Mit einem Besuch bei der Landschlachterei Burmeister in Viöl beendete Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck am 12. Juli 2013 seine einwöchige „Sommerreise zur Nutztierhaltung“.

Nach einem Betriebs-Rundgang diskutierte Dr. Habeck mit Barbara und Jens-Uwe Burmeister, Peter Raabe (Landesinnungsmeister und Obermeister der Innung Westküste) und Gerhard Claußen (stellvertretender Obermeister der gesamten Westküste) über politische Maßnahmen, die das Fleischerhandwerk unterstützen können.
Burmeister forderte, Hemmnisse abzubauen und zum Beispiel die Untersuchungen zur Schadstoffbelastung bei Schaflebern abzuschließen. Die Verordnung sei derzeit so, dass er Lammlebern verwerfen müsse. In anderen Bundesländern würden diese Lebern aber nicht beanstandet, obwohl die Lämmer aus Nordfriesland stammten. Minister Habeck versprach, das Thema in der Agrarministerkonferenz anzusprechen.
Peter Raabe erläuterte, dass die Fleischindustrie das Kilo Fleisch rund zwei Euro günstiger produzieren könne, weil sie niedrigere Löhne als das Fleischerhandwerk zahle. Das führe zu Wettbewerbsverzerrungen. „Unsere Verkaufspreise liegen um die Hälfte höher als die des Discounters“, erklärte Burmeister. Eine Scheibe Kotelett beim Discounter gegenüber würden 80 Cent kosten, bei ihm im Fleischer-Fachgeschäft 1,20 Euro. Aber der Preis sei bei den Kunden hier in Viöl nicht das Hauptproblem. Der Kunde mache sich keine Gedanken über das Tier, das zur Wurst verarbeitet werde, sondern kaufe da, wo es für ihn am bequemsten sei. „Wir Verbraucher haben es uns abgewöhnt, Fleisch wertzuschätzen“, sagte Burmeister und forderte mehr Verbraucheraufklärung.
Der Minister informierte sich darüber hinaus über „Uthlande“, eine Marke für Produkte von den Inseln. Burmeister schlachtet die „Uthlande“-Rinder exklusiv. Auf die Ministerfrage, ob ein regionales Label wie „Uthlande“ übertragbar sei auf andere Regionen und dem Handwerk helfen könne, äußerte sich Peter Raabe zurückhaltend: „Je mehr Label, desto mehr bürokratischer Aufwand, Kontrollen und Kosten. Irgendwann ist ein Betrieb nicht mehr belastbar.“
Zum Thema Schlachtkapazitäten erzählte Burmeister, dass es für ihn schwierig gewesen sei, einen Landwirt zu finden, der kleine Mengen Schweine liefern könne. Burmeister schlachtet 30 Schweine in der Woche. „Viele landwirtschaftliche Betriebe sind so groß, dass sie sich mit solchen Anforderungen, die wir an sie stellen, gar nicht mehr abgeben.“ Das Thema Haltung und Tiertransport war ein zentrales Thema der einwöchigen „Sommerreise“ des Ministers.
Mit dem Thema Finanzierung von Investitionen im Handwerk endete der zweistündige Ministerbesuch. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Bürgschaftsbank bessere Programme für das Handwerk auflege, versprach Dr. Habeck. Einzelbetriebliche Förderungen lehnt er aber ab, weil sie „System verfälschend“ seien.