
Senfallergien sind hierzulande relativ selten und betreffen vor allem Erwachsene. Entweder treten sie als Nahrungsmittelallergie auf oder als Kreuzreaktionen bei Beifußpollenallergie. Die Allergene befinden sich im Senfkorn. Einmal sensibilisiert, führen Dosen im Mikrogrammbereich zu Symptomen. So kann bereits senffreie Wurst allergische Reaktionen auslösen, wenn sie auf einer kontaminierten Maschine geschnitten wurde.
Senf und Meerrettich haben eines gemeinsam: Senföle, die ihnen die Schärfe geben. Dabei handelt es sich um ätherische Öle, die in vielen weiteren Kräutern und Gemüsesorten vorkommen wie Kresse, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rucola. Auslöser einer Senfallergie sind jedoch nicht die ätherischen Öle, sondern pflanzenspezifische Eiweißverbindungen. Deshalb dürfen Senfallergiker Meerrettich und alle Gemüse mit Senfölen essen, sofern keine andere Allergie oder medizinische Gründe dagegensprechen. Anders verhält es sich mit der fettigen Komponente Senföl, einem zunehmend beliebten Speiseöl, das durch Pressen von Senfkörnern gewonnen wird. Zu rund 30 Prozent bestehen diese aus Fett. Aus Gründen der möglichen Kontamination rät man Allergikern vom Verzehr des Speiseöls „Senföl“ ab.