
Zur Weihnachtszeit herrscht Hochbetrieb in Fleischer-Fachgeschäften. Bereits im Dezember 1950 konnte man feststellen, „dass der Kunde wieder außerordentlich anspruchsvoll geworden ist und dass er nicht nach der Billigkeit, sondern nach der Qualität einkauft“. Es wurde empfohlen, die Vorbereitungen für Weihnachten darauf hin abzustimmen. Die Schaustücke in den Auslagen sollten zweckmäßige Garnierungen aus Schweineschmalz erhalten. Weil der Kunde zu den Festtagen gut zubereitete Fleischsalate schätzte, verriet die „Vieh- und Fleischwirtschaft“ Tipps und Tricks für die Herstellung von Mayonnaise. „Man muss sich nur vor der Hautbildung auf der Mayonnaisensauce hüten und verhindert dies, indem man ein Stück Pergamentpapier zurechtschneidet, es mit Öl tränkt und fest auf die Mayonnaise drückt“. Selbstverständlich gehörten ins Weihnachtsschaufenster auch Aufschnitt-Platten. Hier war – ganz im Sinne des Frauenbildes der 50er Jahre – vor allem die Meisterfrau gefragt, „weil ihr das Dekorieren besonders liegt.“ Für die Präsentation der Würste wurden geschmackvolle Wurstgebinde empfohlen.