Schlachthof Genossenschaft

In dem kleinen Ort Andeer im schweizerischen Kanton Graubünden haben sich Landwirte im Jahr 1998 zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und vor neun Jahren eine eigene Fleischerei gegründet. In der Genossenschaftsfleischerei werden nur die Tiere der Genossenschaftsbetriebe geschlachtet und individuell verarbeitet. Es gibt kein Ladenlokal und keine Internetvermarktung.

In der Fleischerei der Genossenschaft wird das Fleisch nach den Wünschen der Landwirte verarbeitet. - © Eveline Dudda, Landwirtschaftlicher Informationsdienst / www.lid.ch

Schlachthof Genossenschaft

Das Ziel der Betriebsgründung war es, für den Direktvertrieb ab Hof die beste mögliche Qualität zu erhalten und möglichst authentisch in der Region arbeiten zu können. Pro Jahr werden etwa 800 bis 900 Stück Vieh in dem kleinen Betrieb geschlachtet und verarbeitet.

Was mit dem Fleisch geschieht, bestimmt ganz alleine der Hof, von dem das Vieh stammt. So bekommt jeder Hof seine individuelle Ware und kümmert sich selbst um die Vermarktung. Durch den gemeinsamen Schlachtbetrieb ist sichergestellt, dass die Schlachtung und Verarbeitung unter hygienisch einwandfreien Bedingungen stattfinden. Um das Arbeitspensum schaffen zu können, fassen die Landwirte in der Regel selber mit an und helfen beim Verpacken und Verladen der fertig zugeschnittenen Teilstücke und der Würste.

Die Landwirte sind auf die Idee mit dem eigenen Schlachthaus gekommen, um völlig unabhängig entscheiden und bestimmen zu können, was mit dem Fleisch ihrer Tiere geschehen soll, wie es portioniert und verarbeitet und wann es geschlachtet werden soll. Auch die teilweise langen und umständlichen Transportwege aus den Schweizer Bergen bis zu den teilweise weit entfernten Schlachthöfen sollten den Tieren erspart bleiben.

Auf diese Art und Weise ist eine ganz und gar regionale Lösung entstanden. 65 Landwirtschaftsbetriebe aus dem Umland des Schlachthauses bringen heute ihre Tiere nach Andeer zum Schlachten und Verarbeiten. Das Konzept ist aufgegangen. Die Betriebe haben nicht nur ihre eigene Wertschöpfung verbessert, sie haben auch noch Arbeitsplätze geschaffen und ihre Produkte erfreuen sich in der jeweiligen Region großer Beliebtheit.