Der größte Kutter der Welt

Tausend Liter fasst die Schüssel des Industriekutters Typ K 1004 AC-8 von Seydelmann. Rund 800 kg Material, je nach Anwendung sogar mehr, verarbeitet der weltgrößte Industriekutter in einem Arbeitsgang. Guus Ysebaert, Inhaber des belgischen Convenience-Herstellers Vlevy, setzt den Kutter seit rund drei Jahren in seinem Betrieb ein. Im Fleischerei-Praxistest spricht er über seine Erfahrungen mit der Hochleistungsmaschine.

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    Mit einem Schüsselvolumen von 1.000 l kann der Industriekutter Typ K 1004 AC-8 große Mengen an Material verarbeiten. Seydelmann
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    Seydelmann-Maschinen: Neben dem 1.000-Liter-Kutter sind bei Vlevy vier Fleischwölfe und ein 100-Liter-Kutter des Stuttgarter Traditionsunternehmens im Einsatz. Seydelmann
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    Vlevy hat sich auf die Herstellung von Convenience-Produkten spezialisiert. Seydelmann
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    Höchstleistung in der Produktion, absolute Zuverlässigkeit und hohe Wirtschaftlichkeit: Guus Ysebaert schätzt die Vorzüge, die der Industriekutter K 1004 AC-8 von ­Seydelmann bietet. Seydelmann
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    Täglich 18 Stunden ist der größte Kutter der Welt bei Vlevy im Einsatz. Seydelmann
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    Bei 800 kg Material pro Charge erreicht der K 1004 AC-8 eine tatsächliche Produktionsleistung von 4,8 t oder sogar mehr Feinbrät pro Stunde. Seydelmann
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    Das komplette Sortiment des belgischen Fleischwarenherstellers wird mit dem Hochleistungskutter von Seydelmann produziert. Seydelmann

Gegründet hat Eduard Ysebaert, der Urgroßvater des heutigen Inhabers, den Betrieb bereits im Jahr 1891 in den Niederlanden. Der damals geprägte Name „Vlevy“ steht verkürzt für „Vleeswaren van Ysebaert“, zu Deutsch „Fleischwaren von Familie Ysebaert“. Heute hat der Betrieb seinen Sitz im belgischen Desteldonk, einem Ortsteil der Stadt Gent. Auf rund 13.000 m2 erwirtschaften 90 Mitarbeiter hier einen Umsatz von 26 Millionen Euro pro Jahr. Vlevy hat sich auf die Herstellung von Convenience-Produkten – von Formschinkenblöcken über Fleischbällchen bis hin zu Pizza-Toppings – spezialisiert. Rund 60 Prozent seiner Erzeugnisse gehen direkt an die Convenience-Industrie, 40 Prozent vermarktet der Großhandel.

Mit Seydelmann arbeitet Vlevy schon seit Generationen zusammen: „So lange ich mich erinnern kann, haben wir Maschinen von Seydelmann im Einsatz“, erklärt Guus Ysebaert. Heute stehen von Seydelmann neben dem 1.000-Liter-Kutter vier Fleischwölfe und ein 120-Liter-Kutter für die Produktentwicklung im Betrieb.

Große Chargen sparen Zeit
und Arbeitskraft

„Einarbeitungszeit haben wir nicht benötigt“, erinnert sich Ysebaert, „wir haben auch zuvor schon mit Kuttern von Seydelmann gearbeitet. In der Handhabung gibt es nur wenige Unterschiede: Zum Beispiel hatten wir in der Vergangenheit bei unserem 750-Liter-Kutter die Maschine bei offenem Lärmschutzdeckel mit integrierter Beladevorrichtung für Beladewagen 200 Liter beladen. Bei unserem neuen 1.000-Liter-Kutter erfolgt die Beladung bei geschlossenem Deckel durch einen integrierten Zuführspeicher, welcher das komplette Material für eine Charge speichert und zu Beginn der Charge gleichmäßig im Kutter verteilt. Kontrolliert wird das Brät dann durch ein Sichtfenster im geschlossenen Lärmschutzdeckel.“

Trotz des doppelt so großen Schüsselvolumens befindet sich die Schüssel des K 1004 AC-8 auf derselben Höhe wie die eines 500-Liter-Kutters von Seydelmann, also in Hüfthöhe. Die Hochleistungsmaschine ist von allen Seiten zugänglich und sie lässt sich genauso handlich bedienen wie ein kleinerer Kutter – dass Ysebaert der Maschine (auch) hier die Bestnote gibt, ist da nur konsequent.

Das Arbeitstempo bewertet Ysebaert ebenfalls mit „ausgezeichnet“. Dieses Urteil ist nicht zuletzt dem Schüsselvolumen geschuldet. Während die Dauer des Kutterprozesses unter anderem auch vom Brät und vom beabsichtigten Resultat abhängt, verringern sich die Zeiten zum Beispiel für das Füllen und Leeren der Kutterschüssel mit zunehmender Menge pro Charge. Bei 800 kg Material pro Charge erlaubt der K 1004 AC-8 eine tatsächliche Produktionsleistung von 4,8 t oder sogar mehr Feinbrät pro Stunde.

In einem Unternehmen wie Vlevy, in dem der Kutter täglich 18 Stunden im Einsatz ist, ist diese Produktionsleistung ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen – kleineren – Kuttern. „Wir produzieren mit dem Kutter unser komplettes Sortiment“, erklärt Ysebaert, „also alle Convenience-Produkte und Fleischwaren, die im Kutter hergestellt werden.“

Der alternative Einsatz mehrerer, aber kleinerer Kutter wäre auch unter personellen Gesichtspunkten weniger wirtschaftlich: Für jeden eingesetzten Kutter muss mindestens ein qualifizierter Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Bei der Fertigung derselben Mengen mit zwei 500-Liter- oder gar drei 325-Liter-Kuttern fielen daher auch Personalkosten in doppelter respektive dreifacher Höhe an.

Weitere Kostenfaktoren wären Aufwendungen für das Wechseln und Schleifen der Messer, für Wartung, Instandhaltung und Reinigung – gar nicht davon zu reden, dass der Platzbedarf von zwei 500-Liter-Kuttern – so aufgestellt, dass sinnvolles Arbeiten daran möglich ist – erheblich über dem eines einzelnen 1.000-Liter-Kutters liegt.

Sicher, sauber und laufruhig

Die strömungsdynamische Deckelform des Kutters wirkt sich positiv auf die Brätqualität aus und bietet zugleich auch unter Hygienegesichtspunkten Vorteile.

Egal ob im Kutter Brät für Roh-, Brüh- oder Kochwurst hergestellt wird, es bleiben so gut wie keine unzerkleinerten Produktreste im Deckel haften. Die nahtlosen polierten Oberflächen mit gerundeten Kanten und der schraubenlose Kutterdeckel erleichtern die Reinigung des K 1004 AC-8 zusätzlich. Schmutzecken, an denen sich Brät festsetzen und die im schlimmsten Fall Keimen Nahrung geben könnten, sind nirgends zu finden. Die gesamte Maschine, einschließlich der widerstandsfähigen Bedienelemente, kann mit Hochdruckdampf gereinigt werden. Auch dafür gibt Ysebaert die Bestnote: „Wir können alle Bereiche der Maschine gut erreichen. Die Reinigung dauert kaum länger als bei einem kleineren Kutter.“

In puncto Sicherheit ist der K 1004 AC-8 ebenfalls seiner Zeit voraus: „Die Tatsache, dass wir die Maschine bei geschlossenem Deckel über den Zuführspeicher beladen, erhöht für uns auch nochmal die Produktsicherheit“, so Ysebeart. Das spezielle Messersystem S 24, das Seydelmann bei diesem Kutter einsetzt, erlaubt zudem den sicheren Wechsel eines kompletten Messersatzes in rund fünf Minuten.

In jeder Hinsicht zuverlässig

Zur Sicherheit und Zuverlässigkeit trägt nicht zuletzt auch der separate Schaltschrank bei: Dadurch ist die Maschine extrem kompakt und sowohl Frequenzumrichter als auch Elektronik sind geschützt vor Feuchtigkeit, Kondenswasser und Vibration untergebracht. Damit bekommt der Maschinenständer zugleich auch einen kleineren Resonanzkörper, entsprechend sinkt der Geräuschpegel im Betrieb. Dass es keinen geräuschlosen Kutter gibt, ist eine Binsenweisheit – der K 1004 AC-8 bekommt aber trotzdem die Note „gut“ von Guus Ysebaert. „Immerhin ist das der größte Industriekutter, den es gibt. Zwei 500-Liter-Kutter zusammen wären wesentlich lauter.“

Der Industriekutter ist gefertigt aus hochwertigem dickwandigem Edelstahl und ist deshalb auch gegenüber robuster Behandlung, etwa dem Anstoßen einer schweren Mulde, unempfindlich.

Wer wie Ysebaert alles auf einen Kutter setzt, ist auf solche Zuverlässigkeit natürlich auch angewiesen. Der Schaden, den ein mehrtägiger Ausfall verursachen würde, wäre immens. Unter diesem Gesichtspunkt erteilt Ysebaert auch dem Service die Bestnote „ausgezeichnet“. In Belgien setzt Seydelmann die Latré Dirk foodmachinery bvba als Vertretung und Servicepartner ein, und ­Guus Ysebaerts Erfahrungen sprechen für sich: „Wir haben den Service für die eine oder andere Kleinigkeit in Anspruch genommen. Wenn es sein musste, haben die Servicetechniker sich die Nacht hindurch um das Problem gekümmert, und am nächsten Morgen zu Produktionsbeginn war alles erledigt.“

Guus Ysebaert würde sich erneut für den K 1004 AC-8 entscheiden. Der weltgrößte Industriekutter bietet gerade für seine auf große Chargen ausgerichtete Produktion entscheidende Vorteile gegenüber kleineren Kuttertypen: Höhere Produktionsleistung bei – relativ gesehen – weniger Platzbedarf, niedrigerer Geräuschentwicklung und geringerem Personalaufwand. Der für das gesamte Sortiment nutzbare Kutter zeichnet sich darüber hinaus durch eine – freilich auch unverzichtbare – hohe Zuverlässigkeit aus, zu der auch der leistungsstarke Partner von Seydelmann seinen Teil beiträgt.