Ernährungswissen und moderne Cuts

Experten des edlen Rohstoffs: die neuen Fleischsommeliers mit Schulgeschäftsführerin Barbara Zinkl (oben r.) und den Fachlehrern Michael Spitzauer und Emiliano Fiorentino (oben v.l.). 1.BFS - © 1.BFS

Ein Fleischsommelier weiß Bescheid über Fleisch in der Ernährung, moderne Zuschnitte bei Schwein und Rind, die Auswirkungen von Futtermitteln auf die Fleischqualität. In einer neuntägigen Fortbildung mit Vorträgen, Workshops und Praxistagen an der 1. Bayerischen Fleischerschule Landshut holten sich jetzt zehn Berufspraktiker dieses Fachwissen und das renommierte Zertifikat.

Wegen der umfassenden Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus hatte die 1928 gegründete Schule die maximale Teilnehmerzahl auf die Hälfte gekürzt. Acht männliche und zwei weibliche Fleisch-Profis im Alter zwischen 27 und 55 Jahren kamen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg zum Lernen an die Isar. Alle brachten Vorbildungen als Metzgermeister, Verkaufsleiter oder ähnliches mit und eigneten sich nun zusätzliches Know-how von Produktion und Kulinarik bis Sensorik, vom Konsumverhalten über rare Fleischsorten wie japanisches Wagyu bis zur Zerlegung und Zubereitung von Wild an. Verkostungen edler Fleischteile und ein Besuch bei der Hofmetzgerei Waldinger in Schweitenkirchen rundeten das Programm ab.

„Sie sind jetzt professionelle Verkoster, Prüfer von Fleischqualität und dazu berufen, den Verbrauchern Spezialitäten schmackhaft zu machen, ihnen nicht nur Sättigung, sondern Freude, Genuss und Wohltat zu vermitteln“, würdigte Sensorik-Dozent Prof. Manfred Winkler (Holla­brunn/Österreich) die neu erworbenen Fähigkeiten der Absolventen.

Christian Läpple, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Ober­pfalz, lobte die Absolventen als Experten in der komplexen Kette von der Fleischerzeugung bis zur Vermarktung und als perfekte Kundenberater.

Keiner der Teilnehmer habe sich auf den Lorbeeren des Meisterbriefs ausgeruht, sondern auf Weiterbildung gesetzt, um das metzgertypische Kernprodukt Fleisch (und Wurst) noch besser kennenzulernen, lobte Schul-Geschäftsführerin Barbara Zinkl. Damit könnten Fachgeschäfte beim Verbraucher punkten.

Kursbester wurde Olaf Mahr aus Wildau. Er fungiert dort als Eigentümer und Geschäftsführer der Firma „Meat Bringer“, die Frischfleisch von Bauern oder Jägern aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sowie selbst hergestellte Wurstprodukte vermarktet und direkt an die Haustür liefert.

fleischerschule-landshut.de