Die Privat-Fleischerei Reinert, Versmold, hat am 7. Oktober auf der Anuga an drei Metzger-Nachwuchskräfte Stipendien für ihre Meister-Ausbildung in Höhe von insgesamt 12.000 Euro vergeben. Robert Gruchow aus Marienberg, Robert Luschei aus Berlin und Wiebke Welter aus Hilten erhielten die Urkunden für ihre Stipendien von Hans-Ewald Reinert, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Reinert.

Mit der Förderung möchte sich das Familienunternehmen für den Branchennachwuchs stark machen und damit die Professionalität des Fleischerhandwerks sichern. „Leider ist die Zahl derer, die sich für eine Karriere in der Fleischerbranche entscheiden, relativ gering“, sagt Hans-Ewald Reinert. 2011 legten nur 493 Gesellen ihre erfolgreiche Prüfung zum Metzgermeister ab. 1990 waren es noch 1.656 (Quelle: DFV Geschäftsbericht 2011/12). „Deshalb möchten wir gezielt Anreize schaffen, um neue, engagierte Fachkräfte zu gewinnen und sie in ihrer Ausbildung unterstützen.“
Bereits im Frühjahr hatte Reinert die Stipendien deutschlandweit ausgeschrieben. „Die Qualität der Bewerber war insgesamt sehr hoch. Das hat uns gezeigt, dass viele junge Metzgergesellen motiviert sind, ihr Handwerk mit Leidenschaft voran zu bringen“, sagt Reiner. Die drei Gewinner überzeugten die Jury durch ihre klaren beruflichen Ziele, ihr eigenes Engagement für den Nachwuchs, etwa durch eine Ausbildertätigkeit, und ihre besondere Begeisterung für ihren Beruf.
„Die Ausbildung zum Meister in Fleischerhandwerk und Industrie läuft bei vielen jungen Kollegen parallel zum Berufsalltag. Das bedeutet fast immer eine Doppelbelastung, die von unseren Nachwuchskräften viel Motivation und Einsatz erfordert. Die Initiative „Reinert Meister-Stipendien“ setzt an einem der Hauptprobleme der gesamten Fleischwirtschaft, dem Nachwuchsmangel, an und trägt mithin zur Zukunftssicherung und Weiterentwicklung unserer Branche bei“, sagt Heinz-Werner Süß, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands.
Reinert setzt immer wieder Impulse, um neue Fachkräfte zu gewinnen und das Image des Fleischerberufs zu modernisieren. Jüngst etwa mit dem Metzger-Kalender, einem Männerkalender für Fleischereifachverkäuferinnen, in dem nur echte Metzger abgelichtet werden. Den Erlös aus dem Kalenderverkauf investiert Reinert wiederum in die Nachwuchsförderung. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen auch per Graffiti neue Auszubildende gesucht. Dabei hatten Künstler auf eine Hausfassade die lebensgroßen Graffiti-Abbilder von Hans-Ewald Reinert sowie einiger Mitarbeiter aufgebracht und darunter den Slogan gesetzt „Join the Family. Karriere im Kopf? Dann bewirb Dich auf www.reinert.de“.