
Fleisch von Tieren aus Wald und Flur liegt im Trend. Keine Massentierhaltung, Futter aus der Natur, weder Lebendtransporte noch Schlachthöfe, das klingt in den Ohren vieler Verbraucher tierfreundlich und klimaverträglich. Wer einen Jäger zum Freund hat, schätzt sich glücklich, denn frisches, heimisches Wild ist am Markt schwer zu bekommen. Die Jagdzeit bestimmt das Angebot, die Kompetenz der Jäger die Qualität.
Wie jedem Trendfood werden auch dem Wild außergewöhnliche ernährungsphysiologische Eigenschaften nachgesagt. Mit dem Datenmaterial aus dem aktuellen Bundeslebensmittelschlüssel decken sich diese nicht immer. So heißt es oft, Wild sei besonders reich an Vitaminen und Spurenelementen sowie an Omega 3-Fettsäuren. Ein Vergleich der Nährwerte in Schwein und Wildschwein bestätigt das ebenso wenig wie der Vergleich von Rind mit Hirsch und Reh. Letztere enthalten ähnlich viel Eisen, Vitamin B2 und Protein wie Rind, aber weniger Zink und Vitamin B12. Im Vergleich je 100 g Keulen von Haus- und Wildschwein überzeugt Wild mit 5 µg Vitamin B12, die des Hausschweins enthält 2 µg. Als Lieferant von Vitamin B1 hingegen steht das Hausschwein mit 0,9 mg weit vor dem Wildschwein mit 0,1 mg. Weil sich das Fettsäurenmuster im Fleisch abhängig vom Futter entwickelt, trifft die Aussage, Wild sei besonders reich an Omega 3-Fettsäuren nicht immer zu. Jede Art besitzt ein spezifisches Nährstoffmuster. Insgesamt ist Wildbret ist eine wertvolle Komponente einer ausgewogenen Ernährung, doch nicht generell wertvoller als anderes Fleisch.