Mit ihrem Party-Haus in Reddelich an der Ostsee will Antje Hackendahl ihren Kunden immer nur das Beste bieten. Das Haus überzeugt mit Festtafeln, die mit einer Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten über-raschen, und mit einem aufmerksamen Service. Hier können die Gäste ihre Seele baumeln lassen.
Feiern im Party-Haus
Dem Partyservice von Antje Hackendahl steht wieder ein großes Fest ins Haus. Lang wird die Partynacht. Denn an diesem Samstag wird ein Doppel-Geburtstag gefeiert. Die Gastgeberin Bärbel Ebeling hat Verwandte und Freunde zu ihrem 50sten ins Party-Haus eingeladen. Um Mitternacht feiert man in den 24. Geburtstag von Tochter Belinda hinein. Mit von der Partie ist auch Belindas kleiner Sohn, der 14 Monate alte Felix. Die guten Feen des Services fahren auf einem mit weißem Linnen bedeckten Tisch eine köstliche Geburtstagstorte mit sprühenden Wunderkerzen in den Saal und wünschen den beiden Geburtstagskindern von ganzem Herzen viel Glück. Für Belinda wird es ein verheißungsvolles Lebensjahr, in dem sie ihre Ausbildung als Hotelfachfrau abschließt. In der Urlauberregion an der Küste sieht sie in diesem Beruf eine sichere Zukunft.
Start im Gemeindehaus
Im Jahre 2006 eröffnete Antje Hackendahl das Party-Haus in dem kleinen Dorf Reddelich. Zunächst hatte sie das Gemeindehaus nur gemietet, um zu testen, ob das Projekt funktioniert. Als klar war, dass die Idee aufgeht, erwarb sie 2008 das Gebäude mit Hilfe eines Bankdarlehens. Jetzt konnte sie in die Sanierung des recht verschlissenen Hauses investieren. Von einem frischen Außenanstrich über die gesamte Elektrik bis zu neuen Fenstern gab und gibt es viel zu tun. Neu gestaltet wurde der Festsaal für 90 bis 100 Gäste. Der neue Kaminofen verbreitet eine gemütliche Atmosphäre. Ein kleines Gastzimmer neben der Bar wurde umfunktioniert zu einem separaten Raum mit viel Platz für das Buffet. Aufwändig war die Einrichtung der Küche. Ausgestattet wurde sie mit einer geräumigen Gefrier- und Kühlzelle, einer Kochstrecke mit Herd und Kombidämpfer, großen Arbeitsflächen sowie mit Regalen und Schubfächern, in denen die notwendigen Arbeitsmittel nach einem geschickten System griffbereit untergebracht sind.
Demnächst soll der Eingang von der Rück- auf die Vorderseite des Gebäudes verlegt werden. Dann können die Gäste auf einem bequemen Weg über die neue zweite Terrasse direkt in den Saal gehen. Entstehen soll hier ein Vorbau, wo die Gäste empfangen werden und die Garderobe abgeben. Aber alles geht natürlich nur nach und nach, sobald das Party-Haus das nötige Geld einbringt. Antje Hackendahl achtet streng auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte.
Party nach Kundenwunsch
Längst hat sich im Bäderdreieck Bad Doberan-Heiligendamm-Kühlungsborn herumgesprochen, wie schön sich im Party-Haus feiern lässt. Viele Kunden schwärmen: „Wir brauchten uns um nichts zu kümmern. Vom leckeren Essen bis zur charmanten Bedienung wurden uns alle Wünsche erfüllt.“ Kein Wunder, dass manche Termine bereits ein Jahr im Voraus vorgemerkt sind. Die Anlässe reichen von Geburtstagen und Hochzeiten über Weihnachtsfeiern, Firmenfeste, Jugendweihen und Konfirmationen bis zu Vereinsfeten oder Einschulungen der Erstklässler. Verlockend sind auch die Partys unter einen bestimmten Motto wie Feiern in historischem Stil der 60er Jahre, ein zünftiges Schlachtefest oder ein orientalischer Abend mit Bauchtanzgruppe und bengalischer Beleuchtung. Wenn auch in Mecklenburg-Vorpommern bekanntlich die Löhne am niedrigsten, die Arbeitslosigkeit am höchsten und die Kaufkraft am geringsten von ganz Deutschland ist, zu besonderen Ereignissen leisten sich die Menschen trotzdem etwas Besonderes. Die Mecklenburger, die man fälschlicherweise als „sture Fischköppe“ einschätzt, lieben gemütlich-heitere Feste.
Eine gelungene Party steht und fällt nicht alleine mit gutem Essen, sondern auch mit einem umfangreichen Fullservice. Und der beginnt bereits bei der Beratung. „Die Kunden erhalten eine Liste, auf der alles überschaubar in Einzelpreisen aufgeführt ist - die Saalmiete, das Service-Personal, das Eindecken der Tische, die Zapfanlage, die Musikanlage und die Endreinigung. Inklusive des kompletten Buffets beläuft sich der Endpreis für den Kunden in der Regel zwischen 24,00 und 28,00 Euro pro Person, ohne Getränke. Rund 90 Prozent der Kunden besorgen sich die Getränke selbst. Das hat den Vorteil, dass der Ausschank, im Gegensatz zu einer Party im Restaurant, hier umsatzunabhängig ist. Bei uns läuft kein Kellner herum, der den Gästen unbedingt Getränke aufschwatzen muss“, erklärt Antje Hackendahl. „Mit meiner Kalkulation bewege ich mich auf einer Preisschiene, bei der sich das Buffet mit Suppe, Hauptgerichten und Nachspeisen gut variieren lässt. Mit den Kunden bespreche ich die verschiedenen Buffetvorschläge bis ins kleinste Detail. Wenn der Kunde allerdings ganz ausgewählte Sachen wünscht, wie viel Kaviar, Krabben, Lachs oder ausschließlich Bio-Produkte, das stellt sich natürlich im Endpreis teurer dar. Aber wie auch immer, am Schluss muss der Preis für den Kunden passen und den halte ich ein. Besprochen wird auch das Verschicken von Einladungskarten, das Eindecken der Tische, der Blumenschmuck, welche Farbe die Decken und Servietten haben sollen. Es sind die Kleinigkeiten, die dem Kunden unsere ungeteilte Aufmerksamkeit signalisieren. Man muss auf die Zwischentöne achten und feinfühlig auch die stillen Wünsche heraushören.“
Raffinierte Schmankerl
Partyservice verlangt Kreativität. Wissbegierig ist Antje Hackendahl immer auf der Suche nach tollen Anregungen aus Büchern, Zeitschriften und in Seminaren der Fleischerschule. Aber nichts geht übers Probieren und Experimentieren. Dabei hat sie mit Elke Bliefert eine begeisterte Mitstreiterin an der Seite. Seit ihrem 16 Lebensjahr war die Frührentnerin in der Fleischerbranche tätig. Als Teilzeitkraft bringt sie einen reichen Erfahrungsschatz mit ein. Oft stehen die beiden Frauen gemeinsam in der Partyküche und knobeln ungewöhnliche Kreationen aus. Gegenseitig wird verkostet, wie es schmeckt. Sind sie sich uneinig, holt man auch mal die Meinung der Kunden ein.
„Unsere Kunden bevorzugen fantasievolle gute Hausmannskost“, sagt Antje Hackendahl. „Aber Fantasie bedeutet nicht, dass wir auf dem Teller blütenbekränzte Häppchen malerisch gestalten und der Gast bleibt hungrig. Wir bevorzugen den Boden des Natürlichen. Unsere Buffets kreieren wir als vielseitiges kulinarisches Gesamtkunstwerk delikater Vorspeisen, appetitlicher Suppen, leckerer Fleischgerichte und köstlicher Desserts. Bei uns bekommt der Gast etwas zwischen die Zähne. Im Sommer verarbeiten wir viel frisches Obst, Gemüse und Salat, möglichst aus der Region. Neben dem Party-Haus haben wir einen Kräutergarten angelegt, wo Petersilie, Schnittlauch, Dill, Basilikum oder Bärlauch zum Würzen und Garnieren gedeihen. Im Winter liefert uns ein Spezialhändler in der Region gute Tiefkühlware. Gar nicht verwenden wir Dosenware. Im Trend liegt die feine Küche. Alles wird einzeln angerichtet. Die Desserts, diversen Salate, Obstcocktails, gefüllten Tomaten oder Eier werden in kleinen Portionsschälchen und Gläsern präsentiert. Appetitanregend lässt sich das auf dem Buffet schön dekorieren. Die Gäste kosten und genießen gerne öfter immer wieder etwas anderes.“
Für die heutige Party haben die beiden Expertinnen viel vorzubereiten. Mit konzentrierter Ruhe gehen sie es an. Partyfrikadellen sind zu brutzeln. Rahmchampignons köcheln im Topf. Auch eine Gemüseplatte mit Schwarzwurzeln, Möhren, Schoten, Erbsen und brauner Butter ist vorzubereiten. Käsevariationen werden auf Platten dekoriert. Feiner Schichtsalat mit Kochschinken, Mais, Porree, Sellerie und Ananas ist anzurichten. Für die Fischplatte liefert ein Fischer aus Kühlungsborn am frühen Nachmittag ganz frisch geräucherten Heilbutt, Schillerlocken, Makrelenfilet, Rollmops, Butterfisch und verschiedene Sorten Lachs. Gefüllte Eier, mit Geflügelsalat gefüllte Pfirsichhälften und Fruchtcocktails dürfen auch nicht auf der Festtafel fehlen. Raffinierte Schmankerl sind die Desserts wie Quark-Sahne-Cocktail mit Früchten, süße Vanille- und Schokoschlemmereien. „Unsere Arrangements haben ihre eigene Note“, unterstreicht Elke Bliefert. „Wir stellen alles selbst frisch her. Da ist nichts Gekünsteltes. Alles ist per Hand mit Sorgfalt und Liebe gemacht. Das ist unser Markenzeichen. Wir haben den Ehrgeiz, aus jedem Produkt ein kleines Highlight zu machen.“
Die Qualität muss stimmen
Von großem kulinarischem Gewinn für das Party-Haus und seine Gäste sind die Lieferungen der Fleischerei von Axel Hackendahl, deren Erzeugnisse in der Region gefragt sind. Unter dem Sortiment von mehr als 60 verschiedenen Wurst- und Schinkenprodukten hat das Party-Haus die Qual der Wahl. Das ist ein Trumpf gegenüber der Konkurrenz. In enger Partnerschaft bezieht das Party-Haus nach guter Handwerkstradition individuell erzeugte Produkte aus erster Hand. Neben der Qualität ist auch immer der Preis interessant - beides stimmt für das Party-Haus. Die Fleischerei hat in diesem Part die Aufgabe, die Braten zu produzieren. Der Fleischermeister bezieht die Schweinehälften und Rinderviertel direkt vom Schlachthof und zerlegt sie selbst. Das Party-Haus sucht sich das beste Fleisch aus, denn nicht jedes Stück eignet sich als Braten.
Unter den Köstlichkeiten bereitet der Fleischermeister für das heutige Fest den Plaumenaugust vor: Die typisch mecklenburgische Spezialität ist eine mit Äpfeln und Backpflaumen gefüllte Schweinefleischrolle. Sehr begehrt unter den Kunden ist auch der Hackendahlsche Krustenbraten. Das Fleisch zergeht auf der Zunge und die Kruste ist lecker kross. Zu den Bratenvariationen gehören auch Schweinefiletspitzen und Kasselerlachsbraten. Ein Hochgenuss ist der butterweiche Rinderbraten im eigenen Fond, der mit Wildpreiselbeeren gereicht wird. „Braten kann man mit vielen Gewürzen überschütten. Aber dann schmecken sie nach allem Möglichen. Ich verwende Gewürze mit Bedacht. Für mich muss es richtig nach Fleisch schmecken. Der Braten soll den Geschmack des Ursprungs bewahren“, betont Axel Hackendahl. „Wir haben hier in der Fleischerei drei Kombidämpfer. So können wir flexibel variieren. Denn jeder Braten muss individuell behandelt werden. Der eine wird mit mehr, der andere mit weniger Feuchtigkeit gefahren. Unterschiedlich sind auch die Temperaturen. Kurz bevor die Braten ins Party-Haus ausgeliefert werden, erhalten sie ihren appetitlichen knusprigen Abschluss. So pflegt jedes Unternehmen seine ureigenen Rezepturen und Zubereitungen. Hier in der Urlauberregion an der Ostseeküste gibt es viele Gastronomen, die alle Partyservice anbieten. Um immer wieder Kunden anzulocken, muss man ihnen Lukratives offerieren, das sich herumspricht. Gegen die große Konkurrenz kann man sich nur mit Qualität durchsetzen.“
Zufriedene Gastgeberin
Bevor die Gäste eintreffen, kommt in der Partyküche ein bisschen Nervosität auf. Wird alles klappen? Werden die Gäste zufrieden sein? Jede Party ist anders und jede fordert heraus. Das ist gut so. Denn die Arbeit soll nicht nach Standard laufen oder zur Gewohnheit werden. Dann ginge der beflügelnde Elan verloren. Zum Abend kommen noch vier Teilzeitkräfte für die Bedienung. Es wird eine lange Nacht. Darauf sind sie eingestimmt. Beim Sektempfang zum Doppel-Geburtstag ist ein erstes Echo guter Laune unter den eintreffenden Gästen zu hören. Dieses Fest gestaltet sich fast zum Selbstläufer, bei dem alle Spaß haben.
„Das Party-Haus habe ich für mein Geburtstagsfest ausgewählt, weil wir bereits vor vier Jahren hier den Geburtstag meines Mannes gefeiert haben. Daher ist uns die ansprechende Atmosphäre des Hauses bekannt“, erzählt Bärbel Ebeling, die als Sachbearbeiterin in der Kreisverwaltung Bad Doberan tätig ist. „Es ist urgemütlich hier, nichts von steifer Vornehmheit. Heute haben wir ein großes Menü mit Suppe, verschiedenen Fleischgerichten und allerlei leckeren Kleinigkeiten bestellt. Schön sind die kleinen Portionsschalen mit den vielen Verlockungen. Da findet jeder etwas. Meine Gäste greifen immer wieder zu. Alles schmeckt außergewöhnlich gut. Der Service ist sehr aufmerksam. Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein gelungenes Geburstagsessen. Die Vielfalt und wie man das auf dem Bufett präsentiert, das macht es üppig und ich fühle mich dabei als Gastgeberin sehr gut.“
Das Party-Haus ist recht gut ausgelastet. Meist ist jede Woche ein Fest gebucht und manchmal sind es auch drei. Das Unternehmen trägt sich selbst. Die laufenden Kosten und die Löhne für die Mitarbeiterinnen werden abgedeckt. Allerdings arbeitet es zurzeit definitiv noch ohne Gewinn. Was an Überschuss erwirtschaftet wird, investiert Antje Hackendahl konsequent in die weitere Sanierung des Gebäudes. Ein einladendes Haus mit anheimelndem Ambiente hat sie aus dem Gemeindehaus gezaubert. „Die Leute kommen nicht nur her, weil die Wurstplatte gut aussieht“, meint die Geschäftsführerin. „Es ist das Gesamtkonzept vom guten Essen bis zur persönlichen, familiären Atmosphäre. In einem natürlichen, schönen Umfeld sollen die Gäste entspannen und sich einfach einmal fallen lassen. Sie können darauf vertrauen, dass wir ihnen mit Fingerspitzengefühl alle Bedürfnisse und Wünsche von den Augen ablesen. Wir stellen uns selbst immer wieder in Frage, analysieren bereits Vollbrachtes und fahnden nach neuem Außergewöhnlichen. Bisher ist noch immer alles geglückt. Aber es gibt nichts, was man nicht noch besser machen kann. Da sind wir rastlos.“
Marlies Dieckmann