Mit Immobilien vorsorgen

In Zeiten niedriger Zinsen fällt es schwer, ausreichend Kapital fürs Alter aufzubauen, vor allem wenn Sicherheit ein wesentliches Kriterium der Anlageform sein soll. Der Erwerb von Immobilien kann hier durchaus eine Möglichkeit sein, den Spagat zwischen Rendite und Sicherheit zu schaffen.

Wer eine Immobilie als Renditeobjekt erwerben möchte, ist in der Regel auf die Unterstützung von Experten angewiesen. Denn für die wenigsten gehört eine Investition in dieser Größenordnung zum alltäglichen Geschäft. Konkret sollten dazu Überlegungen angestellt werden, Ein Immobilieninvestment erfordert profunde finanzwirtschaftliche Kompetenz sowie umfassende Kenntnisse des Finanz- und des Immobilienmarktes. Erste Anlaufstelle für Informationen und Beratung ist häufig die Hausbank, die entweder über eigene Immobilienabteilungen oder über gute Kontakte zu verlässlichen Maklern vor Ort besitzt. Ein weiterer Vorteil: Kommt ein solcher Kontakt auf diesem Wege zustande, sieht sich die jeweilige Hausbank in aller Regel in der Pflicht, eine gute Beratungsqualität zu bieten.

Langfristige Anlage

Die konkrete Entscheidung für eine oder mehrere Immobilien sollte das Ergebnis einer ausführlichen Vorbereitung sein, etwa bezogen auf den Anlagehorizont. Im Gegensatz zu „klassischen“ Finanzanlagen sollte hier nämlich mit Laufzeiten von zehn und mehr Jahren kalkuliert werden. „Schnäppchenmentalität“ ist hier fehl am Platze, da Unwägbarkeiten wie Mieterwechsel oder ein unerwarteter Sanierungsaufwand ursprüngliche Renditeerwartungen schnell relativieren können. Im Übrigen sind auch zahlungsfähige Mieter daran interessiert, mit einem verlässlichen Partner möglichst lange zusammenzuarbeiten.

Auf die Lage kommt es an

Wie bei nahezu jeder Immobilie ist die Lage des Objektes von entscheidender Bedeutung. Die zur Zeit eines Kaufs (hoffentlich) bestehende überdurchschnittliche Infrastruktur sollte sich in den kommenden Jahren natürlich nicht verschlechtern. Zusätzliche Gewerbebetriebe in der Nähe, lärmintensive Straßenanbindungen oder ein vielleicht bereits geplanter Flughafen sowie andere Gründe können sich negativ auf die Wertentwicklung des Objektes auswirken. Hier zeigt sich, welche Bedeutung professioneller Beratung zukommt. Dazu gehören Prüfungen der Bauleitplanung ebenso wie örtliche Kenntnisse und Kontakte zu kommunalen und wirtschaftlichen Institutionen. Wichtig in jedem Fall: Der Investor muss jeden Schritt zur späteren Entscheidung persönlich begleiten. Eine gewisse Entlastung kann ein kompetenter Steuerberater bieten, der bei den Renditevorstellungen seines Kunden ja bereits eine wichtige Rolle spielt. Umso besser, wenn er sich auch mit weiteren Details eines Immobilienerwerbs auskennt.

Einstandspreis realistisch kalkulieren

Ob ein Einstandspreis einschließlich einer gegebenenfalls erforderlichen Anfangssanierung nun bei einem Faktor von zum Beispiel 10 oder von 15 der jährlichen Mieteinnahmen als angemessen oder nicht einzustufen ist, kann nur vor Ort entschieden werden. Klar ist aber, dass jeder hartnäckig verhandeln muss, wenn er eine nachhaltige und angemessene Rentabilität erzielen möchte. Bei geschicktem Verhandeln können sich im Lauf der Jahre nämlich durchaus Bewertungsreserven bilden, die bei einem späteren Verkauf realisiert werden können. Es ist also sinnvoll, bereits den Einstandspreis entweder selbst professionell einzuschätzen oder sich auch hier kompetenter Beratung zu bedienen.

Das gilt übrigens auch bei einer späteren Fremdverwaltung, die Immobilienkäufer üblicherweise nicht selbst leisten können. Der mehr oder weniger regelmäßige Kontakt zu Mietern, Handwerkern und Behörden ist naturgemäß aufwändig und meist auch arbeitsintensiv, so dass sich das Entgelt für professionelle Verwalter in aller Regel lohnt.