Stolberg am Südharz

Hoch über der schmucken Fachwerkstadt thront das Schloss der Grafen zu Stolberg. - © Wylegalla

Bevor Stolberg im 13. Jahrhundert das Stadtrecht verliehen wurde, wurden hier bereits seit 1000 n.Chr. Eisen, Kupfer und Zinn, aber auch Edelmetalle abgebaut. Aus der ersten urkundlichen Erwähnung erfahren wir, dass sich hier um 1210 die Grafen zu Stolberg niedergelassen haben. Seit März dieses Jahres ist das Schloss wieder für Besucher geöffnet worden.

Im Bauernkrieg war die Stadt unter dem hier gebürtigen Bauernführer Thomas Müntzer Stätte mehrerer Kämpfe. Seit 1535 hatte Stolberg eine eigene Münze, in der sich heute ein Museum befindet. Im 17. Jahrhundert wurde der Bergbau eingestellt und 1815 wurde die bis dahin sächsische Stadt in das preußische Königreich eingegliedert. Seit 1946 ist Stolberg Kurort.

Ein Besuch lohnt sich besonders zum „Stolberger Lerchenfest“ mit Akteuren und Händlern in mittelalterlichen Gewändern. Das Spektakel wird jedes Jahr am zweiten Augustwochenende veranstaltet.

Die Stolberger Folkloregruppe singt das Lerchenlied. Koch und Lehrausbilder Jens Gottschalk aus dem „Gasthaus Kupfer“ schlüpft in die Rolle des Fleischermeisters Mansfeld und trägt
mit Engagement die Geschichte der Stolberger Spezialität vor. Zum 8. Lerchenfest in diesem Jahr hat Fleischermeister Christian Kulbe erstmals die längste Lerche der Welt mit einer Länge von zwei Metern hergestellt.

Reinhard Wylegalla