Noch steht keine elektronische Nase zur Erkennung der Ebergeruchsstoffe Androstenon und Skatol am Schlachtband zur Verfügung. In der Praxis kommen deshalb geschulte Testpersonen zum Einsatz, die die unerwünschten Stoffe sensorisch sicher identifizieren können. Doch Androstenon und Skatol können nicht von allen Menschen gleichermaßen wahrgenommen werden. Wie ist es um die eigene Sensitivität bestellt? Das Seminar zur Erkennung von Ebergeruchsstoffen der DLG-Akademie (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), Frankfurt am Main, gibt auf diese und andere praxisrelevante Fragen eine Antwort.

Das Intensivseminar findet direkt im Anschluss an die Internationale DLG-Qualitätsprüfung für Schinken und Wurst am 3. März von 14 bis 17 Uhr in Bad Salzuflen statt und kann mit einem Zertifikat abgeschlossen werden. Referentin ist Carol Bader-Mielke (Zoetis Deutschland-GmbH).
Mit der Novellierung des deutschen Tierschutzgesetzes wird ab 2019 die bisher gängige Praxis der betäubungslosen chirurgischen Kastration männlicher Ferkel verboten. Obwohl die Kastration mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist, ist das Verfahren weit verbreitet, um nachteilige Geruchsabweichungen zu verhindern. Bei der alternativ angewendeten Ebermast können sich insbesondere im Fleisch bzw. Fett der unkastrierten Eber vermehrt unerwünschte Substanzen, vor allem Skatol und Androstenon, anreichern, deren Geruch häufig als stall-/fäkalartig bzw. urin-/schweißartig beschrieben wird.
Ziel muss es sein, dass kein geruchsbelastetes Eberfleisch in den Handel gelangt oder ungewollt verarbeitet wird. Hierzu müssen auch Mitarbeiter der Qualitätssicherung, Verarbeitung und Überwachung wissen, ob sie den Ebergeruch sicher erkennen können. Nur dann kann gewährleistet werden, dass Schweinefleisch auch künftig eine hohe Verbraucherakzeptanz genießt.