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In vielen Handwerksbetrieben bleiben auch in diesem Jahr Ausbildungsplätze unbesetzt. Das gilt für die meisten Branchen, vor allem aber für das Fleischerhandwerk. Hier wird der Mangel an Berufsnachwuchs immer besorgniserregender. Wer nach Gründen dafür sucht, muss zunächst einmal fragen, nach welchen Kriterien sich junge Leute überhaupt für einen Beruf entscheiden. Von der täglichen Berufspraxis haben die meisten jedenfalls keine Ahnung, allenfalls nur eine vage und dann oft auch noch falsche Vorstellung.
Es sind also die messbaren oder vermeintlich objektiven Größen, die eine wichtige Rolle bei der Berufswahl spielen: die Bezahlung während und nach der Ausbildung, die Arbeitszeiten, die beruflichen Perspektiven als Angestellter sowie die Chancen auf eine zukünftige Selbstständigkeit. Unter diesen Aspekten scheint sich der Beruf des Fleischers offenbar nicht gerade aufzudrängen. Hinzu kommen das eher negative Image der fleischerhandwerklichen Berufe in der Öffentlichkeit und die davon stark geprägte Meinung im Familien- und Freundeskreis.
Perspektiven bieten
Demnach besteht Handlungsbedarf, und zwar in jeder Hinsicht. Die falsche öffentliche Wahrnehmung des Berufs des Fleischers muss korrigiert und das Image der Branche verbessert werden. Wenn das gelingt, dann wird auch die Attraktivität von Fleischereien als Ausbildungsbetriebe steigen.
Eine Anhebung des Lohnniveaus hätte sicher einen entsprechend positiven Effekt. Noch wichtiger ist aber, die ganze Vielfalt der beruflichen Tätigkeiten und Geschäftsfelder im Fleischerhandwerk zu kommunizieren. Denn damit wird zugleich deutlich, wie anspruchsvoll, interessant und zukunftsträchtig der Beruf des Fleischers ist und welche Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung er bietet, bis hin zu einer gegebenenfalls angestrebten Selbstständigkeit.