Die 36. Lemgoer Arbeitstagung Fleisch und Feinkost stand ganz im Zeichen der Verbrauchererwartungen beim Fleisch, bei Fleisch-Erzeugnissen und Convenience. Rund 230 Fachleute waren der Einladung des Lemgoer Arbeitskreises Fleisch + Feinkost (LAFF) gefolgt und am 4. November in die Lipperlandhalle nach Lemgo gekommen. Im Rahmen der Arbeitstagung erhielt Dennis Junkmann den mit 4.000 Euro dotierten „Günter Fries-Preis“ der DEVRO – TEEPAK Stiftung Günter Fries. Ausgezeichnet wurde er für seine Bachelorarbeit, in der er die Rinderhackfleischproduktion in Bezug auf den Bindegewebseiweißgehalt optimierte.

Professor Matthias Upmann, Betreuer der ausgezeichneten Bachelorarbeit, lobte den Fleiß, die Zielstrebigkeit, die Aufmerksamkeit und die Genauigkeit von Dennis Junkmann. Der Bachelorabsolvent im Studiengang Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Fleischtechnologie demonstrierte in der Arbeit „seine schnelle Auffassungsgabe, sein ausgezeichnetes Wissen, sein Vermögen zur kritischen Bewertung von Sachverhalten und sein sehr gutes schriftliches Darstellungsvermögen“, so Upmann. Nach einer Ausbildung zum landwirtschaftlich-technischen Assistenten bei der Deutschen Saatveredelung AG in Salzkotten-Thüle begann Dennis Junkmann 2008 sein Studium an der Hochschule OWL. Seine Bachelorarbeit fertigte er in Kooperation mit der Firma Tillman`s Convenience GmbH an, bei der er nach Abschluss seines Studiums nun als Trainee arbeitet.
Nach der Preisverleihung stand das Thema Verbrauchererwartungen im Fokus der diesjährigen Arbeitstagung, die Professor Achim Stiebing, Leiter des Instituts für Lebensmitteltechnologie.NRW der Hochschule OWL, leitete. Aspekte des Tierschutzes, der Nachhaltigkeit und der Herkunft sowie der Herstellungsverfahren stehen zunehmend im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen. Konsumenten wünschen sich eine nachhaltige, naturschonende und tiergerechte Produktion ohne den Einsatz von Antibiotika. In den zahlreichen Vorträgen namhafter Experten wurden bei der Arbeitstagung daher die Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher beleuchtet und die damit verbundenen Anforderungen an die Hersteller sowie mögliche Handlungsfelder und Weiterentwicklungen aufgezeigt. Darüber hinaus wurden innovative Technologien, neue Rezepturen und Aspekte der Qualitätssicherung von Rohmaterialien vorgetragen und diskutiert.
Der Verein Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost (LAFF) wurde 1977 von Vertretern des Fleischerhandwerks, der Fleischwarenindustrie, der Veterinärverwaltung und Professoren der Hochschule OWL, damals noch Fachhochschule Lippe, gegründet. Oberstes Ziel des Vereins ist es, das Studium der Lebensmitteltechnologie, insbesondere in der Fleischwaren-, Feinkost- und Konservenherstellung, an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu fördern. Außer der Bereitstellung von Mitteln für anwendungsbezogene Forschung wird vor allem die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen, Tagungen und Vorträgen unterstützt.
Marie-Kristin Henneken