Mit Sicherheit gut versorgt

Aktuelle Sabotageakte an kritischer Infrastruktur (KRITIS) verdeutlichen, dass neben der IT-Sicherheit und dem Schutz von Daten auch der Objektschutz eine wichtige Rolle in einer zivilen Gesellschaft spielt. Nicht ohne Grund sind Betreiber sogenannter KRITIS gesetzlich dazu angehalten, ihre Institutionen besonders zu schützen.

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    Young butcher at the meat factory standing by the hanging meat
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    Finger scan for security system
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Zur kritischen Infrastruktur zählen neben Einrichtungen der Energie- und Wasserversorgung, Verkehr, Telekommunikation sowie Medizin letztendlich auch Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie sonstige Betriebe zur Be- oder Verarbeitung von Fleisch einschließlich beauftragter Lohnunternehmer und Entsorgungsunternehmen in einer entsprechenden Größenordnung. Ob ein bedeutender Versorgungsgrad vorliegt, ist vom Erreichen oder Überschreiten von in der BSI-Kritisverordnung aufgeführten Schwellenwerten abhängig. Liegt dieser vor, kann es bei Ausfällen oder Beeinträchtigungen zu Versorgungsengpässen kommen.

In Zeiten von digitalem Datenklau und Cyberangriffen läuft der Objektschutz häufig unter dem Radar, obwohl Zugangs- und Zutrittskontrolle in der Implementierung von Sicherheitsstrukturen eine unerlässliche Rolle spielen. In lebensmittelverarbeitenden Betrieben liegt der Fokus im Wesentlichen auf der Einhaltung und der Dokumentation von Hygiene- und Sicherheitsstandards – insbesondere dem Arbeitsschutz. Denn in kaum einem Arbeitsbereich sind die konsequente Umsetzung und deren Erfassung so wichtig und so weitreichend wie in der Lebensmittelbranche. In puncto Objektschutz müssen hier viele Unternehmen noch nachrüsten, obwohl ein Zugriff durch Externe zu Produktionsausfällen führen und erheblichen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen kann – auch oder gerade bei automatisierten Fertigungsprozessen. Bleibt die Frage, welche technischen Möglichkeiten es derzeit auf dem Markt gibt, die die komplexen Anforderungen der Branche erfüllen, und wie sich die Zukunft der Zutrittskontrolle gestaltet. Individuelle Lösungen bietet die Miditec Datensysteme GmbH, ein Bremer Unternehmen mit Spezialisierung auf Systemlösungen für Zutrittskontrolle, Zeit­erfassung und Gebäudesicherheit.

Eine Lösung für komplexe Anforderungen

Egal ob es um den Zugang zum Gelände, zum Gebäudekomplex oder zu einzelnen Bereichen wie der Anlieferung, Schlachtung, Zerlegung, Weiterverarbeitung oder Verwaltung geht – in jedem Betrieb gibt es unterschiedliche Abteilungen und Räumlichkeiten, die spezielle Hygiene-, aber auch Schutzmaßnahmen erfordern. Größtmögliche Sicherheit und Kontrolle in Gebäuden setzen dabei eine ständige Weiterentwicklung sowie den Gebrauch innovativer Technologien voraus. Dort, wo mehrere Personen zu verschiedenen Zeiten Zutritt zu unterschiedlichen Bereichen benötigen, stoßen mechanische Zylinder mit Schlüssel an ihre Grenzen. Hoher Verwaltungsaufwand, Missbrauch bei Verlust sowie eine fehlende Datenspeicheroption werden aktuellen Anforderungen an komplexe Schließsysteme nicht gerecht.

Für ein differenziertes Zutrittsmanagement führt in der heutigen Zeit kein Weg an einem elektronischen Zugangssystem vorbei, das bei Bedarf erweitert und an die veränderten Bedürfnisse eines Betriebes oder einer Produktionsstätte angepasst werden kann. Dabei geht es nicht nur um die Berechtigung zum Eintritt in ein Gebäude, sondern auch um die Frage, wer danach welchen Bereich betreten darf. Als effektive Alternative zu klassischen Schließzylindern bilden mechatronische Beschläge, wie milock Focus und Zutrittsleser, die Grundlage für ein effizientes Access-Management. Sowohl das batteriebetriebene Focus-System als auch die Wandleser unterstützen das berührungslose Kartenleseverfahren MIFARE sowie andere Lesertechnologien und sind optional mit Bluetooth Low Energy (BLE) ausgestattet. Über eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle im Smartphone sind Schlösser somit sogar per App steuerbar. Zutritt erhalten nur Inhaber von Chipkarten oder mobiler Software mit entsprechenden Berechtigungsprofilen. Auf Wunsch erfolgt zudem eine Protokollierung darüber, welche Chipkarte respektive welcher Mitarbeitende sich zu welchem Zeitpunkt Zutritt verschafft hat. Um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten, verriegelt das Schloss des Systems beim Einschnappen automatisch. Dank Anti-Panik-Funktion lassen sich die Türen jedoch jederzeit von innen öffnen.

Praktische Anwendung

Was in der Theorie eher abstrakt klingt, lässt sich einfach auf die Praxis übertragen. Und die beginnt bereits beim Produktionsgelände, zu welchem nur autorisierte Personen Einlass erhalten. Mit dem Gebäudekomplex und jedem darin enthaltenen Raum verringert oder verändert sich die Anzahl der Befugten. So dürfen die Zerlegung andere Mitarbeiter betreten als beispielsweise die Buchhaltung. Die Geschäftsleitung hingegen möchte zu jeder Zeit in alle Räume gelangen. Um das Zutrittsmanagement in der Praxis so einfach wie möglich zu gestalten und Produktionsabläufe nicht zu verzögern, ermöglichen Schlüsselanhänger oder Karten mit RFID-Transpondern eine berührungslose Bewegung im Unternehmen. Sie sind sicherer und vor allem auch hygienischer als herkömmliche Schlüssel, die daher langsam, aber sicher von der modernen Technik abgelöst werden.

Hinzu kommt, dass RFID die Möglichkeit bietet, viele Vorgänge berührungslos zu gestalten: So gestatten motorbetriebene Mechanismen automatische Türöffnungen. Erfolgt eine Aktivierung mittels RFID, bleiben die Türen aus Sicherheits- und Hygienegründen in der verbleibenden Zeit geschlossen. Ob sich eine oder gleich zwei Türen öffnen, die ein Mitarbeiter in seinem Arbeitsablauf passieren muss, lässt sich individuell programmieren. Und auch für den Notfall ist gesorgt: Das gesamte Gebäude kann mit nur wenigen Mausklicks abgeriegelt werden. So kommt niemand hinaus, zugleich wird ein Eindringen von außen verhindert. In einem sensiblen Bereich, in dem Sicherheit und Hygiene Hand in Hand gehen, ein entscheidender Vorteil. Im Fall eines Feuers ermöglicht die Bereichszählung außerdem die Angabe, wie viele Personen sich noch im Gebäude befinden.

Erhöhte Sicherheit und Hygiene

Moderne Zutrittsanlagen zeichnen sich durch eine hohe Anpassungs- sowie Integrationsfähigkeit aus. Bei Terminals mit kabelloser Technik ist ein Nachrüsten im bestehenden Bau mit einem verhältnismäßig geringen Montageaufwand verbunden, da sich Elektronik und Sperrmechanik im Inneren der Tür befinden. Bei Abteilungen mit hohen Sicherheits- oder Hygieneauflagen lassen sich spezielle Systemlösungen je nach Anforderung um entsprechende Komponenten ergänzen: Ausgereifte Technologien wie PIN, Zutrittswiederholsperre oder Bereichswechselkontrolle sorgen in sensiblen Bereichen für zusätzlichen Schutz.

Durch die Programmierung von Transponder-Karten lassen sich nicht nur einzelne Nutzerlizenzen erteilen, sondern auch komplexe Berechtigungskonzepte erstellen. So erhält ein Mitarbeiter über die Karte nicht nur Zugang zu seinem Arbeitsplatz, sondern auch zu seinem Spind. Gleichzeitig wird seine Anwesenheit beim Einlesen der Karte erfasst. Auch das Passieren von Hygieneschleusen oder die Aktivierung von Desinfektionsprozessen kann über den Transponder erfolgen. So lässt sich im Anschluss nicht nur rückverfolgen, ob eine Desinfektion stattgefunden, sondern auch wie lange sich der Mitarbeiter in der Schleuse aufgehalten hat. Für externe Gruppen wie etwa Lieferanten oder Reinigungspersonal lassen sich softwareseitig fixe Zeitfenster programmieren, sodass deren Zutritt nicht nur auf bestimmte Bereiche, sondern auch auf bestimmte Zeiten begrenzt ist. Durch die Kopplung des Zutrittsmanagements an einzelne Profile mit entsprechenden Zugriffsebenen und -bereichen lässt sich eine Zugangsberechtigung beim Ausscheiden von Personal ohne großen Aufwand entziehen. Auch im Fall eines Stromausfalls sollte für ausreichend Sicherheit gesorgt sein: Eine integrierte Rück­fall­ebene garantiert die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit bei Netz­unterbrechung im Offline-Modus. On- und Offline-Komponenten greifen bei einem modernen Sicherheitskonzept perfekt ineinander.