Intelligenter Portionierschneider

Rohconvenience ist die Spezialität der Trend Meal AG im hessischen Lich. Für Schnitt und Portionierung ihrer Produkte setzt das Unternehmen seit einigen Monaten unter anderem den Falcon von Treif ein. Betriebsleiter Volkmar Schaaf, Metzgermeister und Fleischtechniker, spricht im ’Fleischerei‘-Praxistest über seine Erfahrungen.

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    Der Falcon von Treif schneidet unter anderem Kotelettstränge in präzise Portionen.
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    Volkmar Schaaf, Betriebsleiter bei der Trend Meal AG, ist mit dem intelligenten Slicer mehr als zufrieden.
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    Der Portionierschneider ist bei Trend Meal mit dem optionalen Check-Weigher samt Sortierstation ausgestattet.
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    Zwei Scanner messen das Schneidgut aus und die Steuerung berechnet daraus die Dicke der gleichgewichtigen Scheiben.
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    Der Falcon schneidet exakt, auch unter Berück sichtigung des Knochengewichts und der Dichte des Produktes.

Intelligenter Portionierschneider

Von den in Lich beschäftigten 120 Mitarbeitern sind rund 100 mit Produktion, Verpackung und Kommissionierung betraut. Knapp ein Drittel des Umsatzes erzielt Trend Meal im Bereich Großverpflegung, die anderen zwei Drittel im Einzelhandel. „Die Ansprüche an uns sind hoch, auch was die gewichtsgenaue Lieferung angeht. Ein Kunde, der 180-Gramm-Portionen bestellt, ist nicht zufrieden, wenn vereinzelte 200-Gramm-Portionen dabei sind.“

Dass es solche Reklamationen nicht gibt, dazu leistet der Portionierschneider Falcon aus dem Hause Treif inzwischen einen wertvollen Beitrag. Seine Stärke liegt in einer intelligenten Elektronik, die, anders als bei vielen anderen Portionierern, Fleisch nicht einfach stur in immer gleich dicke Scheiben schneiden lässt, sondern dafür sorgt, dass jedes abgeschnittene Stück exakt das gleiche Gewicht hat. Wie das vonstatten geht, können wir vor Ort miterleben: Nachdem ein neuer Kotelettstrang eingelegt wurde, passiert für ein paar Sekunden augenscheinlich nichts. Ein Blick in die Schneidkammer belehrt uns jedoch eines Besseren: Lichtstrahlen bewegen sich von allen Seiten über das eingelegte Fleisch. „Zwei Scanner messen das Fleisch aus“, erklärt uns Schaaf, „und die Steuerung errechnet daraus, an welcher Stelle wie dick abgeschnitten werden muss, damit die Koteletts alle das gleiche, von uns vorgegebene Gewicht erreichen.“ Wie Schaaf weiter erklärt, kann der Falcon dabei die unterschiedliche Dichte verschiedener Produkte berücksichtigen und auch das Knochengewicht exakt in seine Berechnungen einkalkulieren. Die Rundumvermessung über 360 Grad ermöglicht die gewichtsgenaue Portionierung von Produkten in ihrer naturgewachsenen Form.

Gewichtsgenau trotz Toleranzen

Freilich treten beim Naturprodukt Fleisch mitunter Schwankungen in der Dichte auf, sodass einzelne Portionen trotz präziser Vermessung von den Vorgaben abweichen können. Deshalb ist der Falcon bei Trend Meal mit einer Einrichtung ausgestattet, die Schaaf für unverzichtbar hält, dem Check-Weigher samt Sortierstation. „Ohne das würde die ganze Anlage nur halb so viel Sinn machen“, zeigt sich Schaaf überzeugt. Auch die Sortierstation können wir im Einsatz erleben: Nachdem der Falcon ein Kotelett abgeschnitten hat, läuft es über das Sortierband, wo sein exaktes Gewicht bestimmt wird. Weicht das Gewicht zu stark von der Vorgabe ab, schnellt ein Schieber über das Band und wirft die fehlgewichtige Portion zur Seite aus.

Diese Sortiereinrichtung kann sogar noch mehr: Sie verfügt an jeder Seite über eine Auswurfstelle, sodass beispielsweise übergewichtige Scheiben nach links ausgeworfen werden können, die anschließend auf das gewünschte Gewicht nachgearbeitet werden können, während zu leichte Portionen nach rechts ausgeworfen werden, um sie eventuell noch für andere Kundenaufträge verwenden zu können.

„Wenn zu viel aussortiert werden muss, rechnet der Falcon die Dichte neu aus“, erklärt Schaaf, „danach stimmt das Portionsgewicht dann wieder exakt.“ Die intelligente Sortiereinrichtung reduziert nicht verwendbare Portionen damit auf ein Minimum.

Programmierbare Steuerung

Trotz der sehr komplexen mathematischen und technischen Vorgänge rund um die gewichtsgenaue Portionierung ist der Falcon keine nur von absoluten Experten beherrschbare Maschine, wie Schaaf erklärt: „Die Einarbeitung ging ausgezeichnet vonstatten. Die Grundbedienung der Maschine ist sehr einfach und in ein paar Minuten gelernt.“ Über einen Touchscreen lassen sich alle Funktionen der Maschine abrufen und steuern. Die Programme für unterschiedliche Produkte und Portionsgewichte können die Mitarbeiter einfach per Fingerdruck abrufen, das zu portionierende Gut einlegen und die Portionierung starten, den Rest erledigt der Falcon. „Die Programmierung selbst ist natürlich etwas anspruchsvoller als die reine Bedienung“, erläutert Schaaf, „dazu muss man sich schon etwas näher mit der Maschine beschäftigen.“ Insgesamt können in der Steuerung bis zu 100 Programme hinterlegt werden, was auch in Fleisch verarbeitenden Unternehmen mit einer sehr breiten Produktpalette mehr als ausreichend sein dürfte. Vor allem nach der Neuanschaffung des Falcon, später nur noch, wenn zusätzliche Produkte verwendet oder andere Portionsgewichte erzielt werden sollen, ist es erforderlich, entsprechende Programme zu erfassen. Im Alltagsbetrieb ruft der Mitarbeiter ansonsten nur noch das jeweils erforderliche Programm ab. Dass dieser Mitarbeiter, ob nun aus Unkenntnis oder in voller Absicht, dabei ein Programm löscht oder dauerhaft verändert, verhindert ein durchdachtes Rechtemanagement. Benutzerrechte können dazu auf vier Ebenen in unterschiedlichem Umfang vergeben werden.

Die Steuerungselektronik ist auch in anderer Hinsicht nützlich. So erlauben Statistikprogramme eine mittelfristige Auswertung der Produktion und geben präzise Auskunft über den Anteil der fehlgewichtigen Packungen. Fehlermeldungen können auch nachträglich mit Datum und Uhrzeit abgerufen werden, wodurch sich etwaige Fehlerquellen schnell eingrenzen lassen. Und sogar eine Fernwartung der Maschine via Internet ist dank der intelligenten Steuerung realisierbar.

Sicher und ergonomisch

Als auffällig unauffällig erwies sich bei unserem Besuch der Geräuschpegel während der Verarbeitung. Selbst Unterhaltungen in gedämpfter Lautstärke wurden durch den flüsterleisen Portionierschneider nicht beeinträchtigt. „Man kann eigentlich sagen, der Falcon macht gar keine Geräusche“, lächelt Schaaf. Der Bediener kann sich ganz darauf konzentrieren, die fertigen Portionen vom Laufband zu nehmen.

Sicherheit ist bei der Bedienung stets gewährleistet. „Wenn ein Mitarbeiter die Sicherheitsvorkehrungen nicht gerade mutwillig umgeht, gibt es praktisch kein Verletzungsrisiko. Wenn die Klappe geschlossen ist, kann man nicht in den Schneidraum greifen, und wenn irgendwo eine Klappe geöffnet wird, schaltet ein Magnetschalter sofort das Messer ab. Die Sicherheit ist im Falcon optimal.“

Das Gleiche kann Schaaf auch von der Reinigung sagen: „Alle Flächen sind sehr gut zugänglich und teilweise auch hochdruckreinigerfest. Der Touchscreen eher nicht, aber da reicht es auch, ihn, wenn nötig, mit einem Lappen abzuwischen.“ Zur Reinigung kann die Schneidemaschine mit ein paar Handgriffen aufgeklappt werden, so dass alle Stellen, die mit dem geschnittenen Produkt in Berührung kommen, sich ohne Verrenkungen erreichen und mit fließendem Wasser reinigen lassen. Eine Reinigung mit fließendem Wasser verträgt übrigens auch der Scannerbereich.

Service und Wartung

Wartungsarbeiten erledigen die Mitarbeiter der Trend Meal AG überwiegend selbst, wie Schaaf berichtet. „Verschleißteile tauschen wir selbst aus, und das regelmäßige Abschmieren erledigen wir natürlich auch selbst. Bis jetzt funktioniert das sehr gut.“

Aber auch den Service der Kundendienstmitarbeiter von Treif schätzt Schaaf. „Bei Treif ist immer jemand für uns da. Ein Beispiel: Wir brauchten am Anfang bei einer Gelegenheit Hilfe bei der Nachprogrammierung. Das war eigentlich nicht so eilig, und der zuständige Monteur von Treif hielt sich zu diesem Zeitpunkt auch gerade in Berlin auf. Der kam dann direkt aus Berlin hierher und half uns.“ Auch dem Service gibt Schaaf die Bestnote.

Der Portionierschneider Falcon von Treif erleichtert der Trend Meal AG die Aufgabe, Fleisch gewichtsgenau mit geringsten Toleranzen zu portionieren. Die durchdachte Steuerung, die das Ergebnis in Kombination mit dem Check-Weigher und der Sortierung optimiert, eine sichere Handhabung und eine einfache Reinigung sowie der hervorragende Service des Herstellers sind aus Sicht von Betriebsleiter Volkmar Schaaf die wichtigsten Pluspunkte der Maschine. Für Trend Meal hat sich die Anschaffung bezahlt gemacht, ist er sicher.Dirk Bongardt