Dachorganisation gegründet

Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Mitte) gratulierte den Vorsitzenden der Ökoverbände zur Gründung der LVÖ NRW (v.l.n.r.): Michael Morawietz (Naturland), Hans von Hagenow (Demeter), Heinz-Josef Thuneke (Bioland), Jörn Bender (Biokreis). - © LVÖ NRW

Die vier in Nordrhein-Westfalen ansässigen Ökoverbände Bioland, Demeter, Biokreis und Naturland haben eine Dachorganisation gegründet. Die „Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW (LVÖ NRW)“, Düsseldorf, soll zukünftig noch stärker die Interessen der Biobetriebe in Politik und Gesellschaft vertreten und Einfluss auf agrarpolitische Entscheidungen in Düsseldorf und Berlin nehmen.

„Der Biomarkt im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW wächst und wächst, aber der Boom geht an unseren Ökolandwirten und Gärtnern vorbei“, sagt Heinz-Josef Thuneke, Bioland-Geschäftsführer und Vorsitzender der LVÖ, und sieht Handlungsbedarf. „Die LVÖ wird sich dafür starkmachen, dass die Rahmenbedingungen für Bio-Betriebe und ihre Familien deutlich verbessert werden. Wir brauchen dringend eine höhere Förderung des ökologischen Landbaus, die den tatsächlichen Anforderungen und vor allem den gesellschaftlichen Leistungen der Biobauern gerecht wird.“ Mit dieser Forderung wendet sich die LVÖ NRW nicht nur an die Politik in Düsseldorf, sondern auch an die Bundesregierung in Berlin.

Tatsächlich stellt sich die Situation der über 1.000 verbandszugehörigen Ökobetriebe alles andere als rosig dar. Während Naturkostfachhandel und Supermarktketten seit Jahren Zuwächse bei Bio-Lebensmitteln vermelden, stagniert in NRW die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Produktion auf „Öko“ umstellen. Hohe Produktionsauflagen, explodierende Pachtpreise und drastisch steigende Betriebskosten schrecken potenzielle „Umsteller“ ab und hindern viele der Ökobetriebe daran, nachhaltige Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Wesentliche Aufgabe der LVÖ NRW ist die Stärkung des ökologischen Landbaus durch gemeinsame, fachliche Projekte. „Wir haben bereits im vergangen Jahr unter dem Stichwort Tierwohl ein verbandsübergreifendes Projekt auf den Weg gebracht, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat“, erklärt Thuneke. „Mit der LVÖ werden wir zukünftig noch effizienter solche Projekte zur Stärkung des Ökolandbaus entwickeln und vorantreiben.“

Ein weiteres Aufgabengebiet liegt in der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit. „Mit den Aktionstagen Ökolandbau haben wir in den letzten Jahren eine schlagkräftige Kampagne entwickelt, die jedes Jahr mit vielen Aktionen und Veranstaltungen über hunderttausend Menschen anspricht“, sagt LVÖ-Vorstandsmitglied Jörn Bender. „Hier wollen wir ansetzen um Verbrauchern in NRW noch deutlicher zu machen, wie Ökolandbau funktioniert, welche gesellschaftlichen Leistungen erbracht werden und wie Alltag und Realität einer Landwirtsfamilie wirklich aussehen.“

www.oekolandbau-nrw.de

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