Betriebe sollten ihre Liquiditätsüberschüsse kurzfristig anlegen. Neben Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen sind auch Geldmarktfonds eine Anlagealternative, um Geld vorübergehend zu parken. Ein Risiko sollte hierbei allerdings nicht eingegangen werden.
Überschüsse kurzfristig anlegen
Für Unternehmen ist es sinnvoll, einen Teil ihrer Einnahmen regelmäßig anzulegen, um so eine Liquiditätsreserve zu schaffen. Diese kann dann dazu verwendet werden, unvorhergesehene Zahlungsengpässe zu überbrücken. Wichtig ist deshalb, dass das Geld jederzeit verfügbar ist.
Betriebliche Gelder sollten im Rahmen einer kurz- bis mittelfristigen Finanzplanung – trotz der derzeitigen niedrigen Zinsen – grundsätzlich in sichere Anlageformen wie Tagesgeld- oder Festgeldkonten investiert werden. Eine Aufsplittung der Liquiditätsüberschüsse in einen sicheren und einen spekulativen Teil empfiehlt sich nicht. Zwar offerieren Banken auch Betrieben Angebote über Anlagezertifikate oder Fonds, die höhere Renditen versprechen, doch sind diese in der Regel auch mit entsprechenden Risiken verbunden. So ist die Rendite bei Zertifikaten von der Entwicklung des jeweiligen Basiswertes abhängig. Entwickelt sich dieser negativ, kann dies – je nach Produktart – zu einer Nullverzinsung, zu Teilverlusten oder zum vollständigen Verlust des Kapitals führen. Selbst bei Papieren, bei denen zumindest die Anlagesumme sicher ist – bei den so genannten Garantiezertifikaten –, kann es zu einem Verlust kommen, denn die versprochene Garantie gilt nur zum Laufzeitende. Benötigt das Unternehmen das Geld vor Laufzeitende, kann es das Zertifikat zwar verkaufen. Hat sich der Basiskurs jedoch schlecht entwickelt, so ist auch mit einem gesunkenen Kurs des Zertifikats zu rechnen, und der Verkäufer muss einen Verkaufspreis unterhalb des Kaufpreises hinnehmen. Aufgrund dieser Risiken stellen solche Produkte keine Alternative zu den klassischen Anlageformen dar.
Tagesgeldkonten
Eine Möglichkeit, Liquiditätsüberschüsse anzulegen, besteht darin, diese vom Geschäftskonto auf ein Tagesgeldkonto zu überführen. Das Guthaben wird dort zu einem bestimmten Prozentsatz verzinst. Der Zinssatz ist variabel, die Bank kann ihn täglich ändern. Bei Bedarf können die dort liegenden Beträge jederzeit auf das Geschäftskonto zurückgebucht werden. Dies setzt natürlich voraus, dass der Unternehmer im Blick hat, wann Forderungen anstehen und das Geld rechtzeitig zurückführt, um so kostspielige Überziehungszinsen zu vermeiden. Allerdings bieten Hausbanken, bei denen Unternehmen auch ihr Geschäftskonto führen, oft derart niedrige Tagesgeldzinsen, dass der Aufwand des Hin- und Herbuchens zwischen Geschäfts- und Tagesgeldkonto kaum Erträge abwirft. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen und verschiedene Anbieter zu vergleichen, denn die Zinssätze variieren durchaus. Der Tagesgeldkontenmarkt ist sehr unübersichtlich: Viele Anbieter konkurrieren um Kunden, oft werben sie mit Zinskonditionen, die nur für kurze Zeit gelten oder an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Beispielsweise gilt der ausgeschriebene Zins für Neukunden oder er wird nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag gewährt. Wichtig ist auch, die Zinsentwicklung der Anbieter über einen längeren Zeitraum zu betrachten und nicht nur nach den besten Tageszinsen zu entscheiden, sondern eine Bank zu wählen, die kontinuierlich gute Zinsen geboten hat.
Während die besten Angebote derzeit über drei Prozent liegen, bieten manche Banken Zinsen von unter einem Prozent. Bei einem Vergleich sollten nicht nur die Angebote der eigenen Geschäftsbanken, sondern beispielsweise auch die von Direktbanken berücksichtigt werden.
Die meisten Banken bieten Tagesgeldkonten für Privatpersonen, insofern können Einzelunternehmer oder Freiberufler als Privatperson für ihren Betrieb ein solches einrichten, quasi für die Privatentnahme. Für Gesellschaften kommen hingegen nur spezielle Business-Angebote beispielsweise der Degussa Bank, der Volkswagenbank, der DaimlerChrysler Bank oder der Ethikbank in Frage.
Festgeld
Das Festgeld ist eine Geldanlage mit einer festgelegten Anlagedauer zu einem vorher vereinbarten Zinssatz. Im Gegensatz zum Tagesgeldkonto weiß der Anleger also vorab, mit welcher Auszahlung am Ende zu rechnen ist. Der Anlagezeitraum beträgt mindestens 30 Tage bis zu zwölf Monate; manche Banken bieten auch Anlagezeiträume von bis zu vier vier Jahren. Während der gesamten Laufzeit ist das Guthaben nicht verfügbar und in der Regel ist eine Mindesteinlage notwendig. Spricht der Anleger zum Ende der Laufzeit keine Kündigung aus, verlängert sich der Vertrag automatisch um die gleiche Dauer – die Wiederanlage erfolgt dann zum aktuellen Zinssatz.
Die Zinsen liegen etwas höher als bei Tagesgeldkonten, da die Banken durch die feste Bindung des Kapitals besser planen können.
Je länger die Laufzeit, desto höher ist auch der Zinssatz. So liegt ein guter Zinssatz für eine einmonatige Laufzeit zur Zeit knapp über drei Prozent pro Jahr. Bei zwölfmonatiger Laufzeit können bei den höchsten Angeboten 3,5 bis 4 Prozent jährlich erreicht werden. Aufgrund der Tendenz zu steigenden Leitzinsen sollte ein Guthaben derzeit nicht länger als ein Jahr angelegt werden.
Geldmarktfonds
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Geschäfte des Geldmarktes – in Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten bis zu einem Jahr oder in Anleihen mit variabler Verzinsung. Auf dem Geldmarkt tummeln sich hauptsächlich die Zentralbanken der Staaten, Kreditinstitute und große Unternehmen, die sich kurzfristig gegenseitig Geld oder Geldmarktpapiere gegen Zinsen zur Verfügung stellen. Anleger von Geldmarktfonds können über ihr Geld täglich verfügen. Da für Geldmarktfonds eine niedrige Gebühr anfällt und sie mit einem geringen Risiko verbunden sind, eignen sie sich als Alternative zum Tagesgeldkonto oder Festgeld. Die Zinsen, die gute Fonds erwirtschaften, liegen auf dem Kurzfristzinsniveau – die besten Tagesgeldzinsen übersteigen derzeit jedoch die Zinsen, die Geldmarktfonds einbringen.
Wer in einen Geldmarktfonds investiert, sollte darauf achten, dass die Verwaltungsgebühren des Fonds nicht mehr als 0,5 Prozent beträgt. Diese machen einen großen Teil der Kosten aus und können so die Rendite schmälern. Außerdem sollten für den Fonds kein Ausgabeaufschlag oder zusätzliche Depotkosten anfallen. Anette Stein