsalltag, dass sie mehr arbeiten müssen, als im Arbeitsvertrag vorgesehen, so eines der Ergebnisse der Befragung von 1.000 Beschäftigten durch die Jobplattform Indeed. Bei 58 Prozent der Befragten wird am Arbeitsplatz unausgesprochen erwartet, dass sie mehr als vereinbart arbeiten.
44 Prozent der Befragten empfinden einen Gruppendruck, dass mehr Arbeit geleistet werden muss. Und dieser Druck wirkt: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer (65 Prozent) haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Überstunden ablehnen.
Bei 38 Prozent der Befragten geht die fordernde Atmosphäre am Arbeitsplatz so weit, dass sie das Gefühl haben, ein „Nein” werde als Arbeitsverweigerung aufgefasst. Nur jeder Sechste riskiert offen einen Streit, um sich gegen die Erwartung von zusätzlicher Arbeit zu wehren. 53 Prozent fügen sich ein – weil sie keinen Konflikt wollen (33 Prozent) oder Angst um ihren Job haben (20 Prozent). 13 Prozent sind wegen der Arbeitsüberlastung auf der Suche nach einem neuen Job. Direkte Bitten vom Arbeitgeber, mehr zu arbeiten, haben bei 51 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr zugenommen. Personalmangel (51 Prozent) und kranke Kollegen (49 Prozent) sind die häufigsten Gründe für Überstunden – bei einem Drittel der Befragten ist es das zu hohe Arbeitspensum. Nur elf Prozent müssen keine Mehrarbeit leisten.
Zum Schutz vor Überarbeitung machen 36 Prozent pünktlich Feierabend, 39 Prozent achten auf Pausen, 26 Prozent bringen nur so viel Einsatz wie unbedingt notwendig – „Quiet Quitting“ genannt. Diese Strategie verfolgen vor allem überarbeitete Angestellte (32 Prozent).