Kutter für Brätproduktion im XXL-Format

Ziel ist ein homogenes Brät – und zwar im Mega-Modus: Wer im Industriemaßstab Fleischwaren herstellt, braucht für Brüh- oder Kochwurst Kutter mit teils über 1.000 l Schüsselvolumen, die energieeffizient Rohstoffe jeglicher Konsistenz verarbeiten können und dabei Vorteile wie Touch-Steuerung und Hygienic Design integrieren.

Hohe Verarbeitungskapazität ist nicht alles für moderne Schneidmischer. Die Masse, die aus Zutaten wie Fleisch, Fett, Wasser und Gewürzen entsteht, soll stabil und kontaminationsfrei sein. Für alternative Produkte müssen Kutter eine Verarbeitungsbandbreite von frischen bis gefrorenen Rohstoffen, von gröberen bis zu pürierten Endprodukten mitbringen.

Ob Standard-, Vakuum-Kutter oder Gerät mit Kochfunktion: Individuell anpassbare Rotationsgeschwindigkeiten von Schüssel und Messern, variable Schneid-/Trennsätze und Linienfähigkeit – zum Beispiel mit Fleischwölfen – sollten ebenso zu ihren Leistungsmerkmalen gehören wie einfache Be- und Entladung, bedienerfreundliches Handling via Display, elektronische Speicherung von Rezepturen und Produktionsdaten, fortschrittliche Schalldämmung und ein Design aus rostfreiem Edelstahl ohne Ecken und Kanten, das die Reinigung von Kutterschüssel und Oberflächen erleichtert.

Hygieneverschlüsse oder Dichtungen aus detektierbaren Materialien können das Risiko von Verunreinigungen verringern, Hebevorrichtungen für Euronorm-Fleischkisten, geteilte Deckel oder Kesselklappen können Befüllung und Säuberung komfortabler machen. Der Blick auf ECO-Funktionen, Langlebigkeit und Wartungsfreiheit hilft, Zeit und Geld zu sparen. Ob ein Unternehmen bei einer Investitionsentscheidung auf besondere Feinstzerkleinerungs-, Emulgier- oder Homogenisierungsfähigkeiten eines Kutters setzt, hängt immer auch von dessen Produktsortiment ab.

Die Fleischerei stellt nachfolgend Schneidmischer namhafter Hersteller vor, die dabei helfen können, den Produktionsprozess in der Fleischwarenindustrie weiter zu optimieren.

Haltbarkeit und Gewichtstreue

Feinstzerkleinerung bei kompakter Bauweise: Der neue Vakuum-­­Konti-Kutter KK 144 c. - © Seydelmann

Der neue Vakuum-Konti-Kutter KK 144 c von Seydelmann, Stuttgart, ist der kleine Bruder des ebenfalls neuen KK 254 c. Beide Maschinen ermöglichen, bei kompakter Bauweise eine Feinst­zerkleinerung unter Vakuum. Das fördert Haltbarkeit und Gewichtstreue der Endprodukte.

Der neu entwickelte Automaten­mischwolf AE 130 M vereint bei geringem Platzbedarf vier Funktionen und erhöht damit die Flexibilität in der Produktion. Er ermöglicht das Mischen und anschließendes Wolfen über den Wolfauslass oder Wolfen mit anschließendem Mischen und Entleerung über die Entleerklappe. Dank entnehmbarem Mischwerk und großer Zubringerschnecke ist er auch als reiner Automatenwolf einsetzbar und kann problemlos ganze Muskelstücke zuverlässig dem Schneidsatz zuführen. Der Einsatz als reiner Mischer mit Entleerung über die separate Entleerklappe rundet die Einsatzmöglichkeiten ab.

Optional kann der AE 130 M mit einem manuellen oder pneumatischen Trennsatz, der neuen Seydelmann- Schneidtrommel und einer Hebevorrichtung für E2-Kisten ausgestattet und betrieben werden. Die Schneid­trommel gewährleistet das effiziente Austrennen von Hartteilen wie Knochenstücken, Knorpeln oder Sehnen. Aber auch Fremdkörper wie Kunststoffteilchen oder Folienreste werden zuverlässig und ohne weitere Zerkleinerung ausgetrennt.

Neu ist die Steuerung Auto-Command 500, die jetzt auch bei allen Handwerkskuttern zur Standardausstattung gehört. Sie ermöglicht neben dem manuellen Betrieb eine automatische Programmsteuerung unterschiedlicher Rezepturen. Das benutzerfreundliche Design und die Logik der Anzeige stellt eine prozesssichere und intuitive Bedienung sicher und ist damit auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel.

Feinheitsgrad und Flexibilität

Das Schneidsystem des FL 175 D bietet Flexibilität bei geringem Temperatureintrag und kurzen Emulgierzeiten. - © Karl Schnell

Die Feinstzerkleinerer der FL-Serie von Karl Schnell, Winterbach, sind essenzielle Komponenten zahlreicher Prozesslinien. Sie zeichnen sich durch ihre Flexibilität für Zerkleinerungs- und Homogenisierungsaufgaben aus und können an die Anforderungen verschiedener Anwendungen angepasst werden. Die Kombination mehrerer Schneidprinzipien in einer Maschine ermöglicht die Herstellung hochfeiner Produkte in einem Arbeitsgang.

Die kontinuierliche Zufuhr über eine Produktpumpe oder einen Zuführbehälter mit integrierter Zubringerschnecke erlaubt eine konstante Temperatursteuerung selbst bei hochviskosen Produkten. Das integrierte Schneidsystem mit seinen Schneidsatzvarianten ermöglicht beinahe kontaktloses Schneiden für besondere Feinheit und besten Biss bei gleichzeitig geringem Verschleiß der Schneidwerkzeuge.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. So ist die Herstellung von Emulsionen aus gefrorenen, vorgebrochenen Ausgangsmaterialien ohne zusätzlichen Vorbereitungsaufwand möglich. Zudem bieten Feinstzerkleinerer der FL-Serie den Einstieg in die Prozessautomatisierung zur Herstellung von feinstzerkleinerten Produkten und Hilfsstoffen. Es gibt einen einfachen einstufigen Schneidsatz bis hin zu mehrstufigen High-End-Systemen mit rotierenden Lochplatten (RotaPlate).

Die Vielfalt der Bohrungsgrößen bei Messer/Lochplatten- und RotaPlate-Systemen ermöglicht ein optimales Ergebnis bei allen Feinheitsgraden. Durch verschiedene Baugrößen sind die Systeme in unterschiedlichen Maschinen einsetzbar.

Hygiene und Effizienz

Beim Industriekutter VCM 550 stehen Hygiene und Ressourcen­effizienz im Fokus. - © K+G Wetter

Lebensmittelverarbeitung im XXL-Format mit Fokus auf effizienten Ressourceneinsatz und Hygiene bis ins Detail: Dafür stehen die Industriekutter von K+G Wetter, Biedenkopf-Breidenstein. Hygienic Secure ist Standard: Große Klappen erlauben bei den Vakuumkuttern den einfachen Reinigungszugang zum Kesselraum. Bauteile wie Messerdeckelstreifen oder Schüsselpilzauflage lassen sich zur Reinigung leicht entnehmen und einbauen. Bis hin zum Schalldämpfer sind die Kutter hygienisch durchdacht: Ablagerungen und Keime haben keine Chance.

Bei den Kuttern mit Kochfunktion haben die K+G-Ingenieure mit der doppelwandigen Kutterschüssel eine technische Lösung entwickelt, die mit ausgesprochen wenig Wasser und Energie kocht und kühlt. Die Vakuum-Industriekutter sind zudem mit einer robusten, wartungsfreien Wasserring-Vakuumpumpe ausgestattet, die den Wasserverbrauch minimiert.

Individualität und Stabilität

Die geringen Abstände von Messer zu Schüssel sorgen bei Kuttern von Laska für ein feines Brät. - © Röhr

Bei den Kuttern von Laska, Traun/Österreich, können alle Produktionsparameter (Schüsseldrehzahl, Messerwellendrehzahl) individuell angepasst werden. Eine speziell gelagerte Messerwelle und eine Schüssel mit hoher Rundlaufstabilität machen minimale Abstände zwischen Messer und Schüssel oder Messerhaube für eine 360°-­Schneidwirkung möglich. Ein integrierter Schaltschrank mit elektrischer Antriebstechnik sorgt für Raum- und Energieeffizienz.

Die Schneidwirkung des Kutters wurde in den letzten Jahren stetig verbessert und Drehzahl, Messerform und Schneidraum optimiert. Besondere Auswirkung hat dies auf die Stabilität des Bräts, die Reinigung der Maschine und die Wartung des Schneidsatzes. Mit der speziellen Schneidgeometrie und hohen Schnittgeschwindigkeiten sorgt der Kutter schnell für ein gleichmäßig glattes und bindiges Produkt.

In Verbindung mit anderen Maschinen eignet sich der Kutter für große und kleine Verarbeitungsmengen. Es können sowohl Frischfleisch als auch vorzerkleinertes Gefrierfleisch verarbeitet und Schwartenemulsionen produziert werden. Alle Kutter sind aus massiven, rostfreien Materialien gefertigt, entsprechen den Hygieneanforderungen und bieten leichte Reinigungsmöglichkeiten.