Weine für die Grillsaison

Nicht zuletzt durch die weiter zunehmende Veränderung der Grillgewohnheiten, etwa Räuchern und Smoken, steigt auch die Bereitschaft, das obligatorische Bier durch passende Weine zu ersetzen. Wer diese im Laden anbietet, kann ohne viel Aufwand Zusatzumsätze generieren. Allerdings stellt sich die Frage, welche Weine sich zu welchen Grilladen am besten eignen.

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    Welcher Wein zum Grillen getrunken wird, richtet sich nach dem Grillgut und den Beilagen. Hihitetlin – stock.adobe.com
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    Die Rebfläche von 21 ha des Weingutes Lisa Bunn erstreckt sich quer über Rheinhessen. Weingut Lisa Bunn
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    Chardonnay, Riesling, Weißburgunder und Sankt Laurent: Die Weine von Stefan ­Fischer überzeugen mit eigenem Charakter und sortentypischem Geschmack. Weingut – Brennerei Stefan Fischer
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    Die Weine der Villa Hochdörffer zeichnen sich durch große Aromenfülle mit dem typischen Charakter der jeweiligen Rebsorte aus. Weingut Villa Hochdörffer
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    Auf dem Pfälzer Weingut der Familie Hochdörffer an der Süd­lichen Weinstraße werden rund 40 ha Weinfläche bewirtschaftet. Weingut Villa Hochdörffer

Durch die Einführung von Schraubverschlüssen oder Glasstopfen ist nicht nur das Öffnen und Wiederverschließen der Weinflaschen einfacher geworden. Auch die Einstellung zum Umgang mit den feinen Tropfen ist zwischenzeitlich unkomplizierter, was zunehmend jüngere und weibliche Konsumenten anlockt. Insgesamt können davon besonders die Fleischereien profitieren, sofern die Weine entsprechend gekennzeichnet werden. Das ist viel einfacher, als man meistens denkt. Ein kleines Schild vor dem jeweiligen Wein mit Hinweisen auf die Speisebegleitung oder entsprechende Vermerke auf den Angebotstafeln etwa genügen in der Regel. Tipps, welche Weine zu Steaks oder Würste passen, können zumeist auch die Winzer geben.

Zum Grillen gehören natürlich ebenso Getränke, welche die Garzeit sozusagen überbrücken. Hier empfehlen sich spritzig-frische, unkomplizierte Begleiter, bevorzugt trockene und halbtrockene Weiß- und Roséweine des 2019er-Jahrgangs oder die deutsche Variante des Prosecco Frizzante, die als Perlwein oder Secco angeboten wird.

Wichtig ist, dass es sich hierbei um Weine mit einem moderaten Alkoholgehalt handelt. Diese Sommer- oder Terrassenweine sollten möglichst nicht mehr als 12,5 Volumenprozent Alkohol aufweisen und, je nach Wetterlage, um 2 bis 3 °C kühler serviert werden als in kälteren Monaten. Ebenfalls etwas kühler sollten die eigentlichen Essensbegleiter serviert werden. Deren Alkoholgehalt darf dann auch höher liegen. Ein leichter Wein zu einem gegrillten Steak bietet wenig Trinkvergnügen.

Leicht, trocken oder kräftig

Je mehr Grillen zum Lifestyle wird, desto experimentierfreudiger werden die Verbraucher auch beim Trinkverhalten. Das bestätigen fast alle Winzer. Bei der badischen Winzergenossenschaft Oberbergen etwa wurde im Direktverkauf in den vergangenen Jahren das Thema Grillen und Wein speziell dekoriert und verschiedene Weine werden mit Erfolg gezielt zu unterschiedlichen Grillgerichten empfohlen. Das lässt sich auch in den Fleischereien umsetzen. „Raffinierte Marinaden, indirektes Grillen über Stunden hinweg, wer sich so viel Mühe gibt, denkt sicherlich über das obligatorische Bier hinaus über passende und anspruchsvolle Speisebegleiter nach“, meint Horst Kolesch, Leiter des Weinguts Juliusspital in Würzburg. „Ein Grauer Burgunder oder Spätburgunder Rosé scheinen heute beim Grillen nicht mehr fehlen zu dürfen und erzeugen wunderbare Zusatzumsätze“, berichtet ein Händler in der Gemeinde Timmendorfer Strand. Erfreulich dabei, die Kunden greifen dann oft zu qualitativ hochwertigeren Weinen.

Welche Tropfen man auch immer vor dem Grillen getrunken hat, zum Essen kann gerne ein anderer Wein serviert werden. Das richtet sich nach dem Grillgut und den Beilagen. Sind Steaks oder Geflügel scharf mariniert oder werden dazu scharfe Saucen gereicht, passen hauptsächlich leichte Weißweine mit etwas Restsüße dazu, vorzugsweise Riesling, Weiß- oder Grauburgunder, oder ein halbtrockener Rosé. Ein trockener, kräftiger Wein kann nämlich die Schärfe unvorteilhaft potenzieren. Wird das Steak klassisch serviert, also ohne scharfe Gewürze oder Dips, bestimmt die Herkunft den Wein. Zu Schweinesteaks kann man etwa trockene Silvaner, Riesling oder weiße Burgundersorten reichen. Rindersteaks verlangen eher nach einem mittelkräftigen roten Spätburgunder, während zu Lammsteaks trockene kraftvolle Spätburgunder und Merlot oder ein trockener Sankt Laurent passen.