Das sensible Lebensmittel Fleisch auf der „letzten Meile“ frisch zu halten, ist für verarbeitende Betriebe eine wichtige Aufgabe. Ob beim Transport vom Schlachthof, zur Filiale oder zum Kunden: Speziell angepasste Kühl- und Verkaufsfahrzeuge stellen dabei die Kühlkette sicher – im E-Zeitalter sogar schon komplett abgasfrei.
Weil Lebensmittelsicherheit bei den Überwachungsbehörden großgeschrieben wird, sind moderne Lieferfahrzeuge mit viel Hightech unterwegs: Temperatursensoren lassen sich per Bluetooth überwachen, unterteilte Temperaturbereiche für Tiefkühlware, Frischfleisch oder warme Cateringlieferungen digital steuern. Elektrische Basisfahrzeuge und Akku-Kühlanlagen sorgen mit autarker Stromversorgung und eigenem Batterielademanagement gerade auf Kurzstrecken für Treibstoffeinsparung und einen „grüneren“ Fußabdruck.
Ob Ausbau eines Standard-Fahrzeugmodells, Aufbau, Koffer, Container oder Anhänger – bei der Wahl entscheiden in der Regel der Beladungs- und Transportbedarf des Betriebes und die nötige Temperaturvarianz. Vieles ist technisch möglich und individuell konfigurierbar: Rohrbahnen zum Hängendtransport von Schweinehälften oder Rindervierteln können ebenso integriert sein wie verschiebbare Trennwände. Wie viele E2-Kisten, Paletten oder Rollwägen sollen passgenau untergebracht werden? Ist ein Auslaufschutz gewünscht? Zu beachten sind auch Faktoren wie Kühlraumgröße und zulässige Nutzlast, Dicke und Material der Isolierschicht und die richtige Anfahrhöhe zum Betriebsgebäude. Wichtig im täglichen mobilen Einsatz sind eine einfache Ladungssicherung und Reinigung. Betriebsinhaber sollten die eigenen Ansprüche checken und infrage kommende Fahrzeuge bei Probefahrten und Lade-Tests auf ihre Praxistauglichkeit hin prüfen.
Die Fleischerei stellt nachfolgend branchenspezifische Kühlfahrzeug-Lösungen vor, die Betrieben dabei helfen können, den für sie optimalen Fuhrpark aufzubauen bzw. ihre Transportlogistik effizienter zu machen.
Coole Anhänger

Den Kofferanhänger AZK von wm meyer, Werneck, gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen (von 1.300 kg bis 3.500 kg) und unterschiedlichen Abmessungen. Es gibt ihn wahlweise mit 60 oder 100 mm starken Wänden, Dächern und Böden. In stärkerer Ausführung und mit der Kühlmaschine WMK 6 sind Innentemperaturen von bis zu –18 Grad Celsius möglich. Die Sandwichpolyesterwände gewährleisten eine hohe Nutzlast und wirken der Kondenswasserbildung entgegen. Für gut gekühlte Ware sorgen kältebrückenfreie Aluminiumprofile und Gummidichtungen. Der Heckrahmen aus Edelstahl (V2A) garantiert Stabilität.
Gegen Aufpreis lässt sich der AZK mit zwei Rohrbahnen (für den Transport kompletter Schweinehälften) ausrüsten. Dann wird der Anhänger mit einer serienmäßigen Innenhöhe von 2,20 m ausgeliefert.
Schon länger im Programm ist der Kofferanhänger AZKHLC, den es als Kühl- und Tiefkühlfahrzeug gibt. Er unterscheidet sich vom AZK vor allem dadurch, dass er mit einer Innenlänge von bis zu 4,48 m und einer Innenbreite von 2,03 m verfügbar ist. Die Ladefläche liegt komplett über den Reifen, so ist fast die gesamte Anhängerbreite nutzbar.
Zum Programm des Familienunternehmens zählen auch der Einsteigerkühlanhänger AZKF sowie eine Auswahl an Verkaufsanhängern etwa mit Kühltheke für die mobile Fleischvermarktung.
Individualität und E-Mobilität

Winter Kühlfahrzeuge, Eichenzell, ist seit über drei Jahrzehnten Ansprechpartner, wenn es um hygienische Fahrzeugausbauten für den temperaturgeführten Transport geht. Die Ausbausysteme werden im eigenen Werk nach aktuellen Qualitätsanforderungen entwickelt, designt, produziert und montiert. Die Innenauskleidungen bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).
Durch vielfältige Sonderausbauten und ein umfangreiches Angebot an branchenspezifischen Zubehör kann der Laderaum ganz nach Kundenwunsch konfiguriert werden.
Möglich sind verschieb-/herausnehmbare oder fest montierte Iso-Trennwände oder der Einbau von Mehrkammersystemen. Ideal für den gleichzeitigen Transport von Waren mit unterschiedlichen Temperaturanforderungen oder die parallele Beförderung von gekühlten und erwärmten Produkten. Für mehr Flexibilität in Laderaum sorgt der höhenverstellbare Zwischenboden oder für kleinere Laderäume der Zwischenboden mit Profilsystem zur optimalen Luftzirkulation. Weitere Ausstattungen wie Fleischgehänge, Bodenvarianten oder Auslaufschutz sind ebenfalls möglich.
Winter setzt auch im Bereich der E-Mobilität auf Flexibilität. So kann der Kunde, je nach Einsatzzweck, auch das passende Batteriepackage wählen. Ein batterieelektrischer Kühltransporter mit autark und elektrisch betriebenem Kühlsystem eignet sich vor allem für den emissionsfreien Verteilerverkehr in der Innenstadt. Mit sogenannten Pufferbatterien versorgt das Kühlaggregat die empfindliche Ware zu jeder Zeit mit der richtigen Temperatur, auch bei Stopps zum Be- und Entladen. Dabei arbeitet das Kühlsystem autark und wirkt sich nicht auf Fahrleistung und Reichweite aus.
Der schnelle Weg zum Kühltransporter

Kiesling Kühlfahrzeuge, Dornstadt-Tomerdingen, hat auf lange Lieferzeiten und fehlende Verfügbarkeiten reagiert. Der neue Service des Unternehmens setzt auf vordisponierte, kurzfristig verfügbare Fahrgestelle, die der Kunde im Konfigurator selbst komplettieren kann.
Hier erhält der Kunde mit wenigen Klicks ein Angebot für ein neues Komplettfahrzeug (Mercedes-Benz Sprinter, Iveco Daily, Fiat Ducato, Renault Master), inklusive der möglichen Lieferzeit.
Auf Abruf heißt, die Fahrgestelle sind im Vorlauf oder bereits angeliefert. Die Produktion des Aufbaus beginnt erst, wenn der Kunde das Fahrzeug bestellt. So sind für alle Temperaturbereiche individuelle Fahrzeuge verfügbar.
Der klassische Kühltransporter für bis zu 200 E2-Kisten oder fünf Europaletten ist für alle Fahrgestelle im Konfigurator passend. Der Aufbau ist ohne Radkästen, der Anbau einer Ladebordwand oder der Einbau von Trennwänden ist jederzeit möglich.
Die Runner bieten je nach Ausführung Platz für sieben bis elf Rollcontainer. Dank niedriger Ladekante können die Fahrzeuge auch über eine ausziehbare Rampe beladen werden.
Der neue Eco Speeder überzeugt laut Kiesling durch kompakte Abmessungen und Wirtschaftlichkeit. Im Laderaum sind die Radkästen so angeordnet, dass bis zu 196 Eurokisten Platz finden. Die Ladehöhe von 660 mm erleichtert das Laden über den breiten Aufstiegstritt. Als Zubehör wird eine Klapprampe angeboten. Die hochwertige Ausstattung mit Alu-Bodenwanne sorgt für langfristige Hygiene.
Neue Marke für E-Kühlung

Die elektrische Kühlung hat gegenüber konventionellen Systemen einige Vorteile: Eine akkubetriebene Kühlung kann über Nacht aufgeladen werden. Das Fahrzeug ist auf Zieltemperatur, betriebsbereit und der Batteriepuffer der Kühlung ist voll, wenn der Fahrer morgens startet. Bei Lieferstopps kann der Motor des Fahrzeugs ohne Bedenken ausgeschaltet werden. Eine Akku-gestützte elektrische Kühlung hält die Innenraum-Temperatur auch auf Kurzstrecken mit viel Stop-and-go-Verkehr stabil. Der Elektrobetrieb schont die Umwelt und Ressourcen. Die neu entwickelten Transportkühlanlagen reduzieren erheblich die Gesamtkosten und sind nahezu wartungsfrei.
Mit der neu gegründeten Marke Preciso bewirbt Mitsubishi Thermal Transport Europe (MTTE), Osnabrück, gleich eine ganze Gruppe von elektrischen Kühlungen. Von der bereits erprobten TE30 für die letzte Meile bis hin zu ganz neuen Modellen wie der kompakten TEK-Serie oder der TEJ-Serie für größere LKW. Sogar eine elektrische Unterflurkühlung befindet sich in der Entwicklung. Die verwendeten Bauteile haben sich bereits in anderen Bereichen wie Klimaanlagen oder Seecontainerkühlungen bewährt. Mitsubishi gewährt eine 5-Jahres-Garantie auf alle Transportkühlanlagen der Preciso-Serie.