Vom 2. bis 17. Januar 2025 hat der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) über seine App eine „Investitionsbefragung im Fleischerhandwerk“ durchgeführt, an der 184 Innungsmitglieder teilgenommen haben. Im Vorfeld der Weltleitmesse IFFA in Frankfurt am Main und als Grundlage für die politische Arbeit des DFV sollte die Investitionsbereitschaft im deutschen Fleischerhandwerk für das Jahr 2025 erfragt werden. Zudem wurden die Betriebe nach der wirtschaftlichen Lage der eigenen Fleischerei gefragt.

Die eigene wirtschaftliche Lage wird von den befragten Unternehmern überwiegend als gut bis sehr gut eingeschätzt. Das gleiche gilt für die Bewertung der Geschäftsentwicklung des Jahres 2024. Hier stimmen bei den meisten Betrieben im Fleischerhandwerk Umsatz, Ertrag und auch wieder die Warenmengen. Dennoch wird deutlich, dass nicht alle Unternehmen eine positive Entwicklung genommen haben. Dies wird insbesondere auch deutlich, wenn nach Gründen gefragt wird, warum keine Investitionen geplant werden. Hier wird als wichtigster Punkt das fehlende Kapital genannt.
Befragung zur wirtschaftlichen Lage
Frage 1: Wie zufrieden sind Sie mit den aktuellen Geschäften?
Die Zufriedenheit mit den aktuellen Geschäften ist im Vergleich zur letzten Befragung, die im Juni 2024 stattfand, sehr hoch. Die Ergebnisse sind besser als bei allen Befragungen, die der DFV in den letzten drei Jahren durchgeführt hat. Insgesamt gaben rund 70 % der Unternehmen an, sehr zufrieden oder zufrieden mit den Geschäften zu sein. Der gleiche Wert lag im Juni 2024 bei etwas mehr als 50%.
Frage 2: Wie haben sich die Geschäfte im Jahr 2024 im Verhältnis zum Jahr 2023 entwickelt?
Die Geschäfte haben sich im Jahr 2024 im Verhältnis zum Vorjahr besser entwickelt als 2021 vor der letzten IFFA, obgleich die handwerklichen Fleischereien 2021 von den Corona-Maßnahmen deutlich profitiert haben. Rund 75 % der Unternehmen gaben an, dass die Umsätze im Verhältnis zu den Vorjahren gestiegen oder gleichgeblieben sind.
Bei der Frage nach den Erträgen gaben knapp zwei Drittel der Befragten an, dass es zu Steigerungen gekommen sei, oder aber die Erträge auf gleichem Niveau wir im Vorjahr geblieben seien. Besonders positiv wurde die Entwicklung der Warenmenge bewertet. Drei Viertel der Unternehmer geben an, dass sich die Warenmenge gesteigert habe oder gleichgeblieben sei.
Befragung zu geplanten Investitionen
Im Mittelpunkt der aktuellen Befragung stand die Investitionsneigung der fleischerhandwerklichen Betriebe sowie der Besuch der IFFA:
Frage 3: Planen Sie in diesem Jahr größere Investitionen in Ihr Unternehmen?
Der Anteil der Unternehmen, die größere Investitionen im aktuellen Jahr planen, ist 2025 etwas kleiner als 2022. Während 2025 von rund 44 % der Unternehmen im Fleischerhandwerk größere Investitionen geplant sind, waren es im Jahr 2022 über 50%. In Frage 6 werden die Gründe erfragt, die dazu führen, dass keine größeren Investitionen angestrebt werden.
Frage 4: In welche Bereiche werden Sie im Jahr 2025 besonders investieren?
Die aktuellen Befragungsergebnisse werden den Ergebnissen der Investitionsbefragung im Vorfeld der IFFA 2022 gegenübergestellt. Von den Unternehmen, die größere Investitionen planen, gab der größte Anteil an, in die Produktion zu investieren. Als zweitwichtigster Bereich für Investitionen werden das Personal und der Verkaufsbereich genannt. Personal wird 2025 häufiger genannt als 2022. Weniger Investitionen werden in den Bereichen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit genannt. Nur sehr wenige Fleischereien wollen in neue Filialen oder den Online-Handel investieren.
Umfang der Investitionen
Frage 5: Wie schätzen Sie die geplante Investitionssumme im Verhältnis zu den Investitionen in den Vorjahren ein?
Knapp 70 % der investitionswilligen Unternehmen möchten im Jahr 2025 mehr investieren als in den Jahren 2023 und 2024.
Frage 6: Wenn Sie keine Investitionen planen, was ist der Grund dafür?
Rund 35 % der befragten Unternehmen, die angegeben haben, dass sie keine Investitionen im kommenden Jahr planen, wollen 2025 nicht investieren, weil sie die finanziellen Mittel hierfür nicht haben. Etwas 30 % sind entweder technisch auf dem neuesten Stand oder haben gerade sehr viel investiert. Etwa 20 % verzichten auf Investitionen, weil der Betrieb in den nächsten Jahren geschlossen werden soll. Dieser Wert liegt niedriger als bei der Befragung vor der IFFA im Jahr 2022. Im Freitext wurde zudem häufig geäußert, dass man abwarten wolle, wie sich die Politik und die Mitarbeitersituation entwickeln würden.
Frage 7: Werden Sie die Weltleitmesse IFFA 2025 besuchen?
Knapp ein Drittel der Betriebe ist sich zum Zeitpunkt der Befragung sicher, die IFFA zu besuchen. Der Wert liegt rund zwei Prozent höher als 2022.
Abwartende Haltung der Betriebe
Insgesamt ist die Investitionsneigung 2025 im Fleischerhandwerk etwas niedriger als im Jahr 2022, obgleich die eigene wirtschaftliche Lage aktuell als besser empfunden wird als vor drei Jahren. Hierbei scheinen die überdurchschnittlich hohen Investitionen der vergangenen Jahre sowie die abwartende Haltung bezüglich der politischen Entwicklung sowie des Arbeitsmarktes eine große Rolle zu spielen. Der Wunsch, die IFFA zu besuchen, wurde etwa genauso oft genannt, wie zur IFFA 2022. www.fleischerhandwerk.de