Perfekte Hygiene im Betrieb bleibt für Fleischereibetriebe das oberste Gebot, um hochwertige, gesunde Produkte herzustellen. Unerlässlich im Kampf gegen Schmutz und Keime in der Verarbeitungskette ist ein High-Tech-Equipment, das Techniken von Dampfreinigung über Händedesinfektion bis UV-C und Nasssaugen kombiniert.
Ob in Anlieferung, Produktion oder Verkauf: Die EU-Hygieneverordnung setzt den Rahmen für verpflichtende HACCP-Konzepte, die die Lebensmittelaufsicht regelmäßig kontrolliert. Das System muss komplex sein – an Hygieneschleusen vor dem Eingang zur Wurstküche desinfizieren Mitarbeiter ihre Hände und reinigen ihre Stiefel, die Rollen von Hub- und Transportwagen werden automatisch beim Überfahren von Reinigungsmodulen gesäubert. Waschanlagen sorgen für die Hygiene und Sauberkeit von Kisten, Messern und Zubehör, kontaktlose Handreinigungsbecken für den Sozial- und Kundenbereich ergänzen die Hygiene beim Personal.
Mit UVC-Entkeimungsgeräten lassen sich nicht nur die Raumluft von Viren, die Reiferäume und Transportbänder von Schimmel- oder Hefesporen reinhalten. Kaltvernebelte Biozide oder Naturstoffe können Raumluft und Oberflächen ebenso sterilisierten wie Ozon das Wasser für Eiserzeuger. Und in der regelmäßigen Säuberung von Geräten, Böden und Arbeitsflächen können neben modernen Nass- und Trockensaugern auch chemiefrei arbeitende Schaum-, Hochdruck- und Dampfreiniger zum Einsatz kommen. Sich selbst reinigende Maschinen schaffen etwas Entlastung in diesem Hygiene-Mosaik.
Betriebsinhaber sollten bei der Wahl der notwendigen Reinigungsgeräte und -mittel ihre Produktions-/Verkaufsfläche ebenso wie die unterschiedlichen Anforderungen für Lager, Küche, Arbeits- oder Aufenthaltsräume sowie die Mitarbeiterzahl berücksichtigen.
Die Fleischerei stellt nachfolgend mehrere innovative Lösungen vor, die dabei helfen können, die Hygiene im Betrieb nachhaltig zu verbessern.
Zubehör für Hygiene beim Füllen

Handtmann, Biberach, bietet mit dem neuen Reinigungsschlauch ein praktisches Zubehör zur Nassreinigung von Trichter und Flügelzellenförderwerk der VF 800-Vakuumfüller. Der Reinigungsprozess kann direkt an der Maschine vor Ort stattfinden. Vorteil: Der Füller muss nicht aus der Produktion herausgenommen und in eine Nasszelle gebracht werden. Das spart Aufwand und Zeit. Auch in empfindlichen Produktionen ist so eine Nassreinigung bei absolut trockener Produktionsumgebung möglich.
Produktvielfalt und kleine Chargen bringen häufige Produktwechsel mit sich. Unterschiedliche Ausgangsmassen und kleine Restbestände in Trichter und Förderwerk beeinträchtigen die Sortenreinheit. Der Reinigungsschlauch sorgt für Abhilfe. Er wird per Schnellverschluss an den Auslauf des VF 800 Vakuumfüllers angeschlossen. Der Rohrbogen wird per Klemmung an der Trichteroberkante angebracht. Dadurch kann das Spülwasser im geschlossenen Kreis gepumpt werden. Grobe Verschmutzungen lösen sich. Nach der gewünschten Spüldauer wird der Rohrbogen vom Trichter abgenommen, so dass sich das Spülwasser über den Schlauch mit Rohrbogen gezielt in ein Behältnis oder in einen Abfluss ableiten lässt. Das verhindert, dass Reinigungswasser und Produktreste auf den Boden oder in die Produktionsumgebung gelangen.
Handwaschbecken im Baukastensystem
Mohn, Meinerzhagen, liefert mit rostfreien Edelstahl-Hygienewänden eine zuverlässige Lösung zur Einhaltung strenger Hygieneanforderungen.
Das Sortiment umfasst wandhängende Stationen sowie solche mit Standgestell, um den individuellen Bedürfnissen verschiedener Betriebe Rechnung zu tragen. So gelingt eine reibungslose Integration in bestehende Arbeitsbereiche.
Die Standard-Hygienewände bieten berührungslos zu bedienende Einrichtungen wie Handwaschbecken, Seifen- und Desinfektionsmittelspender sowie Händetrocknung. Darüber hinaus gibt es Hygienewände mit integrierten Sohlenreinigungsmaschinen und diverse Spendersysteme für Einwegbekleidung (Haarnetze, Bartschutz, Mundschutz, Handschuhe). Die Rückwände sind individuell gestaltbar.
Die Produkte bestehen aus langlebigem Edelstahl und sind widerstandsfähig gegen Vandalismus. Das unterstützt eine langfristige Nutzung und stellt sicher, dass die Hygienestandards auch unter anspruchsvollen Bedingungen eingehalten werden können.
Zuverlässige Anlagen für Kisten, Paletten oder Dosen
Kitzinger Maschinenbau, Flensburg-Handewitt, achtet bei der Herstellung der Waschanlagen auf Ressourcenschonung und geringe Betriebskosten.
Die doppelwandige Fertigung der Maschinen reduziert den Heizenergiebedarf, die Mehrtanktechnik vermindert den Frischwasser- und Chemieverbrauch. IE3 Motoren und ein Frequenzumrichter halten den elektrischen Energieaufwand gering.
Das umfangreiche Lieferprogramm deckt unterschiedliche Bedürfnisse ab, egal ob es sich um Maschinen zur Reinigung von Kisten, Fleischformen, Paletten, Paloxen, Dosen, Meng- oder Rauchwagen handelt.
Design unterstützt den Reinigungsprozess

Die automatische Entschwartungsmaschine A-Skin von Marel, Osnabrück, kombiniert die jahrzehntelange Erfahrung von Maja und Townsend. Das spezielle Design der falt- und schwenkbaren Zu- und Abführbänder und die Reinigungsstellung erleichtern das Reinigen der Maschine. Die Bänder sind frei zugänglich und verbleiben an der Maschine. Das Ergebnis: Weniger Personalkosten, reduzierter Stillstand, weniger Verletzungsgefahr.
Die in-house hergestellten Hygiene-Gattersätze der Würfelschneider von Treif, Oberlahr, sind sogar durch Auskochen desinfizierbar. Optionale Auffangvorrichtungen verhindern, dass Schneidreste in die Endprodukte gelangen. Doppeldichtungen an den Gattersätzen und dem Hygienezylinder schützen Rohmaterial und Endprodukte vor Verunreinigungen durch Hydrauliköl, Fremdkörper und Feuchtigkeit.
Dank des patentierten Selbstreinigungssystems Maja SCS lässt sich der Scherbeneiserzeuger ohne zusätzlichen Arbeits- und Personalaufwand regelmäßig reinigen. Der Vorgang lässt sich manuell oder automatisch über das programmierbare Bedienfeld (Optional) starten.
Alle mit Wasser in Berührung kommenden Teile der Maschine werden mit einem Wasser-Reiniger-Gemisch gespült. Reinigung, Bakterienreduzierung und Entkalkung erfolgt in einem Arbeitsgang.
Keimfrei durch 3D-Vernebelung
Das Desinfektionsmittel ValloFog von Vallovapor, Berlin, desinfiziert Raumluft und Oberflächen mittels einer 3D-Vernebelung. Ein Vernebelungsgerät bringt den Wirkstoff in feinsten Tröpfchen in die Raumluft. Der Nebel benetzt alle Oberflächen und das Biozid überzieht Decken, Wände, Geräte, Lüftungsrohre, Lüftungskanäle, Klimaanlagen oder Wärmetauscher. Laut Vallovapor erfasst diese Methode alles zu 100 Prozent, da der Nebel nicht sofort absinkt, sondern im Raum verbleibt. Nach der Vernebelung bleibt der Nebel für ein bis zwei Stunden im Raum stehen. Danach wird gelüftet.
Mit dem Desinfektionsmittel ValloFog bleibt ein dünner, nicht sichtbarer Film auf den Oberflächen haften. Dieser Effekt erzeugt eine keimfreie Oberfläche. Pilzsporen, Bakterien, Viren oder andere Mikroorganismen, die mit dem Film in Berührung kommen, sterben ab. Das als nicht gefährlich eingestufte Biozid bildet keine Resistenzen.
Die Dauer der Vernebelung richtet sich nach den Anforderungen des Betriebes, die Zeitfenster der Produktionspausen werden berücksichtigt.
Die Spezialbeschichtung ValloRid ergänzt die Vernebelung. Die Wirkungsweise ist physikalisch und reduziert die Feuchtigkeit auf den behandelten Oberflächen. Das kann für produzierende Unternehmen eine kostengünstige Alternative zu Sanierung oder Rückbau sein.


