Als erstes Unternehmen der deutschen Gewürzindustrie ist Avo, Belm, nach dem Standard Nachhaltiger Wirtschaften des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) an der Universität Witten/Herdecke zertifiziert. Die Workshops für die Zertifizierung begannen vor zwei Jahren. Ein langer Weg, für den sich Avo bewusst entschieden hat. Denn Nachhaltigkeit ist für die Geschäftsführer Bernhard Loch und Guido Maßmann mehr als ein Modewort. „Nachhaltig Wirtschaften bezieht sich auf alle Bereiche eines Unternehmens und macht es zukunftsfähig“, sagt Loch.
„Die Zertifizierung umfasst drei Bereiche,“ so Louis Rosenzweig, Nachhaltigkeitsmanager bei Avo, „Neben der Umwelt kommen die Bereiche Wirtschaft und Soziales hinzu. Diese werden wiederum in viele Teilbereiche gegliedert.“ Während unter der Rubrik „Umwelt“ Begriffe wie Netto-Klimaneutralität, Energiesparmaßnahmen oder Emissionsvermeidung in die Bewertung einfließen, werden unter „Soziales“ auch der Krankenstand sowie die demografische Entwicklung der Mitarbeitenden betrachtet.
Daten erheben, Daten auswerten, Ziele definieren – diesem Dreiklang sollen die Prozesse im Unternehmen folgen. Wer auf einer guten Datenlage klare Ziele definiert und diese immer wieder kontrolliert, der handelt nachhaltig, so die Grundidee. In einem mehrtägigen Audit haben unabhängige Prüfer erhoben, welche ökologischen, sozialen und unternehmerischen Maßnahmen Avo konkret umsetzt. Der Katalog reicht vom Emissionsbericht über die Umstellung des Verpackungswesens bis hin zu Schulungskonzepten für Mitarbeitende.
Erwähnenswert sind auch die Audits für externe Partner von Avo. Hier werden neben der Qualität der Waren oder Dienstleistungen auch Compliance Regeln und Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden bewertet. Im Bereich Soziales und Umwelt engagiert sich das Unternehmen seit Jahren im Projekt „Little Smile“ in Sri Lanka, einer caritativen Einrichtung, die unter anderem Gewürzplantagen betreibt. Im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe hat sich das Unternehmen verpflichtet, die Gewürze – der Bio-Pfeffer stammt zu 90 Prozent aus diesem Projekt – auch über dem üblichen Marktniveau abzunehmen. Zudem übernimmt Avo die Kosten für die jährliche Bioland Zertifizierung.
Am Ende waren die Bemühungen ein Erfolg und das Zertifikat wurde erteilt. „Der Prozess hört aber nicht auf, sondern markiert erst den Anfang unserer Bemühungen, immer nachhaltiger zu werden.“ so Rosenzweig. Das Zertifikat gilt bis 2025, dann wird erneut geprüft. Der Aufwand aber lohnt sich, denn die Ergebnisse sind wertvoll – auch für das Tagesgeschäft. „Unsere Kunden legen großen Wert darauf, einen Partner zu haben, der sich nachhaltig aufstellt und dies zertifiziert belegt.“ fasst Guido Maßmann zusammen.