Die wirtschaftliche Lage im Fleischerhandwerk ist etwas besser als die Stimmung. Das ist die zentrale Schlussfolgerung aus der DFV-Umfrage vom 15. Februar bis 1. März 2024, an der sich insgesamt 223 Innungsmitglieder des Fleischerhandwerks beteiligt haben. Ziel der Befragung war es, die wirtschaftliche Lage im Fleischerhandwerk zum Jahresbeginn 2024 zu erfassen und Auskunft darüber zu bekommen, welchen Herausforderungen die Betriebe des Fleischerhandwerks aktuell gegenüberstehen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind zum Zeitpunkt der Befragung geprägt von weiterhin hohen Kosten für Material, insbesondere für Schweinefleisch, sowie von fehlenden Mitarbeitern in Produktion und Verkauf. Die Inflation ist zurückgegangen; eine spürbare Verunsicherung in der Bevölkerung ist geblieben. Neben der Auskunft zur aktuellen Lage sollen die Unternehmer in der DFV-Umfrage auch eine Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Zukunft vornehmen. Identische Fragestellungen erfolgten 2022 und 2023, so dass Stimmungsänderungen erfassbar werden. Die Befragung fand kurz nach den Bauernprotesten statt.
Frage 1: Wie haben sich die Geschäfte 2023 im Verhältnis zum Vorjahr entwickelt?
Knapp 45 Prozent der befragten Unternehmen gibt an, dass sich der Umsatz 2023 verbessert hat. Etwa ein Drittel der Unternehmen geben an, Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Vergleicht man die aktuellen Angaben mit den Ergebnissen aus den Befragungen, die in den beiden vergangenen Jahren durchgeführt wurden, dann ist eine leichte Besserung der Umsätze festzustellen.
Etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen geben in der DFV-Umfrage an, dass sich die Erträge seit Beginn des Jahres verschlechtert haben. Der Unterschied zwischen Umsatz und Ertragslage basiert nur noch zum Teil auf Umsatzzuwächsen durch Preiserhöhungen. Ein weiterer Teil dürfte aus zwar wieder anziehenden Geschäften, jedoch steigenden Kosten für Material und Personal beruhen. Auch bei den Erträgen ist jedoch eine Verbesserung im letzten halben Jahr festzustellen. Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn die verkaufte Warenmenge betrachtet wird. Rund 30 Prozent geben in der DFV-Umfrage an, dass die Warenmenge gesunken ist. Auch hier sind jedoch Verbesserungen festzustellen.
Insgesamt zeigt die DFV-Umfrage nach wie vor ein ungewöhnlich uneinheitliches Bild bei der wirtschaftlichen Lage im Fleischerhandwerk.
Frage 2: Welche geschäftlichen Entwicklungen erwarten Sie für das Jahr 2024?
Die Erwartungen für die Zukunft sind immer noch eingetrübt, jedoch etwas besser als in den vergangenen zwei Jahren. Etwas mehr als 60 Prozent der in der DFV-Umfrage Befragten gehen davon aus, dass die Geschäfte gleichbleiben oder sich bessern und knapp 40 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.
Betrachtet man die Erwartungen an die Geschäftsentwicklungen, die von den Befragten für das Jahr 2023 geäußert wurden, und vergleicht diese mit den tatsächlichen Ergebnissen für das Jahr 2023, so zeigt sich, dass die wirtschaftliche Entwicklung deutlich besser verlaufen ist, als dies im Jahr zuvor befürchtet wurde.
Fazit
Zusammengefasst zeigt sich, dass die aktuellen Rahmenbedingungen das Fleischer-handwerk weiterhin belasten. Zwar hellt sich die Stimmung insgesamt etwas auf, bei den Einzelauswertungen zeigt sich jedoch, dass die Spreizung zwischen den Betrieben, die eine negative Entwicklung durchlaufen und denjenigen, die wirtschaftlich sehr erfolgreich durch die aktuellen Krisen kommen, nach wie vor sehr groß ist. Auch lässt die DFV-Umfrage rückwirkend den Schluss zu, dass die Stimmung schlechter war als die wirtschaftliche Entwicklung. www.fleischerhandwerk.de