Aufatmen bei der traditionsreichen Fleischerei „FLEPRO Bernburg Fleisch- und Wurstwaren GmbH“: Insolvenzverwalter Dr. Franc Zimmermann von der Kanzlei Mönning & Partner hat den Geschäftsbetrieb an das Catering-Unternehmen „Bürgerhaus Lützschena GmbH“ übertragen. Die Produktion am Firmensitz Bernburg-Peißen sowie sämtliche Filialen bleiben erhalten.
„Mit dem Verkauf hat die alteingesessene Bernburger Fleischerei wieder eine Zukunft, und zwar unter dem Dach eines Unternehmens, das hervorragend zur FLEPRO passt“, betonte Insolvenzverwalter Zimmermann der das insolvente Unternehmen seit Juli fortführt. „Besonders freut mich, dass auch alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.“ Die Bürgerhaus Lützschena-Gruppe hat sämtliche 75 Mitarbeiter von FLEPRO übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Bürgerhaus Lützschena GmbH ist seit über 20 Jahren erfolgreich als Catering Unternehmen insbesondere für Kitas, Schulen, Pflegedienste und Hotels sowie Gastronomiebetriebe in der Region Leipzig aktiv. Das Unternehmen will die Fleischerei weiter betreiben und langfristig zu einer Premium-Marke ausbauen. FLEPRO arbeitet bewusst nach alten Rezepten und handwerklichen Herstellungsmethoden und verwendet für seine Fleisch- und Wurstwaren ausschließlich traditionelle Gewürze sowie keine künstlichen Farbstoffe. Für seine Produkte ist das Unternehmen mehrfach auf internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden.
Dabei sollen beide Unternehmen ab sofort durch Synergieeffekte von der Zusammenarbeit profitieren: „Indem wir mit FLEPRO unsere Küche mit hochwertigen Fleisch- und Wurstprodukten beliefern, können wir die Produktion der Fleischerei wesentlich besser auslasten“, sagte Andreas Göhlitz, Geschäftsführer der aus Leipzig stammenden Bürgerhaus Lützschena GmbH. FLEPRO-Mitgeschäftsführer Detlef Gereke ergänzte: „Gleichzeitig eröffnen sich für Bürgerhaus Lützschena über unser Filialnetz neue Absatzmöglichkeiten, etwa durch den Verkauf von fertigen Gerichten.“
FLEPRO hatte am 30. Juni 2016 Insolvenz angemeldet. Wie viele handwerklich arbeitende Fleischereibetriebe litt FLEPRO unter dem rückläufigen Fleischkonsum sowie dem hohen Preisdruck in der Branche. Insolvenzverwalter Zimmermann hatte den Geschäftsbetrieb des Unternehmens ohne Einschränkungen fortgeführt und parallel die Suche nach einem Investor vorangetrieben.
Zimmermann dankte ausdrücklich der Belegschaft für ihren Einsatz in den letzten vier Monaten. „Alle Mitarbeiter, ob in der Geschäftsführung, Produktion oder in den Filialen, haben in einer schwierigen Situation enormes Engagement gezeigt und damit den Grundstein gelegt für die Rettung ihres Unternehmens“, betonte er. „Dank gebührt auch den Kunden, die der Fleischerei die Treue gehalten und so mit dazu beigetragen haben, dass ein Traditionsunternehmen nicht untergeht, aber auch der Geschäftsführung der Bürgerhaus Lützschena GmbH, mit der wir gemeinsam professionell und effizient Zukunftsperspektiven entwickelt haben.“ Die Wurzeln der FLEPRO Bernburg Fleisch- und Wurstwaren GmbH reichen zurück bis ins Jahr 1958: Damals schlossen sich private Fleischermeister in Bernburg zur PGH FLEPRO zusammen. Nach der Wende wurde der Betrieb dann in die FLEPRO GmbH umgewandelt. Der Markenname FLEPRO wird auch unter dem Dach des neuen Eigentümers Bürgerhaus Lützschena erhalten bleiben.
Mönning & Partner, Insolvenzverwalter