Der Mangel an Arbeitsmedizinern ist alarmierend hoch und wird noch weiter zunehmen. Die Berufsgenossenschaften Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), Mannheim, will dieser Entwicklung entgegensteuern und unterstützt die Einrichtung zweier Lehrstühle an der Uni Jena.
Die Lücke zwischen dem Angebot an Betriebs- und Arbeitsmedizinern und der Nachfrage der Betriebe nach betriebsärztlicher Betreuung für ihre Beschäftigten wird immer größer. Ein Grund: Von den knapp 12.500 Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde in Deutschland sind derzeit fast 60 Prozent bereits 60 Jahre und älter. Zudem bilden immer weniger Universitäten Arbeitsmediziner aus. Dabei nehmen die Aufgaben und gesetzlichen Anforderungen immer weiter zu.
Auch für die Berufsgenossenschaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wird das zum Problem, sie sehen die vorgeschriebene betriebsärztliche Basisbetreuung in Gefahr. Deshalb hat sich jetzt die BGN, Mannheim, mit anderen Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung zusammengeschlossen und fördert zwei Professuren mit den Schwerpunkten der Prävention von Berufskrankheiten und der Epidemiologie und die verstärkte Ausbildung von Fachärzten für Arbeitsmedizin am Universitätsklinikum Jena. Ebenfalls an der Förderung beteiligt sind die Thüringer Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft sowie Arbeit und Soziales.
„Schon jetzt ist die Anzahl von Arbeitsmedizinern für die normale arbeitsmedizinische Betreuung problematisch, für die Entwicklung individueller Präventionskonzepte kann das nicht ausreichen“, so Klaus Marsch, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Zunächst soll eine Professur mit Schwerpunkt Prävention besetzt werden, die dann von einer zweiten zur Epidemiologie der Arbeitsmedizin ergänzt wird.