Fleischwaren hygienisch zu verpacken, ist längst nicht alles: In Zeiten von Klimawandel, Rohstoffmangel und Energieknappheit zählt neben Schutzfunktionen für Hersteller und Verbraucher immer mehr die Nachhaltigkeit. Frischefolien, Spezialpapiere, To-go-Packs und Hüllen sollen künftig möglichst aus Monomaterialien und recyclingfähig sein. Nachhaltig verpacken ist daher eine zentrale Herausforderung für die Verpackungsbranche.
Verpackungsgesetze der EU und der nationalen Staaten beinhalten immer strengere Richtlinien in punkto Wiederverwertung, Müllvermeidung, -trennung und so weiter. Materialeinsparungen bringen für Fleisch verarbeitende Betriebe auch finanzielle Vorteile, denn hier ist die Bandbreite an Verpackungen für Thekenware, Feinkost und Mittagsmenüs enorm: Ein beschichtetes Papierblatt hemmt das Wachstum von Mikroorganismen, eine Alu-Schale schützt die Temperatur des heißen Gulaschs bei der Fahrt, Folie A das vakuumierte Teilstück beim Reifen, Folie B die Haltbarkeit des unter Schutzgasatmosphäre verpackten Steaks, Folie C den Braten beim Sous-Vide-Garen.
Für den Produktions-, Transport- und Conveniencebereich gibt es inzwischen innovative Verpackungsmittel, die zum Beispiel mehrfach verwendbar, zu 100 Prozent wiederverwertbar oder statt aus Kunststoff und Metall aus pflanzlichen, abbaubaren Rohstoffen sind. Wiederverschließbare Mehrwegschalen, kompostierbare Teller aus Zellulose oder recyclingfähige Dosen und Skinfolien kommen umweltbewussten Konsumenten entgegen, sind werbewirksam und sparen Ressourcen. Alle Bestandteile sollten lebensmittelecht, konform zu den Hygienebestimmungen sein und über gute Durchstoßfestigkeit, Temperaturresistenz und Barriereeigenschaften verfügen.
Inwieweit spezielle Verpackungs-Hardware (Vakuumierer, Siegel-, Clipp-, Begasungsmaschinen) im Betrieb eingesetzt wird, ist nach den Geschäftsschwerpunkten zu entscheiden. Beachtet werden sollte möglichst geringer Platzbedarf, sparsamer Materialverbrauch und leichte Reinigungsfähigkeit.
Die Fleischerei stellt moderne Verpackungslösungen vor, die beim Einsatz in Fleischereibetrieben hilfreich sein können und die Produkte nachhaltig verpacken.
45 Prozent weniger Kunststoff

Der Vakuumbeutel Ecoline von allfo, Waltenhofen, punktet mit 45 Prozent Materialeinsparung und ist damit eine umweltschonende Alternative zu herkömmlichen PA/PE-Vakuumbeuteln. Im Gegensatz zu 90µ starken Siegelrandbeuteln, kommt der Beutel mit einer Stärke von 50µ aus. PA (Polyamid) sorgt für eine Sauerstoffbarriere und Aromaschutz, PE (Polyethylen) schafft eine Feuchtigkeitssperre und gute Siegeleigenschaften.
Die reduzierte Folienstärke schlägt sich auch im Gewicht nieder: Ecoline wiegt nur 5,91 Gramm, während klassische Siegelrandbeutel von allfo auf 9,92 Gramm kommen.
Mit einem PA-Anteil von weniger als 30 Prozent erfüllt der Vakuumbeutel die neuen Vorgaben des Verpackungsgesetzes zur Recyclingfähigkeit. Zukünftig will allfo den schlanken Siegelrandbeutel in bis zu 30 verschiedenen Größen anbieten und zu einem vollwertigen Sortiment ausbauen.
In anderen Ländern, wie Spanien, ist es bereits Fakt und auch in Deutschland könnte das die Zukunft sein: Wer Verpackungen bezieht, muss eine Art Plastiksteuer zahlen. Diese richtet sich nach dem Gewicht der Verpackungen, das heißt: Je weniger eine Verpackung wiegt, desto weniger Kosten fallen für den Anwender an. Ein Beispiel: In Spanien beträgt die Plastiksteuer seit Januar 2023 0,45 Euro pro Kilogramm. Für 100.000 Beutel im Format 200 × 300 mm macht das bei 90µ Stärke rund 460 Euro; für 50µ starke Beutel hingegen nur knapp 260 Euro – eine Kosteneinsparung von 44 Prozent.
Für Frischfleisch und Aufschnitt

Mit der Multifol Extreme bietet Südpack, Ochsenhausen, ab sofort eine Lösung für das Vakuum-Verpacken von Schweinebraten, Kasseler oder Fleischstücken mit knochigen Bestandteilen. Laut Hersteller gewährleistet die Siegelperformance der Folie selbst bei kontaminierten Siegelflächen eine hohe Packungsqualität bei geringer Leckagerate. Zusätzlich punktet das Material, das auch für Tiefkühl-Anwendungen eingesetzt und mit verschiedenen Barriereeigenschaften ausgestattet werden kann, mit guten Tiefzieheigenschaften, guter Verarbeitbarkeit und mit einem um rund 30 Prozent geringeren Gewicht im Vergleich zu konventionellen PA/PE-Strukturen.
Nachhaltig verpacken von Aufschnitt: Südpack hat PP- und PE-basierte Konzepte entwickelt, deren Recyclingfähigkeit mit über 90 Prozent zertifiziert werden kann. Die abgestimmten Ober- und Unterfolien bieten, wie die Multifol Extreme, starke mechanische und funktionale Eigenschaften: Während die tiefgezogene Unterfolie beispielsweise eine ausreichende Stabilität für die Präsentation des Aufschnitts im Kühlregal aufweist, ist die peelfähige Oberfolie besonders dünn und damit materialeffizient – ein Aspekt, der sich ökologisch wie ökonomisch entlang der gesamten Logistikkette auswirkt.
Für Snacks und heiße Mahlzeiten

Weber Verpackungen, Wickede/Ruhr, will mit innovativen Verpackungen (Snack Bag, Fingerfood Bag, Wrap Bag, Loc Bag Razor und Pano Razor) den Verzehr von Snacks unkompliziert und stressfrei gestalten. Das Familienunternehmen setzt dabei auf flexible Verpackungen aus Papier, die vollständig recyclefähig sind. Für Fleischereien eignen sich Snack Bags mit Selbstklebeverschluss und Aufreißperforation oder der Snack Bag Thermo für heiße Mahlzeiten. Damit bleiben Speisen warm und knusprig, auch ohne Alufolie.
Diverse Zertifizierungen wie FSC, PEFC, Blauer Engel, BRCGS, SEDEX und WPV belegen die ökologische Verantwortung des Herstellers. Trotz nachhaltiger Produktion lässt sich jeder Bag individuell gestalten, bedrucken und produzieren. Es ist nahezu jede Form und jeder Druck möglich.
Grüne Serie

Poly-clip, Hattersheim am Main, hat die FCA-Baureihe als „Green Series“ weiterentwickelt. Die FCA 140 Green Series überzeugt laut Hersteller mit fünf Prozent weniger Energieverbrauch im Normalbetrieb, sieben Prozent weniger Energieverbrauch bei intelligenter Schmierung sowie mit neun Prozent weniger Energieverbrauch und bis zu zehn Prozent mehr Leistung, bei Durchlauf mit IFC-Schnittstelle.
Darüber hinaus überzeugt der FCA 140 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 186 Takten pro Minute, für kleine und mittlere Kaliber sowie mit kurzer Stillstandzeit für Darmwechsel und Wartung bei hoher Sicherheit. Ein weiterer Vorteil ist das hygienische Förderband, welches mit einem Griff entnehmbar ist und eine einfache Reinigung gewährleistet. Der robuste Korpus aus Edelstahl fördert Zuverlässigkeit und Lebensdauer.
Antibakterielle Beschichtung

Das Länger-Frisch-Papier von Bausch, Winsen/Luhe, verhindert mit Hilfe einer speziellen antibakteriellen Beschichtung auf der Innenseite das Wachstum von Mikroorganismen. Wurst- und Käseaufschnitte bleiben länger frisch. Das Spezialpapier gibt es individuell bedruckt in großen Gebinden als Serviceverpackung. Für Konsumenten gibt es eine wiederverschließbare Haushaltspackung mit 50 Bögen. Der Kunde kann folierten Wurst- oder Käseaufschnitt wiederverschließbar und frischeverlängernd umpacken, statt Kunststoffdosen, Plastik- oder Alufolie zu verwenden.
Im Fleischer-Fachgeschäft eignet sich das Papier auch als Zusatzsortiment. In dieser Variante ist ein individuelles Layout von Papier, Schachtel und Thekenaufsteller möglich.
Leichter und stapelbar

Von einer Verpackung wird erwartet, dass sie stoßfest ist, vor Nährstoffverlusten schützt und gleichzeitig umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich ist. Die Dosen-Zentrale, Hilden, liefert hierfür mit der tiefgezogenen, BPA-freien und stapelbaren Falzdeckeldose 99/33 Millimeter eine überzeugende Lösung.
Die Weißblechdose mit 200 Gramm Inhaltsvolumen ist mit nur 26 Gramm jetzt ein echtes Leichtgewicht und reduziert nicht nur die Transport- und Logistikkosten, sondern bleibt auch deutlich unter den EU-Richtwerten für BPA. Das Monomaterial-Gebinde erreicht eine Recyclingquote von 85,5 Prozent.
Laut Hersteller überzeugt die geschmacksmustergeschützte Konservendose durch eine verbesserte Stapelfähigkeit, die mit den meisten handelsüblichen Aufreißdeckeln aus europäischer Fertigung kompatibel ist und durch eine robuste Konstruktion, die das Risiko von Undichtigkeiten minimiert.
Monostruktur begünstigt Wiederverwertung

Constantia Flexibles, Wien/Österreich, setzt auf nachhaltig verpacken. Das Unternehmen hat eine Reihe von Monostrukturen entwickelt, darunter das hochbarrierefähige Mono-PE-Produkt, das von Recyclass zugelassen wurde: Die EcoLam-Produktfamilie.
Der Hersteller arbeitet mit diversen Markenherstellern zusammen, um die Monostruktur für weitere Verpackungslinien zu qualifizieren. Die Einführung soll ohne größere Änderung in der Verpackungslinie möglich sein.