Im Vorfeld der Weltleitmesse IFFA und als Grundlage für seine politische Arbeit hat der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) im Zeitraum vom 4. – 13. Januar 2022 eine Befragung zu Investitionen durchgeführt, die die Betriebe des deutschen Fleischerhandwerks für das Jahr 2022 planen. 214 Innungsmitglieder des Fleischerhandwerks haben an der Befragung teilgenommen. Aufgrund der aktuellen, und zum Zeitpunkt der Befragung kritischen Corona-Situation sind die Ergebnisse nur schwer mit früheren Befragungsergebnissen vergleichbar. Insgesamt hat ziemlich genau die Hälfte der Befragten angegeben, im Jahr 2022 größere Investitionen zu planen.

Frage 1: In welche Bereiche werden Sie im Jahr 2022 besonders investieren?
Rund ein Drittel der befragten Mitglieder gab an, im Jahr 2022 besonders in die Produktion investieren zu wollen. Rund 18% wollen in den Verkaufsbereich und etwa 15% in die Energieeffizienz investieren. Die angespannte Situation im Personalbereich wird deutlich durch den Wunsch von mehr als 12% der Mitglieder, erheblich in neues Personal investieren zu wollen. Relativ wenige Fleischer planen Investitionen im Bereich der Schlachtung. Die ebenso niedrige Investitionsbereitschaft in den Be-reichen Imbiss/Gastronomie dürfte auf die Corona-Lage zurückzuführen sein. Die fehlende Bereitschaft durch neue Filialen zu expandieren kann zudem auf den akuten Mitarbeitermangel zurückzuführen sein.
Frage 2: Wie schätzen Sie die geplante Investitionssumme im Verhältnis zu den Investitionen in den Vorjahren ein?
Rund 75% der investitionswilligen Unternehmen möchten im Jahr 2022 mehr investieren als in den Jahren 2020 und 2021.
Frage 3: Wenn Sie keine Investitionen planen, was ist der Grund dafür?
Rund 20% der befragten Unternehmen wollen 2022 nicht investieren, weil sie entweder technisch auf dem neuesten Stand sind oder weil sie gerade sehr viel investiert haben. Etwa 15% verzichten auf Investitionen, weil der Betrieb in den nächsten Jahren geschlossen werden soll und etwa 14% haben aktuell nicht die ausreichenden Mittel für größere Investitionen.
Frage 4: Werden Sie die Weltleitmesse IFFA 2022 besuchen?
Knapp ein Drittel der Betriebe ist sich zum Zeitpunkt der Befragung sicher, die IFFA zu besuchen. Etwas mehr als ein Drittel will der IFFA keinen Besuch abstatten und ein Drittel ist derzeit noch unschlüssig. Nicht klar ist, wie stark sich die aktuell kritische Corona-Situation auf die Entscheidung der Mitglieder niederschlägt.
Auswertung
Die Investitionsbereitschaft der fleischerhandwerklichen Betriebe kann als hoch bezeichnet werden. Die Hälfte aller Unternehmen planen für 2022 größere Investitionen. Die geplanten Investitionen werden dabei bei den meisten Unternehmen über den Investitionen des Jahres 2020 und 2021 liegen.
Etwas mehr als ein Viertel der Betriebe wird nicht investieren, weil entweder die Mittel für größere Investitionen fehlen oder aber der Betrieb in den nächsten Jahren aufgegeben wird.
Die Bereiche, in die investiert werden soll, deuten darauf hin, dass die Fleischer aktuell eher die Kernbereiche Ihrer Unternehmen, die Produktion und den Verkauf, stärken und erneuern wollen, als zu expandieren oder in neue Geschäftsbereiche zu investieren. Gründe für die niedrige Expansionsneigung bei guter Investitionsbereitschaft dürften hauptsächlich in der Pandemie und der Personalsituation zu finden sein.
Die Innovationsbereitschaft in Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist besonders hoch im Bereich Energieeffizienz. In die Schlachtung wollen relativ wenige Unternehmen investieren.
Einen Besuch der IFFA plant etwa ein Drittel der Betriebe mit Sicherheit. Ein Drittel ist noch unsicher und ein Drittel möchte die Messe nicht besuchen. Insbesondere sind dies Unternehmen, die aktuell keine Investitionen planen. Es ist davon auszugehen, dass die kritische Corona-Lage zum Zeitpunkt der Befragung die Antworten beeinflusst hat. Dies wird insbesondere auch deutlich durch den hohen Anteil der Unternehmen, die sich noch unsicher sind, ob sie die Messe besuchen sollen.