Kutterhilfsmittel

Bei der Herstellung von Brühwurst kommen oft sogenannte Kutterhilfsmittel zum Einsatz. Auf was es dabei ankommt, welche verschiedenen Arten es gibt und was die Alternative zum Kutterhilfsmittel auf Phosphatbasis auszeichnet.

Fleisch im Kutter mit Kutterhilfsmittel
Die Verwendung von Phosphat als Kutterhilfsmittel ist in Deutschland nur in einer bestimmten Konzentration zulässig. - © Deutscher Fleischer-Verband

Kutterhilfsmittel werden in der Lebensmittelindustrie und in Metzgereien beim Kuttern von Fleisch eingesetzt. Ein Kutter ist eine Maschine zum starken Zerkleinern von Fleisch. Ziel der beigefügten Kutterhilfsmittel ist es, die Konsistenz des gekutterten Fleisches (sogenanntes Brät) konstant zu halten und das Wasserbindungsvermögen zu verbessern.

Das beliebteste und wirksamste Kutterhilfsmittel ist das Phosphat. Jedoch ist die Bezeichnung Phosphat zu ungenau, da längst nicht jedes Phosphat als Kutterhilfsmittel verwendet werden kann oder darf.

Chemisch handelt es sich bei den Phosphaten um die Salze der verschiedenen Phosphorsäuren. Phosphate kommen in fast allen Lebensmitteln natürlich vor und sind ein bedeutender Zusatzstoff bei der Zubereitung einer riesigen Bandbreite von Lebensmitteln und Getränken.

Vorgaben in Deutschland

In Deutschland ist in Fleischwaren nur die Verwendung der Natrium- und Kaliumsalze der Diphosphorsäure in einer Konzentration von bis zu fünf Gramm pro Kilogramm zulässig. Der pH-Wert einer 0,5-prozentigen wässrigen Lösung des Diphosphats darf nicht höher sein als 7,3.

Phosphate mit einem höheren pH-Wert würden den pH-Wert im Fleisch ebenfalls erhöhen, wodurch sich die Wasserbindefähigkeit des Bräts weiter steigern ließe. Eine solche „Verwässerung“ von Produkten wird im deutschen Lebensmittelrecht jedoch als Täuschung der Verbraucher angesehen und ist darum verboten. Da die Verwendung solcher Phosphate in anderen EU-Mitgliedsstaaten jedoch zulässig ist, ist auch der Verkauf von Fleischwaren, die so hergestellt wurden, in Deutschland zulässig.

Verschiedene Arten von Kutterhilfsmitteln

Die verschiedenen Kutterhilfsmittel unterscheiden sich hauptsächlich bloß in einem Faktor: Es gibt Kutterhilfsmittel mit Umrötung und solche ohne Umrötung. Soll das Endprodukt eher rötlich aussehen, wie beispielsweise bei Leber- oder Fleischkäse, sollte Kutterhilfsmittel mit Umrötung verwendet werden. Zur Herstellung von feinem Brät, wie zum Beispiel Aufschnitt oder Weißwurst, kann Kutterhilfsmittel ohne Umrötung zugegeben werden. Dadurch behält das Fleisch die hellere Farbe.

Alternative zum Kutterhilfsmittel auf Phosphatbasis

Gerade Bio-Wurst- und Fleischwarenhersteller verwenden in der Produktion kein Kutterhilfsmittel auf Phosphatbasis. Sie setzen vermehrt auf „Bio Tex Pure“ – ein Präparat zur Herstellung von Brühwurst. Die mild aromatische Mischung ersetzt Citrat und Phosphat auf natürliche Weise. Das natürliche Kutterhilfsmittel ist sowohl für Bio-Erzeugnisse als auch für konventionelle Wurstwaren geeignet.