Herkunftskennzeichnung loser Ware wird Pflicht

Im Bundesgesetzblatt wurde die Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung veröffentlicht. Damit ist nun klar, dass ab Februar 2024 bei Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch eine Herkunftskennzeichnung erfolgen muss, auch bei loser Ware. Das gilt für frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch.

Ab Februar 2024 ist die Herkunftskennzeichnung auch für lose Ware in Fleischer-Fachgeschäften verpflichtend. - © DFV

Die vom Bundesrat geforderte Änderung hat Eingang in den Verordnungstext gefunden. Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) konnte damit nach eigenen Angaben wichtige Erleichterungen bei der Umsetzung an den Theken des Fleischerhandwerks erwirken.

Für die Herkunftskennzeichnung sind die Aufzucht („Aufgezogen in:“) und die Schlachtung („Geschlachtet in:“) entscheidend, wobei jeweils die Angabe des Mitgliedstaats (zum Beispiel „Deutschland“) oder des Drittlands erforderlich sind. Je nach Tierart ist für die Bestimmung des Aufzuchtsorts das Alter und das Gewicht zum Zeitpunkt der Schlachtung maßgeblich.

Alle relevanten Daten übermitteln

Für Fleisch aus Drittländern sowie für Hackfleisch und Fleischabschnitte gelten Sonderregelungen. Damit eine Herkunftskennzeichnung auch auf späteren Stufen möglich ist, sind die relevanten Daten zur Herkunft auch bei der Lieferung von Fleisch zu übermitteln.

Die Angabe der Herkunft soll dabei auf einem Schild auf dem Lebensmittel oder in der Nähe des Lebensmittels, auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen, durch einen Aushang in der Verkaufsstätte oder durch sonstige schriftliche oder elektronische Informationsangebote erfolgen.

Schild zur Herkunftskennzeichnung im Laden reicht meistens

Der DFV konnte eine Erleichterung zur Umsetzung an den Fleischerei-Theken erwirken. Bei überwiegender Abgabe von Fleisch gleicher Herkunft kann die Herkunftskennzeichnung auch durch eine allgemeine Erklärung an gut sichtbarer Stelle erfolgen. Auf die Möglichkeit abweichender Herkünfte ist hinzuweisen. Fleisch mit abweichender Herkunft ist mittels der genannten Möglichkeiten zu kennzeichnen.

Die neue Verordnung tritt am 1. Februar 2024 in Kraft, ab dann ist auch die erweiterte verpflichtende Herkunftskennzeichnung vorzunehmen. Fleischwaren, für die am 1. Februar 2024 keine hinreichenden Informationen für die Erfüllung der Herkunftskennzeichnung vorliegen, dürfen noch bis zum Aufbrauchen der Bestände in den Verkehr gebracht werden.

Die umfangreichen Diskussionen, die schließlich zur Erweiterung der Herkunftskennzeichnung führten, sind Zeichen eines großen politischen Interesses. Dies gilt insbesondere im Zusammenhang mit der zeitgleich diskutierten Kennzeichnung der Haltungsformen.

Der DFV wird zeitnah ein Merkblatt zur praktischen Umsetzung der neuen Vorgaben erstellen und den Mitgliedsunternehmen zur Verfügung stellen. www.fleischerhandwerk.de