Eifel – Deftiges vom Schwein

Die Eifel ist mit ihren weitläufigen Naturparks und ihrer einzigartigen Vulkanlandschaft besonders bei Wanderern beliebt. In der regionalen Küche stehen deftige Rezepte rund um Schwein und Schinken im Mittelpunkt, die sich ideal in einer gezielten Verkaufsförderungsaktion im Fleischer-Fachgeschäft bewerben lassen.

  • Bild 1 von 4
    © Thomas Steinmetz
    Jährlich werden bei der Säubrennerkirmes auf dem Marktplatz in Wittlich über 100 Säue am Spieß geröstet und verzehrt.
  • Bild 2 von 4
    © Archiv der Eifel Tourismus GmbH
    Ein Spaziergang durch das idyllische Eifel-Städtchen Monschau lohnt sich nicht nur wegen der Fachwerkhäuser.
  • Bild 3 von 4
    © Eifel Premium Schinken GmbH
    Der „Eifel Premium Schinken“ wird nach strengen Qualitätskriterien hergestellt und erfreut sich großer Beliebtheit.
  • Bild 4 von 4
    © Archiv der Eifel Tourismus GmbH
    Die längst erloschenen Vulkane haben in der Eifel eine einzigartige Landschaft mit Kraterseen und Maaren geschaffen.

Eifel – Deftiges vom Schwein

Die Eifel erstreckt sich im äußersten Westen Deutschlands bis hinein nach Luxemburg und Belgien. Hügel, dichte Wälder, erloschene Vulkane, Seen, Burgruinen und Römervillen erzählen die jahrtausendealte Geschichte der Mittelgebirgslandschaft zwischen Rhein und Mosel, Sauer und Rur. Einst ein dünn besiedelter Landstrich hat sich die Eifel zu einer beliebten Urlaubsregion gemausert – und das nicht nur für gestresste Wochenendausflügler aus den umliegenden Städten Köln, Bonn, Koblenz, Trier und Aachen. Die beiden Naturparks im Norden und Süden der Eifel sowie der 110 Quadratkilometer große Nationalpark Eifel laden vor allem Wanderer, Naturliebhaber und Erholungssuchende ein, aber auch Golfer, Radfahrer und Motorsportfans (Nürburgring) kommen in der Eifel auf ihre Kosten.

Die Region hat sich aber ihren ursprünglichen Charme bewahrt – auch in kulinarischer Hinsicht. Neben den über die Grenzen hinaus bekannten Bier- und Mineralwassermarken ist auch die deftige Küche der Eifel bei Gästen und Einheimischen sehr beliebt. Hier speist man gern in geselliger Runde.

Regionalmarke Eifel-Schwein

Eine Verkaufsförderungsaktion mit traditionellen Spezialitäten aus der Eifel ist daher eine gute Möglichkeit, Ihren Kunden diese urdeutsche Küche näherzubringen. Die Rezepte eignen sich hervorragend für ein Essen mit Freunden und Nachbarn. Dabei steht bei den Gerichten insbesondere das Schwein im Vordergrund. Früher hielt sich jede Familie in der Eifel ein Schwein. Zur Kirmes oder im Herbst wurde dies dann geschlachtet und ein großes Fest für Familie und Nachbarn gegeben. Frisches Fleisch war damals eine Rarität, da es in den Dörfern keine Kühlmöglichkeiten gab. So fand auch das kleinste Fleischstückchen Verwendung. Was nicht gleich verzehrt werden konnte, wurde gepökelt, geräuchert oder zu Würsten verarbeitet. Die Männer schrubbten und säuberten das geschlachtete Tier, um schließlich die Borsten mit brennendem Stroh abzusengen. Dies wiederum gab der Schwarte einen pikanten Geschmack. Ein beliebtes und typisches Eifeler Gericht ist seit den Schlachtfesten die Ferkesbuchroulade. Dünne Scheiben von frischem Schweinebauch werden mit Sauerkraut und Gewürzen gefüllt, rundum kräftig angebraten und anschließend gegart. Die Soße wird mit in saurer Sahne angerührtem Mehl gebunden.

Auch heute in der modernen Viehhaltung pflegen die Eifeler einen besonderen Umgang mit ihren Schweinen. Unter der Regionalmarke Eifel werden neben Käse, Eiern, Honig, Säften und Edelbränden vor allem Wurst- und Schinkenspezialitäten vertrieben. Die Produkte müssen einen ganzen Katalog an Richtlinien erfüllen bevor sie sich mit der Marke schmücken dürfen. So auch der „Eifel Premium Schinken“. Alle Schweine, die zu einem solchen Schinken verarbeitet werden sollen, müssen in der Eifel geboren, aufgezogen und gehalten werden. Der Stammbaum der stressstabilen Tiere wird dabei genauestens dokumentiert. Das Futter für die Schweine muss aus mindestens 75 Prozent Getreide bestehen. Dieses wiederum muss zur Hälfte aus der Eifel stammen. Antibiotische Leistungsförderer im Futter sind verboten. Alle landwirtschaftlichen Betriebe, die Schweine für die Schinkenproduktion liefern, sind Mitglied im QS-System.

Die Schweine werden artgerecht in Gruppen und mit ausreichend Platz in den Ställen gehalten. Sie werden ausschließlich von Betrieben in der Eifel geschlachtet. Der Transport zum Schlachter darf höchstens drei Stunden dauern. Die Verarbeitung wird von ausgewählten Fleischern in der Region übernommen; und zwar nach eifeltypischem Verfahren. Der Schinken wird von Hand gesalzen und über Buchenholz aufgehängt. Dort reift er mindestens sechs Monate. Danach wird der Schinken auf seine Premium-Eigenschaften hin genau analysiert. Die sensorische Prüfung erfolgt nach DLG-Richtlinien. Im „Eifel Premium Schinken“ steckt also das Beste der ganzen Region. Noch ein Grund mehr, Ihren Kunden die Spezialität während der Verkaufswoche anzubieten – als Aufschnitt zu kräftigem Brot oder vielleicht als Eifeler Schinkentaart in der Heißen Theke? Die Taart wird aus traditionellem Sauerteig gemacht und mit Schinken, feinem Sauerrahm und frischem Schnittlauch verfeinert. Das Ganze wird auf einem Blech oder in einer Taartform im Ofen gebacken und noch heiß serviert.

Hundert Schweine am Spieß

In der Stadt Wittlich rankt sich sogar eines der größten Volks- und Straßenfeste in Rheinland-Pfalz um das Schwein – genau gesagt um die Sau. Die Säubrennerkirmes findet jedes Jahr am dritten Augustwochenende zum Namensfest des Stadtpatrons St. Rochus statt.

Das Fest basiert auf einer Sage. Im Mittelalter soll, während die Stadt belagert war, ein Nachtwächter den Riegel für das Stadttor nicht gefunden und diesen durch eine Rübe ersetzt haben. Nachts habe dann eine Sau die Rübe gefressen, das Tor sei aufgesprungen und die Stadt wurde geplündert. Als Rache dafür treiben die Wittlicher seitdem jedes Jahr 100 Schweine zusammen und rösten sie auf dem Marktplatz der Stadt. Frischer Saubraten oder Spanferkel vom Spieß kommen als kulinarischer Höhepunkt einer Eifel-Woche sicher gut bei Ihren Kunden an.

Ein weiteres wichtiges Nahrungsmittel in der Eifel ist der Buchweizen. Dieser gedeiht gut auf den kargen Böden aus Kalk, Schiefer und Basalt.

Buchweizen als Fleischersatz

In Deutschland wird er heute nur noch in wenigen Regionen angebaut. Neben der Eifel zählen auch die Lüneburger Heide, Schleswig-Holstein, Westfalen, der Niederrhein und einige Alpentäler dazu. Deftig-würzig im Geschmack decken 100 Gramm Buchweizen ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin B1, B6 und Folsäure, die wichtig für die Umsetzung von Nahrung in Energie sind. Auch sein hoher Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Flour macht Buchweizen zu einem ernährungsphysiologisch wertvollem Lebensmittel. Das Pseudogetreide, das eigentlich zu den Knöterichgewächsen zählt, ist außerdem leicht verdaulich und glutenfrei und somit auch für die Ernährung von Sprue- und Zöliakie-Kranken geeignet.

Buchweizen war im 19. Jahrhundert die Hauptnahrung der Eifeler. Der Panhas, eine mit Buchweizenmehl angedickte Wurstsuppe, war ein typisches Arme-Leute-Essen und galt zur damaligen Zeit als vollwertiger Fleischersatz. Seine Farbe erinnert stark an Hasenfleisch, daher wahrscheinlich auch der Name, der so viel wie „Pfannenhase“ bedeutet. Durch das Andicken der Suppe entsteht eine Art Pastete, die leicht und nach Aussagen von Kennern sehr schmackhaft ist. Das Rezept ist heute leider etwas aus der Mode gekommen, aber vielleicht findet der Panhas ja unter Ihren Kunden neue Anhänger. Als Erstes wird die Wurstbrühe zum Kochen gebracht. Zwiebeln und Speck werden gewürfelt und zusammen angebraten. Leber- und Blutwürste werden aus der Haut genommen und in der Brühe aufgekocht. Das Ganze wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Dann wird das Buchweizenmehl unter ständigem Rühren dazugegeben. Die Masse wird dann zehn Minuten gekocht, mit Nelken und Majoran gewürzt und anschließend zum Ausquellen beiseite gestellt. Die Masse wird zum Erkalten in eine Kastenform gegeben. Die fertige Pastete hält sich im Kühlschrank eine Woche. In Scheiben aufgeschnitten und frisch gebraten schmeckt der Panhas mit Rübenkraut, gebratenen Zwiebeln und wird mit Endiviensalat serviert.

Weinparadies an Mosel und Ahr

Zu einem guten Essen gehört auch immer ein guter Wein. Ein Angebotsregal mit regionalen Weinen bietet die perfekte Ergänzung zu den deftigen Rezeptvorschlägen aus der Eifeler Küche. Nicht nur an der Mosel am Südrand der Eifel werden hervorragende Weine hergestellt.

Das Ahrtal im Nordosten gilt als Deutschlands Rotweinparadies. Dort wachsen auf 414 Hektar schroffer Schieferhänge vor allem Blauer Spätburgunder und Portugieser. Touren auf dem Rotweinwanderweg mitten durch die Weinbergterrassen bieten eine herrliche Aussicht über das romantische Flusstal mit seinen Rebhängen und Wiesen. Die Weinorte des Ahrtals laden nach einer solchen Wanderung mit ihren winkligen Gassen und Fachwerkhäusern zum Verweilen ein. Von Mai bis Oktober ist hier Saison für Weinfeste. Die Attraktion des Weinorts Mayschoß ist die älteste handelsgerichtlich eingetragene Winzergenossenschaft der Welt. Der Mayschoßer Winzerverein wurde 1868 gegründet und produziert seither bekannte Weine. Eine Weinprobe in den gewaltigen Kellern der Genossenschaft ist ein besonderes Erlebnis für jeden Weinliebhaber. Maike Emmel

www.eifel.infowww.nationalpark-eifel.dewww.regionalmarke-eifel.dewww.eifel-premium-schinken.dewww.saeubrenner.comwww.wittlich.dewww.ahr-rhein-eifel.dewww.esskultur-koeln.de