Nachhaltigkeit: Verantwortungsvolle Führung ist gefragt

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung: Diese drei Begriffe stehen für die großen Ziele der Zeit. Unternehmen konzentrieren sich in dieser ESG-Strategie (Environmental Social Governance) verstärkt auf soziale Themen und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, um Nachhaltigkeit zu fördern. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der Zertifizierungsgesellschaft DNV, Hamburg. Ein weiterer Faktor ist laut Umfrage ein zertifiziertes Managementsystem, das sowohl die Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele als auch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) adressiert.

Ein zertifiziertes Managementsystem schafft bei Kunden und Investoren Vertrauen in die Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen. „Es gibt eine Verschiebung hin zu einem stärkeren Fokus auf Soziales und Governance. Das ist insbesondere bei großen Unternehmen zu erkennen und auf ein sich wandelndes Risikobild zurückzuführen“, sagt Barbara Frencia, CEO von Business Assurance bei DNV. „Unternehmen streben eine Verbesserung der Leistung in Bereichen wie Informationssicherheit und KI-Implementierung an, die nicht mehr als optional, sondern als wesentlich für den Aufbau von Vertrauen, die Entwicklung von Widerstandsfähigkeit und die Gewährleistung der Geschäftskontinuität eingestuft wird.“

Für mehr als die Hälfte der Befragten hat Nachhaltigkeit inzwischen eine sehr hohe oder hohe Priorität. 85 Prozent der Befragten haben bereits Maßnahmen in diesem Bereich ergriffen, 15 Prozent sind in der Planung. Darüber hinaus haben sich 70 Prozent bereits zu einem der UN-Ziele verpflichtet oder planen dies.

Große Unternehmen sind in Sachen Nachhaltigkeit führend: 94 Prozent von ihnen ergreifen Maßnahmen, während es bei kleinen Unternehmen nur 75 Prozent sind.

Initiativen wie Energieeinsparungen, Abfallmanagement und die Verringerung von Treibhausgasemissionen stehen nach wie vor im Mittelpunkt vieler Unternehmen. Diese Maßnahmen machen 88 Prozent der Nachhaltigkeitsanstrengungen der Befragten aus. Große Unternehmen wenden 95 Prozent ihrer Ressourcen für Umweltfragen auf, speziell für die Verringerung von Emissionen. Dieser Trend wurde wahrscheinlich durch die jüngste Energiekrise verstärkt, während andere Faktoren mit Trends wie der Reduzierung von Kunststoffabfällen, Verpackungen und Materialien zur Verbesserung der Produktnachhaltigkeit zusammenhängen könnten, heißt es in der Umfrage.

Es überrascht daher nicht, dass bei den Vorteilen die Einsparungen bei Ressourcen, Materialien und Energie am häufigsten genannt wurden. Als weitere positive Ergebnisse werden die Einhaltung von Vorschriften, die Gewinnung von Kunden und eine verbesserte Unternehmenspolitik genannt.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Unternehmen den Dimensionen Soziales und Unternehmensführung mehr Aufmerksamkeit schenken. Laut Umfrage machen diese Bereiche 73 Prozent und 65 Prozent der Nachhaltigkeitsbemühungen aus, mit steigender Tendenz. Diese breitere Sichtweise von ESG gilt insbesondere für den Bereich Governance. Dort dürfte die derzeitige Zahl von 65 Prozent auf voraussichtlich 86 Prozent steigen, da mehr Unternehmen Initiativen in Bereichen wie Unternehmensverantwortung, interne Richtlinien und Vorschriften sowie Risikomanagementstrategien planen.

Die Umfrage nennt die „neue Risikowirklichkeit“ als treibende Kraft hinter dem verstärkten Fokus auf Corporate Governance, wobei Themen wie Korruptionsbekämpfung, Informationssicherheit und DEI im Vordergrund stehen. Große Unternehmen sind in allen drei ESG-Dimensionen am aktivsten, wobei Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit im sozialen Bereich an erster Stelle stehen, gefolgt von Wohlbefinden, Ausbildung und Entwicklung sowie Gleichberechtigung und Inklusion.

83,5 Prozent der Unternehmen sind der Ansicht, dass ein strukturierter Ansatz mit Managementsystemen, die anerkannten ISO-Normen entsprechen, ihre Fähigkeit unterstützt, ESG- und SDG-Verpflichtungen zu erfüllen. 87 Prozent der Befragten sehen in einer unabhängigen Zertifizierung der Systeme einen Mehrwert. Dieser Ansatz könnte auch dazu beitragen, die größten Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit zu bewältigen, indem ein standardisiertes Modell zur Verfügung steht. Laut Umfrage sind dies Datenerhebung, -verfügbarkeit, -qualität, -validierung und -integration.

Auch für den Erfolg von Nachhaltigkeitsmaßnahmen ist laut Umfrage die Herangehensweise entscheidender als der Zeitpunkt, wann damit zum ersten Mal begonnen wurde. Bedeutend ist die Priorisierung dieses Bereichs, die Fähigkeit, eine umfassende Perspektive einzunehmen, und eine strukturierte Vorgehensweise. Darüber hinaus gaben 85 Prozent der Befragten an, dass ihnen der strukturierte Ansatz mit einem unabhängig zertifizierten Managementsystem einen Mehrwert bei der Einhaltung von Vorschriften bietet. Weitere 81 Prozent stimmen der Aussage zu, dass eine Zertifizierung das Vertrauen gegenüber Kunden und anderen Stakeholdern erhöht.

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