Verbraucher fürchten Glyphosat

Glyphosat ist einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln weltweit. Viele sehen den Einsatz kritisch und fürchten Gefahren für Umwelt und Gesundheit. Das hat auch der aktuelle Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bestätigt. Glyphosat wird in der Landwirtschaft und im Gartenbau als Wirkstoff in Herbiziden – also in Unkrautbekämpfungsmitteln – eingesetzt.

Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Glyphosat kein krebserzeugendes Risiko für den Menschen zu erwarten. www.pixelio.de - © Petra Bork, PIXELIO

Über die Nahrung können beim Verzehr pflanzlicher Lebensmittel geringe Mengen an Glyphosat aufgenommen werden. So gab es in den vergangenen Jahren vermehrt Meldungen zu Glyphosatspuren in Lebensmitteln wie Teigwaren, Bier und Haferflocken.

Solche Nachweise sind aber nicht mit einem gesundheitlichen Risiko gleichzusetzen. Auch bei vorschriftsmäßiger Anwendung können Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln auftreten. Auf Basis einer Sicherheitsbewertung liegen Rückstandshöchstgehalte fest, die hierzulande nur selten überschritten werden. Meist liegen sie deutlich unter den Werten, bei denen schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit möglich wären.

Gesundheitlich unbedenklich

Der menschliche Körper baut Glyphosat rasch ab und scheidet es über die Nieren aus, sodass es auch im Urin nachweisbar ist. Die bisher gefundenen Konzentrationen weisen jedoch laut BfR nicht auf eine gesundheitlich bedenkliche Belastung hin.

Im März 2015 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Das bedeutet, dass es begrenzte Hinweise auf ein erhöhtes Gefährdungspotenzial gibt. In dieselbe Kategorie fallen auch heiße Getränke über 65 Grad Celsius und rotes Fleisch. Es wurde nicht beurteilt, wie hoch die Exposition tatsächlich für den Menschen ist.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ebenso wie das BfR die Datenlage geprüft und kommt zu dem Schluss, dass nach heutigem Stand der Wissenschaft bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Glyphosat kein krebserzeugendes Risiko für den Menschen zu erwarten ist. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat diese Einschätzung im Mai 2022 bestätigt. Auch eine fortpflanzungsschädigende oder erbgutverändernde Wirkung ist anhand von Tierstudien auszuschließen.

In der Europäischen Union ist Glyphosat für den Einsatz als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln bis zum 15. Dezember 2022 zugelassen und durchläuft derzeit das Verfahren für die Wiederzulassung. Dabei wird der Wirkstoff hinsichtlich seiner Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt neu bewertet. Alle verfügbaren Daten und Informationen wurden bereits geprüft und die Ergebnisse an die EFSA übermittelt, deren Begutachtung gemeinsam mit Sachverständigen der EU-Mitgliedstaaten eingeleitet ist. Bis Juli 2023 ist mit einer Veröffentlichung der Schlussfolgerungen zu rechnen. Sie sind die Basis für die Entscheidung der EU-Kommission über die Erneuerung der Zulassung. Das wird vermutlich bis Mitte 2024 dauern. Heike Kreutz, www.bzfe.de