Besucher der Anuga FoodTec 2024, der wichtigsten Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Köln, können sich vom 19. bis 22. März 2024 bei über 1.600 Ausstellern umfassend über neue Technologien und Konzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette informieren.
"Wir erwarten im März Aussteller aus über 40 Ländern. Neben den europäischen Beteiligungen freuen wir uns besonders darüber, dass 2024 auch wieder zahlreiche Unternehmen unter anderem aus USA, Türkei, China, Australien, Indien, Japan, Neuseeland, Taiwan, Kanada sowie Korea und erstmals auch ein Aussteller aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sich in Köln präsentieren werden. Dieser bunte internationale Mix stellt sicher, dass die Besucher aus aller Welt genau die Lösungen für ihre Lebensmittel- und Getränkeproduktion finden, die sie benötigen, vom Preiseinstiegsmodell bis zur High-End-Anlage wird alles vertreten sein“, sagt Matthias Schlüter, Anuga FoodTec Director.
Die Anuga FoodTec 2024 belegt wieder eine Fläche von 140.000 m2. Die Besucher finden Lösungen aus den Bereichen Food Processing, Food Packaging, Safety & Analytics, Intralogistics, Environment & Energy sowie Automation & Digitalization.
Im Rahmen des Leitthemas „Responsibility” auf der FoodTec 2024 stellt die Branche sich den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen und bekennt sich zu ihrer Verantwortung. Im Fokus steht die Frage, wie die Branche zukünftig die Lebensmittelproduktion ausrichten muss, um eine nachhaltige Veränderung unseres Ernährungssystems zu erwirken und eine globale Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Um „Responsibility“ spürbar zu machen, werden messeübergreifend Akzente gesetzt, es wird von Ausstellenden aufgegriffen und auch im Kongress- und Eventprogramm abgebildet.
Neben den Branchengrößen werden auch mittelständische Unternehmen, Spezialisten und Start-ups ihre innovativen Konzepte präsentieren.
Hochflexibel und nachhaltig verpacken
Vor dem Hintergrund, dass die Lebensmittel- und Getränkeindustrie eine zentrale Rolle beim Thema Nachhaltigkeit spielt, kommt der Anuga FoodTec 2024 eine besondere Bedeutung zu. Nachhaltige Verpackungslösungen stehen ganz oben auf der Agenda des Branchentreffpunkts. Von recyclingfähigen Packmitteln bis hin zu auf Effizienz getrimmte Verpackungslinien leisten die präsentierten Lösungen einen wesentlichen Beitrag zu einer ökologischeren Produktion.
Eines der spannendsten Themen, die auf der Anuga FoodTec 2024 diskutiert werden, ist die Frage nach dem „optimalen“ Verpackungsmaterial. Hier die richtige Entscheidung zu treffen, ist für Lebensmittelproduzenten nach wie vor eine Herausforderung. Mit dem New Green Deal der Europäischen Union gesellt sich zum Wunsch nach weniger und leichtere Verpackungen zusätzlich die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit. Spätestens bis zum Jahr 2030 sollen alle nicht recycelbare Stoffe aus den Verpackungen verbannt werden. Besonders Mehrschichtfolien, die eine hohe Schutzfunktion bieten, stehen im Fokus. Sie stellen eine große Herausforderung dar, denn die unterschiedlichen Materialien müssen erst aufwendig getrennt und anschließend separat aufgearbeitet werden.
Papier und Monofolien im Vorteil
Gefordert sind mehr denn je ressourcenschonende Lösungen, die das Lebensmittel zuverlässig schützen – denn nur ein Produkt, das den Verbraucher einwandfrei erreicht, trägt letztlich zur Nachhaltigkeit bei. Hier ist die Verpackungsbranche gefragt. Mehr Papier statt Kunststoff, mehr recyclebare Monomaterialien statt Multilayerfolien lautet die Antwort der auf der Anuga FoodTec 2024 ausstellenden Unternehmen, die mit ihrer Expertise im Bereich Packaging die Produzenten auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen. Die Herausforderung dabei: Papier weist zunächst einmal keine Barriere- oder Siegeleigenschaften auf – sie müssen dem Material erst verliehen werden. In Köln werden die jüngsten Fortschritte präsentiert, die dabei erzielt wurden.
Dazu zählen funktionale Papiere mit einem hohen Anteil erneuerbarer Rohstoffe, die Spezialbeschichtungen oder Laminierungen überflüssig machen, und im Papierkreislauf recycelt werden können. Mit integrierten Barrieren gegen Sauerstoff, Wasserdampf und Fett sorgen sie dafür, dass die Qualität der verpackten Lebensmittel erhalten bleibt. Andere Papiere sind rückseitig mit einer Dispersion versehen, die eine gute Heißsiegelfähigkeit bieten. Sie eignen sich für Multipacks und solche Lebensmittel, die keinen besonderen Schutz benötigen – wie Bonbons oder Kleingebäck.
Ob Standbodenbeutel, Flow Pack oder Tiefziehverpackungen: In den Messehallen ist für jede Verpackung das passende Konzept zu finden. Richtig designt, sind auch Kunststoffverpackungen ein Vorbild in Sachen Recyclingfähigkeit. Mit einem großen Portfolio an Monomaterialien, Folien aus erneuerbaren Ressourcen sowie besonders dünnen Strukturen zeigen die Anbieter auf der Anuga FoodTec 2024 breite Verpackungskompetenz. Als echte Einstofflösungen lassen sie sich den entsprechenden Wertstoffkreisläufen zuführen.
Flexible Maschinen auf der Anuga FoodTec 2024
Dabei muss der Verpackungsprozess schnell und zuverlässig funktionieren, und das auch mit alternativen Verpackungsmaterialien. Die Verpackungsmaschinenbauer haben die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit deshalb seit Langem im Blick. Sie legen bei der Konstruktion ein großes Augenmerk auf die flexible Einsatzmöglichkeiten ihrer Anlagen und testen die innovativen Verpackungskonzepte auf ihre Tauglichkeit. Damit Schlauchbeutel aus faserbasierten Folien bei hoher Taktzahl mit der Maschinenleistung von Kunststoffschlauchbeuteln mithalten können, wird beispielsweise die Reißfestigkeit der Siegelnaht genauestens unter die Lupe genommen.
Mit den Hochleistungsverpackungsmaschinen der jüngsten Generation lassen sich Schlauchbeutel aus Barrierepapier mit integrierter Heißsiegelfähigkeit und einem Papieranteil von über 95 Prozent herstellen – zum einen mittels gängigem Kaltsiegelverfahren, zum anderen per weitaus komplexerem Heißsiegelverfahren. Präzise regelbare Temperaturen passen den Prozess dabei sowohl an die Erfordernisse des Packmittels als auch an die Belastbarkeit des zu verpackenden Produktes an. Konnten Bestandsmaschinen diese bisher nicht verarbeiten, lösen spezielle Nachrüstkits mittlerweile das Problem. Lebensmittelhersteller können damit unkompliziert zwischen Papier und Monostrukturen wechseln, die auf Polypropylen oder Polyethylen basieren.
Nahtlos automatisiertes Verpacken
Nur wenn Verpackung und Anlage perfekt aufeinander abgestimmt sind, können die Prozesse in der Lebensmittelproduktion effizient und mit hoher Leistung ablaufen. Bei der Konzeption vollautomatisierter und robotergestützter Verpackungsmaschinen richtet sich der Blick deshalb nicht mehr nur auf die Primär- und Sekundärverpackung, sondern zunehmend auch auf die vor- und nachgelagerten Prozesse. Lebensmittelhersteller benötigen hochflexible Anlagen, die einfache und schnelle Formatwechsel erlauben und anschließend umgehend wieder einsatzbereit sind.
Für alle Verpackungsprozesse wie Schachtelzuschnitte aufrichten, Gruppieren und Toploading sowie für Verschließen und Kennzeichnen kommen bewährte Standardmodule zum Einsatz. Soll das Produkt wahlweise zuerst in ein Karton- oder Kunststoff-Tray gelegt werden, so kann diese Funktion einfach mit einer zusätzlichen Teilmaschine realisiert werden. Vorteilhaft ist ein solches Maschinenkonzept das konsequent der Plug-And-Play-Philosophie folgt auch dann, wenn es darum geht platzsparende End-of-Line-Lösungen anzuhängen, um den gesamten Prozess nahtlos abzubilden. Selbst Fremdaggregate, die Aufgaben wie Etikettieren und Palettieren übernehmen, lassen sich integrieren und über ein einziges HMI-Interface bedienen.
Die Kombination aus Flexibilität und Multifunktionalität machen die modernen Verpackungsmaschinen, die auf der Anuga FoodTec 2024 im Live-Betrieb zu sehen sind, zu wahren Allround-Talenten. Das bedeutet auf lange Sicht weniger ungeplante Stillstände, weniger Ausschuss, weniger Ressourcenverbrauch und dadurch mehr Nachhaltigkeit in der Produktion. Gerade in Branchen mit leicht verderblichen Waren wie Fleischprodukten oder Feinkost ist das entscheidend – denn dort hat praktisch jeder ungeplante Stopp zur Folge, dass die Lebensmittel nicht mehr in den Handel gelangen. Welche nachhaltigen Lösungen die Verpackungsbranche noch bereithält, wird sich auf der internationalen Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Köln zeigen.
KI: Produktivität auf hohem Niveau
Wie Künstliche Intelligenz und smarte Sensorik die Einsatzmöglichkeiten von Robotern steigern und die Automatisierung von Prozesse vorantreiben, zeigen die Technologieanbieter auf der Anuga FoodTec 2024. Die Aussteller bieten dafür ein umfassendes Portfolio von Robotern, die sich immer einfacher und intuitiver bedienen lassen – und so zum zuverlässigen Mitarbeiter im Arbeitsalltag werden.
Traditionell sind die Elektronik- und Automobilbranche die größten Geschäftsfelder für Roboterhersteller. Doch mit Blick auf die Anuga FoodTec 2024 zeigt sich: Die Lebensmittelindustrie hat sich zu einem der wichtigsten und interessantesten Wachstumsmärkte entwickelt. Laut Zahlen der International Federation of Robotics IFR arbeiteten 2020 weltweit über 90.000 Roboter in den Unternehmen der Branche. Die meisten davon in der Europäischen Union (37 Prozent), gefolgt von China und den USA mit jeweils 19 Prozent.
Der Einsatz von Robotern ist längst nicht mehr auf große Unternehmen beschränkt. Da sie repetitive und körperlich belastende Arbeit mit erhöhtem Verletzungsrisiko übernehmen, stehen sie auch bei kleinen und mittelständischen Lebensmittelproduzenten hoch im Kurs. Lebensmittelhersteller, die erstmalig in Robotik investieren beziehungsweise neue Anwendungsfelder identifizieren wollen, finden auf der Anuga FoodTec 2024 in Köln Easy-to-Use-Konzepte, die den Integrationsaufwand reduzieren und die Automatisierungshürden senken. Funktionen wie Bremsenergierückgewinnung und Stromsparmodi senken den Energiebedarf um bis zu 20 Prozent und tragen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bei. Die Aussteller bieten für alle möglichen Anwender maßgeschneiderte Programmiertools. Das fängt beim handgeführten Teachen an, geht über den Einsatz vorgefertigter Modulbausteine und endet bei leistungsstarken Programmierumgebungen für die Entwicklung anspruchsvoller Applikationen.
Spezialisten im Zupacken
Ging es in der Vergangenheit vor allem um das Palettieren und Depalettieren sowie die Sekundärverpackung, kommen Roboter heute entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz – von der Anlieferung der Rohware über die Produktion bis in die Intralogistik hinein. Viele Technologieanbieter sind seit langem mit Knickarmrobotern erfolgreich im Bereich der End-of-Line-Palettierung unterwegs und mit einem breiten Angebot für Palettieranwendungen vertreten, darunter beispielsweise Spezialvarianten für Kühlhäuser. Dank Simulationssoftware können Anwender die Palettierung hinsichtlich Kartonabmessungen, Gewichten und Paletten-Mustern jederzeit anpassen. Was die Vier- und Sechsachser mit ihren Multifunktionsgreifer in der Praxis leisten, zeigen die Aussteller auf der Anuga FoodTec 2024 mit realitätsnahen Demozellen.
Hinzu kommen bildverarbeitungsgesteuerte Pick-and-Place-Roboter. Sie zählen zu den am stärksten wachsenden Robotik-Segmenten in der Lebensmittelindustrie. Wo früher viele Schritte manuell erfolgten, arbeiten Verpackungslinien heute komplett automatisiert. Einfach umzurüstende Greifer und Sauger ermöglichen eine Vielzahl an Produkten und Formaten. Dahinter steht mit Plug-and-Play eine Philosophie, bei der sich die Roboterwerkzeuge und Formatteile mit wenigen Handgriffen ohne tiefere Kenntnis der Maschine austauschen lassen. Bis zu 50 Formate und mehr sind auf einer modernen Pickerlinie darstellbar. Und nicht zuletzt beim Thema Hygiene bieten die zum Einsatz kommenden Scara-, Knickarm- oder Deltakinematiken entscheidende Vorteile, denn sie verringern das Kontaminationsrisiko beim Handling von Lebensmitteln wie Fischstäbchen, Käsestangen oder Burger Patties. Häufig existiert nur einen Berührungspunkt zum Produkt: der Vakuumgreifer, der sich leicht reinigen lässt. Auch verpackte Lebensmittel und das Verpackungsmaterial selbst wie Kartonagen oder Folien können mit den Robotern gehandhabt werden.
Einsatz im Hygienebereich
Im produktberührten Bereich sind es vor allem die täglich mehrmals anfallenden intensiven Reinigungsvorgänge, die den Einsatz konventioneller Roboter in der Lebensmittelindustrie unmöglich machen. Um die hohen Hygienestandards zu erfüllen, müssen Greifer, Roboter und Zubehör speziellen Anforderungen genügen.
Die jüngsten Referenzmodelle der Technologieanbieter unterstreichen, wie robotergerechtes Hygienic Design heute aussieht: Durch Edelstahlausführungen oder spezielle Lackierungen, die Verwendung FDA-zertifizierter Bauteile, innenliegende Medien- und Versorgungsleitungen sowie der Schutzklasse IP69 kommen die Roboter selbst unter starker Feuchtigkeitsbeaufschlagung ohne zusätzlichen Schutzanzug aus. Abstrahlen mit heißem Wasser, Einschäumen mit Reinigungschemikalien und manuelles Bürsten stellen für sie kein Problem dar. Das hygienische Design betrifft aber nicht nur die Oberflächen, sondern auch die eingesetzten Schmierstoffe. Das heißt: Kommt ein Schmierstoff aus einem Roboter mit dem Lebensmittel in Kontakt, beispielsweise im Falle einer Störung oder durch entweichende Öldämpfe, muss dies für die Konsumenten gesundheitlich unbedenklich sein. Alle Achsen werden daher mit lebensmitteltauglichen NSF-H1-Schmierstoffen ausgestattet. Auch bei Verwendung dieser Spezialschmierstoffe garantieren die Hersteller die volle Leistungsfähigkeit ihrer Roboter.
Cobots eröffnen neue Optionen
Die jüngsten Fortschritte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) gestatten ein autonomes Greifen und Positionieren, was die Bandbreite der Aufgaben, die künftig von Robotern erledigt werden, noch einmal vergrößert. Eine Schlüsselrolle übernehmen dabei kollaborative Roboter, Cobots genannt, die mittlerweile zehn Prozent der neu verkauften Roboter stellen. Mit immer höheren Traglasten können die sicher neben menschlichen Arbeitskräften eingesetzt werden – ohne sperrige Umhausungen und Schutzzäume. Möglich machen das schnelle Reaktionszeiten, berührungsempfindliche Oberflächen sowie integrierte Sicherheitsfunktionen. Sobald die Sensoren und Kameras einen Menschen im Arbeitsbereich erkennen, verlangsamt die Software den Roboter automatisch oder stoppt ihn komplett. Entfernt sich der Mensch, nimmt der Roboter seine Arbeit wieder mit der normalen Geschwindigkeit auf.
Die stationären oder auch mobilen Cobots decken eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten für Lebensmittelhersteller ab, die es auf der Anuga FoodTec 2024 zu sehen gibt. Experten sehen einen potenziell riesigen und schnell wachsenden Markt für KI-gesteuerte Applikationen in der Automatisierung von Lagerhäusern. Machine Learning ist der Schlüssel für mehr Effizienz bei der Kommissionierung. So wird es Robotern möglich, innerhalb kürzester Zeit für jede Situation die jeweils adäquate Entscheidung innerhalb der Lieferkette zu treffen.
Die Vielseitigkeit der Cobots eröffnet gerade kleinen und mittelständischen Lebensmittelherstellern neue Optionen, ihre Prozesse flexibel zu automatisieren und schrittweise auf ein höheres Level zu heben. Ganz nach Bedarf und Situation platziert, unterstützen die Leichtbauroboter immer wieder anders, um die Produktion am Laufen zu halten oder für fehlende Fachkräfte einzuspringen – etwa für das automatische Verzieren von Backwaren oder End-of-Line bei der Kommissionierung von Saisonartikel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Smarte Intralogistik
Die Intralogistikspezialisten zeigen auf der Anuga FoodTec 2024 innovative Lösungen für eine vollautomatisierte Supply Chain in der Lebensmittelindustrie. Präsentiert werden nicht nur Regalbediengeräte und Shuttle Systeme für Paletten, sondern auch eine neue Generation autonom agierender Roboter. Dank Künstlicher Intelligenz werden sie zu einem unentbehrlichen Partner im Zeitalter der Intralogistik 4.0.
In den modernen Lagern und Kühlhäusern der Lebensmittelunternehmen geht ohne Kunststoffbehälter so gut wie nichts. Langlebige Palettenboxen und robuste Gebinde, die den hygienischen Transport und die produktgerechte Aufbewahrung gewährleisten, zählen deshalb ebenso wie Transportbänder und Förderanlagen zu Schwerpunkten auf der Anuga FoodTec 2024. Rund 120 Aussteller präsentieren ganzheitliche Intralogistik-Lösungen. Insbesondere wenn es darum geht, den innerbetrieblichen Materialfluss zu verbessern, gehen die Technologieanbieter neue Wege: Ziel ist der nahtlose Übergang von der Produktion zur Distribution. Moderne Automatisierungslösungen erweitern dafür die Produktionsstätte zum Lager- und Verteilzentrum – dank Künstlicher Intelligenz. Ein Thema, das auch die Vorträge der Main Stage Responsibility in Halle 9 aufgreifen, beispielsweise im Rahmen der Podiumsdiskussion „Prozessoptimierung in der Logistik“ am 20. März 2024. Fahrerlose Transportsysteme spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie Kommissionier- und Palettierlösungen oder Förderanlagen, die eine optimale Flächennutzung gewährleisten.
Systeme für das „Lager von morgen“
Das Lager von morgen muss hohe Anforderungen an die Konnektivität erfüllen. Alle eingesetzten Systeme müssen nicht nur untereinander kommunizieren, sondern auch mit externen Anlagen und Prozessen. Welche Anforderungen damit in der Praxis verbunden sind, zeigt ein Projekt, das der Aussteller Westfalia für Spaichinger Nudelmacher realisiert hat und auf der Anugs FoodTec 2024 vorgestellt wird. Die bisherige, mit Staplern bediente Lagerfläche von rund 4.000 m², ersetzte der Intralogistik-Spezialist im Jahr 2022 durch ein automatisches Lagersystem für über 9.000 Paletten.
Dank kompakter mehrfachtiefer Lagerung ermöglicht es einen energiesparenden Durchsatz von rund 80 Ladeeinheiten pro Stunde im Zwei- bis Dreischichtbetrieb. Zudem kommt das Hochregallager mit lediglich zwei Gassen für je ein 25 Meter hohes Regalbediengerät mit dem Lastaufnahmemittel Hub-Satellit samt Kettenförderer aus. Auch in Sachen Nachhaltigkeit ist das mit energieeffizienten Technologien ausgerüstete Lager ein wichtiger Schritt. Das Dach wurde mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und durch die automatisierten Prozesse hat sich die Nutzung der Verpackungsmaterialien optimiert. Dahinter steckt eine intelligente Software, die für eine permanente und verlässliche Warenverfügbarkeit sorgt.
Ein modernes Warehouse Management System ist in der Lage, sämtliche Bestände von Artikeln, Sortimenten und Chargen sowie deren physische Lagerorte und -einheiten abzubilden und zu verwalten. Selbst die Integration von Pick-by-Voice-, Pick-by-Light- und RFID-Anwendungen sowie eine optimierte Staplersteuerung sind kein Problem. Auf der Anuga FoodTec 2024 zeigen die Aussteller im Rahmen von Showcases, wie ihre Hard- und Softwarelösungen den Lagerbetrieb in der Lebensmittelindustrie verwalten und die Optimierung von Arbeitsabläufen steuern.
Agilität und Autonomie auf engem Raum
Einen hohen Automatisierungsgrad vorausgesetzt, können lernende KI-Systeme in der Intralogistik sämtliche Abläufe vom Wareneingang über Umlagerung, Kommissionierung bis hin zum Warenausgang optimieren und beschleunigen. Neue Technologien wie die 3D-Bildverarbeitung zur Positionsbestimmung ermöglichen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und autonomen mobilen Robotern (AMR) intelligente Navigationsentscheidungen, die sie auf der Basis ihrer Umgebung treffen. Die Kameras erkennen und verfolgen natürliche Merkmale der Umgebung, sodass sich die Fahrzeuge dynamisch an ihr Umfeld anpassen und den sichersten und effizientesten Weg zum Ziel bestimmen können. So lassen sich Dosierstellen über ein mit Laser-Navigation gesteuertes FTS-Fahrzeug anfahren, das die entsprechend der Rezeptur gewogenen Rohstoffe einsammelt. Auch der Einsatz zwischen statischen Umladestationen oder Förderbändern ist möglich.
Kompakte und autonome Gegengewichtstapler sind ein Beispiel für eine solche Lösung, die eine reibungslose und fehlerfreie Rohstoff-Automation sicherstellt. Mit einer Traglast bis 1.000 kg, verschiedenen Scannern und einstellbaren Gabeln sind sie für den Transport von Europaletten, Gestellen und Gitterboxen sowohl drinnen als auch draußen flexibel einsetzbar. Zu den autonom navigierenden End-to-End-Lösungen, mit denen Lebensmittelproduzenten ihre intralogistischen Prozesse optimieren können, zählen auch mobile Roboter (AMR). Bis zu eineinhalb Tonnen unterschiedlichster Rohstoffe lassen sich mit einer AMR-Plattform zum Produktionsprozess transportieren, wobei diese auch mit exakter Positioniergenauigkeit überzeugt. Aufgrund des QR-Code-Lesegeräts an der Oberseite können sie ihre Ladung identifizieren, wodurch sich die Rückverfolgbarkeit und die betriebliche Effizienz erheblich verbessern. 3D-Kameras schützen Plattform, Ladung und Ausrüstung, indem sie Hindernisse im dreidimensionalen Raum zuverlässig erkennen.
Die Zukunft der Logistik
Skalierbare Robotiklösungen sind im innerbetrieblichen Materialfluss auf dem Vormarsch. Sie steigern die Effizienz, erhöhen die Zuverlässigkeit und senken die Betriebskosten. Doch speziell in der Kleinteilekommissionierung übernehmen sie aktuell oft nur eine Nebenrolle. Mit flexiblen und nachrüstbaren Pick-by-Robot-Systemen erhält die Intralogistik eine weitere Alternative, um Menschen bei Kommissioniertätigkeiten zu entlasten – zuverlässig und ermüdungsfrei. Die Roboter sind dabei mittels WLAN mit dem Lagerverwaltungssystem verbunden und bekommen von diesem den Kommissionierauftrag direkt zugeteilt. Shuttle-Systeme können die Roboter mit Behältern in der richtigen Reihenfolge und dem geforderten Durchsatz versorgen.
Die intralogistischen Prozesse zu automatisieren, kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Lebensmittel- und Getränkeproduzenten sein. Die Anuga FoodTec 2024 zeigt, welche Trends die Intralogistik 4.0 in der Lebensmittelindustrie prägen, und wie sich die in Köln präsentierten Lösungen optimal in Lagerverwaltungssysteme integrieren lassen.
Im Fokus: Snacking und Convenience
Handtmann, Biberach, zeigt zahlreiche Lösungen für geformte Produkte. Das Form- und Schneidesystem FS 525, das zwei unterschiedliche Formprinzipien in der industriellen Anwendung kombiniert (Lochplatten-Formtechnik für frei geformte 3D-Produkte und Rotationsschneider für unterschiedliche Querschnitte mit glattem Schnitt) bietet nun zusätzlich die Option der Koextrusion. Das ermöglicht gefüllte Formprodukte mit geschlossenen oder offenen Enden im Kaliber 20 bis 50 Millimeter herzustellen. Aufgrund der Servotechnik ist die Positionierung der Füllung immer gewichtsgenau, ob pastös, grobstückig oder weich. Eine einfache Bedienung und schnelle Montage erlauben eine große Produktvielfalt. Einbahnig ist eine Produktionsleistung bis 150 Portionen pro Minute möglich.
Im Segment Dosieren gibt es Lösungen von der handwerklichen Anwendung bis zur mehrbahnigen Systemlösung für die industrielle Produktion. Erstmalig werden die neuen Dosiersysteme DS 554 und DS 560 P präsentiert. Das mehrbahnige Modell DS 560 P bietet mit abgestimmten Schnittstellen zu Verpackungsmaschinen eine hohe Linienleistung in der Dosierung flüssiger, viskoser, pastöser, inhomogener und grobstückiger Massen. Die Hebe- und Senkvorrichtung in Kombination mit servoangetriebener Füllstromtechnologie mit integrierter Schneidfunktion in den Ventilen sorgt für eine tropffreie und gewichtsgenaue Dosierung. Das für alle Füllmassen einsetzbare Ventil ist wahlweise mit Ausstoßkolben 16 und 32 mm, 8 mm innenschließend oder 32 mm mit Membran verfügbar. Das einbahnige Dosiersystem DS 554 spielt seine Stärke in der Dosierung stückiger, faseriger und inhomogener Füllprodukte aus.
Neue Module zur Automatisierung
Handtmann präsentiert auch neue Automationsmodule für frisch hergestellte Produkte. Das Unterlegeband UB 365 ermöglicht die Kombination mehrerer optionaler Arbeitsfunktionen auf geringem Raum: Ausrichten, Papier unterlegen und Stapeln. Alle Funktionen sind in das zentrale Steuerungskonzept integriert, wodurch vorhandene Produktdaten übernommen und neu erfasste Informationen zurückgespielt werden. So können beispielsweise vom UB 365 erfasste Formabweichungen als Ausschleuskriterium über Handtmann-Line-Control an ein Nachfolgesystem übergeben werden. Das Einlegesystem ES 388 ist für Hackfleischportionen und andere Produkte wie Burger und Cevapcici mit einer Einlegeleistung von bis zu 90 Portionen pro Minute in Schalenverpackungen konzipiert.
Premiere hat auch die neue Würstchenfülllinie PVLH 252 L. Diese ist die gespiegelte Version der PVLH 251 L (lange Ausführung). Beide Versionen bieten mittelständischen und industriellen Herstellern einen automatisierten Produktionsprozess zum Portionieren, Abdrehen und Aufhängen von Brühwürsten in Schäl- und Collagendarm. Auch vegan/vegetarische Produkte und Fleischersatzprodukte können in geraffte pflanzenbasierte Hüllen produziert werden. Die Linie spielt ihre Stärke vor allem in der klassischen Hot Dog Produktion und bei geringen Produktwechseln aus.
Neben 4.0-Lösungen ist Handtmann auch mit Customized Solutions vor Ort, mit denen das Unternehmen bei individuellen Kundenanforderungen maßgeschneiderte Lösungen anbietet. Gespannt sein dürfen die Besucher auf die neuen Food Innovations. Neben den Sachets aus Alginathülle gibt es neue Konzeptprodukte zur Verkostung.
Vier Funktionen auf wenig Platz

Seydelmann, Stuttgart, reist mit einem umfassenden Maschinenportfolio nach Köln, unter anderem mit zwei Produktionslinien und einigen Neuheiten. Beispielsweise mit dem neuen Vakuum-Konti-Kutter KK 144 c – dem kleinen Bruder des ebenfalls neuen KK 254 c. Beide bieten eine Feinstzerkleinerung unter Vakuum.
Der neu entwickelte Automatenmischwolf AE 130 M vereint bei niedriger Bauhöhe und geringem Platzbedarf vier Funktionen und erhöht damit die Flexibilität in der Produktion. Damit gelingt Mischen, Homogenisieren und Wolfen über den Wolfauslass oder Wolfen mit anschließendem Mischen und Entleerung über die Entleerklappe. Dank entnehmbarem Mischwerk und großer Zubringerschnecke ist er auch als reiner Automatenwolf einsetzbar. Der Einsatz als reiner Mischer mit Entleerung über die separate Entleerklappe rundet die Möglichkeiten ab. Optional kann der AE 130 M mit einem manuellen oder pneumatischen Trennsatz, der Seydelmann Schneidtrommel und einer Hebevorrichtung für E2-Kisten ausgestattet werden.
Mehr Durchsatz beim Wolfen
Eine weitere Neuheit ist die Ausstattung des AE 130 mit der Seydelmann Schneidtrommel, die bereits bei Industriewölfen (bis Auslassgrößen bis 200 mm) zum Einsatz kommt. Sie gewährleistet das effiziente Austrennen von Hartteilen wie Knochen, Knorpeln oder Sehnen. Fremdkörper wie Kunststoffteile oder Folienreste werden zuverlässig und ohne weitere Zerkleinerung ausgetrennt. Das aus Lochtrommel und verlängerter Arbeitsschnecke bestehende System hat laut Hersteller, im Vergleich zu konventionellen Schneidsätzen, einen deutlich höheren Durchsatz bei geringerem Temperatureintrag. Das System arbeitet berührungsfrei und ohne Metallabrieb.
Die Steuerung Auto-Command 500 gehört nun auch bei allen Handwerkskuttern zum Standard. Neben dem manuellen Betrieb ist damit eine automatische Programmsteuerung unterschiedlicher Rezepturen möglich. Das benutzerfreundliche Design stellt eine prozesssichere und intuitive Bedienung sicher und ist auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Alle relevanten Daten sind aus der Entfernung klar ablesbar und die Ausführung in Schutzklasse IP 69K erlaubt die einfache und gründliche Reinigung. Das Anlegen der Rezepte erfolgt via Touchscreen, die Programmauswahl und der Start weiterhin über die Kniehebelschalter an der Maschine.
Auch für nicht alltägliche Würste

Vemag, Verden, präsentiert auf der Anuga FoodTec 2024 mehr als 20 Linien für Anwendungen in den Bereichen Convenience, Frischfleisch, Backwaren, Würstchen und Molkerei.
Zu sehen sind beispielsweise Füll-, Wolf- und Formprozesse oder das exakte Portionieren von Teigen und Massen bis hin zum Füllen von Dosen und Bechern. Die realisierten Lösungen sind problemlos in Produktionslinien integrierbar.
Abhängig vom gewünschten Endprodukt stehen für mehrere Anwendungen austauschbare Formdüsen und Messer zur Verfügung, mit denen sich runde, ovale oder längliche Spezialitäten herstellen lassen. Besonders produktschonend ist dabei neben dem Einsatz der Vemag-Förderkurven die Formung mit Niederdruck von Burgerpatties oder Bällchen aus Fleisch oder pflanzenbasierten Massen. Die Ausformung von Energieriegel auf mehreren Bahnen mittels Füllstromteiler sowie das Teilen von Teigen unterschiedlichster Teigausbeuten und die Produktion von nicht alltäglichen Würstchen mit einem besonderen Muster sind weitere Vorführungen auf dem Messestand. Digitale Lösungen zur optimalen Prozesskontrolle und eine Maschinenserie der „next generation“ runden die Präsentation in Köln ab.
Für die industrielle Würstchenproduktion

Egal ob Natur-, Kunst- oder Kollagendärme, die Abdreh- und Aufhängesysteme von Rex-Technologie, Thalgau/Österreich, füllen portionsgenau bei hoher Geschwindigkeit. Das Produkt wird über das Flügelzellenförderwerk des Rex-Vakuumfüllers schonend gefördert, die Restluft evakuiert. Die Darmraupenbeschickung auf das Abdrehrohr erfolgt automatisch über das Darmmagazin. Die Revolvertechnologie schafft mit drei Abdrehrohren einen Darmwechsel von unter zwei Sekunden.
Der kontinuierlich laufende Vakuumfüller füllt das Produkt in den Darm. Das Verdrängersystem definiert dabei die exakte Abdrehstelle und sorgt für gleiche Längen und maximale Leistung. Abhängig von Wurstlänge und Kaliber sind Stückzahlen von über 2.500 Stück/Minute bei Kunst- und Kollagendärmen und bis zu 1.000 Portionen/Minute bei Naturdarm möglich.
Die beiden Kalibrierbänder lassen sich durch zwei Einstellschrauben einfach an den Kaliberbereich anpassen. Das fördert einen flexiblen Einsatz für alle Darmsorten bei unterschiedlichen Durchmessern. Außerdem reduzieren sich die Rüstzeiten. Die Verfahr-Bewegung und Bandgeschwindigkeit regelt die Steuerung am Vakuumfüller.
Neuer Feinstzerkleinerer

Karl Schnell, Winterbach, zeigt in Köln seinen neuen Feinstzerkleinerer FL175 DSE. Laut Hersteller verfügt die Antriebseinheit über eine maximale Antriebsleistung von 150 kW und zeichnet sich durch ein breites Drehzahlband zwischen 50 und 4.500 U/min bei konstantem Drehmoment aus. Komplett in Edelstahl ausgeführt und nach Schutzklasse IP69 zertifiziert, gewährleistet sie höchste Hygienestandards. Ein geräuscharmer, energieeffizienter Dauerbetrieb wird durch die hygienische Wasserkühlung und den Servomotor sichergestellt. Die um ±5 mm axial verschiebbare Motorwelle ermöglicht eine anwendungsorientierte Schneidsatzeinstellung ohne Leistungsverlust über den gesamten Verstellweg. Bei der Zerkleinerungseinheit kann Karl Schnell auf ein großes Sortiment an Schneidsystemen zurückgreifen. Die Kombination mehrerer Schneidprinzipien in einer Maschine ermöglicht die Herstellung homogener, hochfeiner Produkte in einem Arbeitsgang, bei minimalem Verschleiß und hoher Prozesssicherheit.
Die optionale Produktzuführung über einen Zuführbehälter mit integrierter Schnecke erlaubt eine präzise Temperatursteuerung, selbst bei hochviskosen Ausgangsmaterialien, und bietet zudem eine Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit.
Die Steuerung umfasst das Monitoring der Temperatur und des Systems. Der Zugang erfolgt über die personalisierte RFID Anmeldung für verschiedene Benutzerlevel. Die Steuerung erfolgt direkt am Feinstzerkleinerer über SPS und kann in eine komplette Anlagensteuerung integriert werden. Die Ausführung der Schaltschränke im Hygienedesign ist Standard und sichert eine störungsfreie Produktion in Nassräumen. Anwendung findet diese Konzeption in nahezu allen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie, mit Schwerpunkt in hygienisch sensiblen Bereichen wie in der Feinkostproduktion.
Neuer Winkelwolf

K+G Wetter, Biedenkopf-Breidenstein, zeigt auf über 200 Quadratmetern eine Auswahl an Kuttern, Wölfen und Mischwölfen. Neu dabei ist der Winkelwolf U200. Das platzsparende Kraftpaket punktet laut Hersteller mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten für Frisches und Gefrierfleischblöcke.
Der große Trichter des WW U200 fasst ein Volumen von etwa 500 Litern. Durch die asymmetrische Trichterform gelangen Fleisch und weitere Zutaten nach dem Beladen gleichmäßig zur Zubringerschnecke. Auch die sperrigen Gefrierfleisch-Blöcke verkanten sich durch die abgestimmte Bauweise des Wolftrichters nicht und werden von der Zubringerschnecke sicher erfasst.
Hygienic-Secure-Features erleichtern eine zeitsparende Reinigung. Zubringer- und Fleischschnecke können mit wenigen Handgriffen werkzeuglos entnommen und eingesetzt werden. Die in allen Wölfen von K+G Wetter verbaute Spülkammer verringert das Hygienerisiko durch versteckte Verunreinigungen: Über einen außenliegenden, leicht zugänglichen Spül-Zugang lassen sich die Dichtungen der Antriebswellen täglich mit einem Handgriff beidseitig spülen und reinigen.
Große Linien und Basislösungen
Ulma, Memmingen, zeigt auf 600 Quadratmetern verschiedene Verpackungslinien. Beispielsweise eine Linie für die schalenversiegelte Verpackung von Frischprodukten. Die Schalenversiegelungsanlage punktet laut Hersteller mit der automatischen Beladung/Verpackung und der innovativen Steuerung über das Line Control System. Damit lassen sich alle Phasen des Prozesses effizient von einem Punkt aus steuern und überwachen.
Mehr Nachhaltigkeit durch weniger Verpackungsmaterial gelingt beim Verpacken von Hackfleisch mit der schalenlosen Schlauchbeutelverpackung (HFFS).
Außerdem wird die vertikale Verpackungsmaschine VTC 840 und ein automatischer Schwerkraftkartonierer gezeigt. Mit Wash-Down-Design ist die VTC 840 für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie geeignet. Ein Merkmal der vertikalen Absackanlage ist die Tight-Bag-Technologie zur Sackvolumenoptimierung. Sie ist mit verschiedenen nachhaltigen Folien kompatibel. Damit werden optimale Packungsgrößen erreicht, die Logistik-, Lager-, und Transportkosten minimieren. Dank des SealFlex-Systems ist ein schneller Backenwechsel möglich.
In Köln sind auch kompakte Traysealer, die frische Lebensmittel und Fertiggerichte in MAP und Skin verpacken, zu sehen. Ebenfalls dabei ist mit der TFS 200 S eine Tiefziehmaschine für Skin-Anwendungen. Sie ist für die Verarbeitung verschiedener Materialien wie Monomaterialfolien, Laminate oder Karton ausgelegt.
Für das Verpacken von Scheiben und Portionen präsentiert Ulma mehrere Linien, mit denen sich Produkte bis zu ihrem Verzehr vollständig konservieren lassen. Zum Beispiel die Tiefziehmaschine TFS 700 und die horizontale Schlauchbeutelmaschine FM 500. Diese ist mit dem Format Leafshrink zu sehen. Das ist eine Schutzatmosphärenverpackung (MAP), die eine Schrumpffolie und einen Kartonträger verwendet. Das reduziert die Kunststoffmenge laut Herstellerangabe um bis zu 85 Prozent. Die Flow-Pack-Maschine für Tortilla-Verpackungen ist eine wiederverschließbare MAP-Verpackungslösung mit einem Längsreißverschluss.
Neuheiten auf der Anuga FoodTec 2024: Slicer und Entvliesmaschine

Weber, Breidenbach, zeigt Lösungen zur automatisierten Produktion von Snacks und Convenience-Produkten sowie eine Aufschnittlinie. Herzstück des Linienkonzepts zur Herstellung von Snack Packungen mit Käsewürfel oder Minisalamischeiben ist das weShuttle Shuttle System. Damit lassen sich Linienkonzepte präzise auf kundenspezifische Rezepte auslegen.
Außerdem erwarten die Besucher zwei neue Slicer. Einer wird als Teil eines Linienkonzeptes für die Verarbeitung von Aufschnittprodukten am Beispiel einer Bacon-Anwendung präsentiert. Diese Linie vereint laut Weber maximale Performance mit minimalem Footprint und lässt sich mit wenigen Handgriffen auf andere Anwendungen umrüsten. Neben der Slicer-Premiere beinhaltet das Food Service Linienkonzept eine weitere Neuheit: den Weber Stacker weStack. Der weStack verleiht der Linie Flexibilität, da Lebensmittelproduzenten jederzeit bedarfsgerecht entscheiden können, ob der Stacker genutzt wird oder nicht.
Im Bereich Packaging erwarten die Besucher das neue OxyTech System zur Messung des Restsauerstoffgehalts, den neuen weLabel Etikettierer als Oberbahn- und Unterbahnvariante sowie drei wePack Tiefziehverpackungsmaschinen für verschiedene Anwendungen und Leistungsklassen.
Digitale Produkte und Services finden sich in allen Exponaten. Eine Besonderheit der Weber Digital Factory Solutions: Third Party Komponenten lassen sich vollständig integrieren, sodass ein Überblick über alle Daten und Informationen möglich wird.
Auch bei den Entschwartern, Entvliesern und Entfettern gibt es Neuheiten für Handwerk, Mittelstand und Industrie. Die Entvliesmaschine AMS 400 wird als das perfekte Einstiegsmodell für das professionelle, Entvliesen einer Vielzahl an Teilstücken präsentiert. Darüber hinaus wurde die Automatisierung im Bereich der Loin-Entfettung weiter ausgebaut. Das Modell ASD 460 ist nun in modularer Bauweise verfügbar. Hierdurch erhalten fleischverarbeitende Betriebe maximale Flexibilität, weil die Entfettungsmaschine auch nachträglich mit einem Entschwartungsmodul erweitert werden kann.
Gleichmäßige Scheiben, Streifen und Chunks

Holac, Nattheim, zeigt auf der Anuga FoodTec 2024 die Vielzweckschneider der Baureihen Cubixx, Maxx und den CS 28. Die Würfel- und Streifenschneider sorgen für gleichmäßige Würfel, Plättchen und Streifen. Zur Ausstattung gehören: Hydraulische, druckabhängige Vorpressung, die Verwendung von Mehrfachmessern und Messerscheiben zur Kapazitätssteigerung, stufenlos einstellbarer Vorschub sowie Gatterstege und gehärtete Messerleisten für gute Schnitt-Ergebnisse.
Ebenfalls im Einsatz sind die Scheibenschneider der Baureihe Sect. Der Sect 360 TC setzt laut Holac Maßstäbe beim Schneiden in präzise, gleichmäßige Scheiben: ob Frischfleisch, Lende, Schnitzel, Bauchspeck, Kotelett, Steak, Braten, Wurst, Fisch oder Käse – gekocht, frisch, gekühlt oder angefroren, mit oder ohne Knochen.
Der Käseschneider Cheesixx ist die kleineste Maschine im Produktbereich Käse. Sein pneumatischer Magazinverschluss ermöglicht eine ergonomische und zeitsparende Bedienung. Für die industrielle Nutzung gibt es den Käseschneider Cheesmaxx 200. Der Vollautomat ist durch sein Fahrwerk an jeder Linie flexibel einsetzbar.
Ob Würfel, Scheiben, Streifen oder sogenannte Chunks – auch Fleischersatzprodukte lassen sich in Form schneiden. Holac präsentiert eine Maschine aus dem Programm für pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte auf dem Messestand.
In Bewegung für mehr Hygiene

Forbo Siegling, Hannover, bietet neben gewebebasierten Transportbändern, Kunststoff-Modulbändern, elastischen sowie homogenen Bandtypen oder Zahnriemen auch Zubehör wie Profile, Wellkanten, Sonderlösungen und Service vor Ort.
Die neueste Produktlinie aus thermoplastischem Polyurethan, Siegling Fullsan Bänder, unterstützen alle Prozessschritte bei der Verarbeitung unverpackter Lebensmittel, insbesondere in der Fleisch- und Geflügelverarbeitung. Die glatte Oberfläche begünstigt eine einfache und zuverlässige Reinigung – auch mit Bandabstreifern. Das gewährleistet die gewünschte Lebensmittelsicherheit. Darüber hinaus sind die Bänder UV-C-beständig.
Siegling Fullsan Bänder sind sowohl in voll-homogenen, unverstärkten Versionen erhältlich, als auch in der Variante Fullsan Pro mit Aramid-Cord-Verstärkung. Laut Forbo kann selbst unter großer Belastung die Dehnung auf ein Minimum reduziert werden, das verlängert die Lebensdauer der Bänder.
Variable Vakuumlösungen

Busch Vacuum Solutions, Maulburg, präsentiert auf der Anuga FoodTec 2024 energieeffiziente und variable Vakuumlösungen, die die hohen Anforderungen der Lebensmittelbranche erfüllen.
Als Multitalent bezeichnet der Hersteller die Vakuumpumpen der Baureihe R5 RA. Dank der Drehschiebertechnologie, die speziell für den Dauereinsatz im Industrievakuum konzipiert ist, eignen sich die Vakuumpumpen für eine Vielzahl von Anwendungen. Dazu zählen nicht nur Gefriertrocknung, Vakuumkühlung und unterschiedliche Formen der Vakuumverpackung, sondern auch die pneumatische Förderung.
Mit der Plug&Pump-Lösung Cobra DX, zeigt Busch seine Schraubentechnologie, die in vielen Anwendungen der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden kann. Die trockenen Schrauben-Vakuumpumpen verfügen über einen Touchscreen mit intuitiver Menüführung. Ein integrierter variabler Drehzahlantrieb mit verschiedenen Betriebsmodi sorgt dafür, dass die Vakuumpumpen unter optimalen Betriebsbedingungen arbeiten und somit die Gesamtbetriebskosten niedrig halten.
Die Dolphin VL Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen sind gegenüber Kondensaten, zuckerhaltigen Lösungen und klebrigen Substanzen beständig. Sie können problemlos im CIP-Verfahren gereinigt werden. Durch einen offenen oder geschlossenen Flüssigkeitskreislauf können bis zu 70 Prozent des notwendigen Betriebsmittels eingespart werden. Die Option der Frequenzregelung sorgt dafür, dass immer nur so viel Vakuum erzeugt wird, wie für die jeweilige Anwendung gerade erforderlich ist.
Zeitgemäß verpacken

Sealpac, Oldenburg, zeigt auf der Messe ressourcenschonende Anlagen, die mit sparsamen Materialeinsatz und verbesserter Energieeffizienz punkten.
Marktübliche Aluminium- und Edelstahl-Behälter im Gastro-Norm-Format, die handwerkliche Fleischereibetriebe nutzen, lassen sich jetzt halbautomatisch unter MAP versiegeln. Der Traysealer M-Flex ist für verschiedene Anwendungen, Formate und Materialien geeignet. In Köln ist die FlatSkin-Anwendung zu sehen, die für einen hohen Kartonanteil und wenig Kunststoff steht.
Dass sich Fresh-Food sicher und ressourcenschonend verpacken und gleichzeitig einladend präsentieren lässt, zeigt Sealpac am Beispiel der neuen Traysealer-Serie: Die A6max verarbeitet prozesssicher UltraLight-Schalen im Format 190 × 144 mm. Das Gewicht der Trays wurde im Vergleich zu herkömmlichen Schalen um 20 Prozent reduziert. Die UltraLight-Schalen lassen sich gut stapeln und präsentieren das Produkt appetitlich und ansprechend. Die Anlagen sind mit dem sogenannten EnergyManager ausgestattet, der den Energieeinsatz minimiert.
Die Thermoformer-Serie PRO eignet sich für kleine oder mittelständische Betriebe. Das modulare Anlagenkonzept macht Verpackungen nach Wunsch möglich: Die Basisanlage verarbeitet automatisch verschiedene Hart- und Weichfolien im Vakuumprozess oder in reinen Versiegelungsanwendungen. Sie lässt sich durch verschiedene Module zur Herstellung moderner Verpackungslösungen ergänzen.
Frisch überarbeitet sind die Thermoformer der RE-Serie. Sie haben eine neue Rahmenkonstruktion in Hygenic Design. Die Anlagen sind auf Mittel- bis Hochleistungsanwendungen ausgelegt. Als All-in-One-Ausführung ermöglicht die Anlage die Herstellung verschiedener Verpackungslösungen ohne großen Aufwand, z. B. Flex-Flex-, Skin-, MAP- oder ThermoSkin. Darüber hinaus stellt sie Verpackungen aus besser recycelbaren Monomaterialien wie PP oder Papier her.
In sechs Präsentationstruhen finden Besucher auf dem Messestand wieder Verpackungsideen aus aller Welt.
Zertifiziert bakterienfrei

Wasser sparen und gleichzeitig Hygiene und Lebensmittelsicherheit sicherstellen ist für Lebensmittelproduzenten oft ziemlich herausfordernd. Jeros, Ringe/Dänemark, zeigt in Köln eine breite Palette an industriellen Spülmaschinen, die perfekt auf den anspruchsvollen Alltag der Kunden abgestimmt sind. Beispiel: Ace ist ein flexibles und effizientes Reinigungssystem für die Komponenten von Mehrkopfwaagen und anderen Waagenteilen aus der Produktion.
Laut Jeros benötigen Mitarbeiter üblicherweise ungefähr eine Stunde und 730 Liter Wasser, um 32 Komponenten einer Mehrkopfwaage manuell zu reinigen. Mit dem Ace-System lässt sich dieselbe Menge in sechs Minuten reinigen und der Wasserverbrauch auf 16 Liter verringern. Das System arbeitet mit einer Spültemperatur von 85 Grad Celsius, das desinfiziert und beseitigt alle Bakterien. Eine Zertifizierung von Eurofins-Steins Labor garantiert das bakterienfreie Spülergebnis.
Automatisierung auf kleinstem Raum

Die neue Tiefziehverpackungsmaschine ML-C 1600 von Webomatic, Bochum, ist mit ihrer kompakten Bauweise platzsparend und flexibel einsetzbar. So können auch kleine und mittlere Unternehmen ihre Produktion auf kleinstem Raum automatisieren.
Die Maschine verarbeitet Hart- und Weichfolien. Je nach Spezifikation kann die ML-C 1600 Hartfolien bis zu 400 μm und einer Breite bis zu 422 mm in drei verschiedenen Abzugslängen bis zu 300 mm verarbeiten. Die robuste Edelstahlkonstruktion begünstigt eine lange Lebensdauer. Ebenfalls in Köln zu sehen, sind die neuen craft- und factory-Vakuum-Kammermaschinen. Laut Webomatic wurde bei der Entwicklung dieser Maschinen auf Bedienbarkeit, Hygiene, Prozesssicherheit, Montagefreundlichkeit, Wartungsfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geachtet.
Mechanische Räder- und Rollenreinigung

Kohlhoff Hygienetechnik, Unna, zeigt die neue Modellreihe Clean Field HD-Line. Dieses Reinigungsfeld kann auch von schweren Flurförderfahrzeugen (Gesamtbelastung bis 5.000 kg) befahren werden. Das hilft, Verunreinigungen oder eine Schmutzverschleppung beim Warentransport zu vermeiden. Denn allein durch das Befahren oder Begehen der Reinigungsfelder werden die in Kassetten integrierten selbst schwingenden Bürstenelemente unmittelbar in Bewegung versetzt und reinigen semiaktiv (mechanisch) sowohl Räder und Rollen als auch Schuhsohlen — wahlweise nass oder trocken. Bei der Nassreinigung sorgt eine Dosierautomatik dafür, dass immer ausreichend Reinigungs- und Desinfektionsflüssigkeit zur Verfügung steht.
Die modular aufgebauten Reinigungsfelder gibt es als Einbau- oder Aufflurvarianten in verschiedenen Abmessungen. Die für den Fußbodeneinbau konzipierten Varianten benötigen eine Einbautiefe von etwa 60 mm. Als Aufflurvariante kann nur die Modellreihe Clean Field SL-Line (Gesamtbelastung von bis zu 500 kg) eingesetzt werden.
Zur Reinigung der Wannen und Bürstenelemente werden die einzelnen Kassetten einfach hochgeklappt und arretiert. Bei Bedarf können sie auch herausgenommen werden. Eingehängt in einen eigens dafür entwickelten Reinigungswagen lassen sich die Bürsten leicht und gründlich reinigen.
Alle Clean Field Reinigungsfelder lassen sich an individuelle Hygieneanforderungen anpassen. Für eine Zugangskontrolle kann das Reinigungsfeld mit einem Automatik-Schwenktor ausgestattet werden. Außerdem stehen weitere Komponenten zur Verfügung – angefangen von Handdesinfektions- oder Eingangskontrollgeräten mit Drehsperre bis hin zu einer kompletten Kompakt-Hygieneschleuse.
Starker Magnet in kompakter Bauweise

Goudsmit Magnetics, Waalre/Niederlande, präsentiert einen neuen Rohrmagneten, der die Hälfte der Einbauhöhe seines Vorgängers benötigt und zudem doppelt so stark ist. Der aus rostfreiem Stahl gefertigte Magnetabscheider enthält einen Kern aus Neodym-Magneten und erzeugt mit einer Flussdichte von 12.000 Gauß. Der konisch geformte Magnetkern enthält mehr Polplatten, so dass selbst 30-µm-Partikel an mehr Angriffspunkten haften.
Im Produktstrom vorhandene Stahlpartikel (Bolzen, Muttern, Schrauben, kleine Metallkugeln, abgebrochene Gewinde und Klammern) lassen sich mühelos von Körnern, Mais, Mehl, Weizenmehl und anderen Warenströmen trennen. Das Magnetsystem ist nicht nur für die Montage in Freifallrohren, sondern auch für Druckrohre geeignet.
Der 12.000-Gauss-Rohrmagnet wurde als Antwort auf spezifische Anforderungen entwickelt. Die erste Anforderung bestand darin, einen Rohrmagneten mit einer geringen Einbauhöhe zu entwickeln, der sich leicht in bestehende Prozesse integrieren lässt. Zusammen mit der hohen Flussdichte bedeutet dies, dass der Magnet bereits am Wareneingang eingesetzt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Rohrmagnet neben den großen Metallpartikeln auch kleinere Partikel erfasst und so die Produktqualität verbessert. Der Rohrmagnet kann optional mit verschiedenen Flanschen (DIN, Jacob) ausgestattet werden.
Durch die Tür mit vertikaler Aufhängung ist die Überprüfung auf Verunreinigungen ein Kinderspiel. Der Magnet lässt sich von Hand oder mit einem Schaber öffnen und reinigen. Kleinere Metallteile, wie Kugeln oder abgebrochene Gewinde, lassen sich über die konische Oberseite des Magnetkerns schieben und entfernen. Um zu verhindern, dass der Magnet während des Produktionsprozesses geöffnet wird, kann der Abscheider mit einem Sicherheitsschalter ausgestattet werden.
Im Fokus: Durchsatz und Ausbeute

Provisur Technologies, Flawil/Schweiz, hat Neuheiten in den Geschäftsbereichen Further Processing, DMC (Defrosting, Marinating, Cooking), Slicing und Separation. Im Segment Further Processing zeigt der Formax NovaMax 400 das Formen von Burgerfleisch. Die Maschine mit hydraulischem Formplattenantrieb steht laut Hersteller für einen hohen Durchsatz, präzise Gewichtskontrolle, einfache Produktwechsel und niedrige Betriebskosten. Auch der Formax VerTex 600 Former mit Drehtrommel für Verarbeitungslinien mit hoher Kapazität liefert eine gleichbleibende Portionierung.
Der Lutetia Tumbler T40 von DMC (Defrosting, Marinating, Cooking) mit einer Kapazität von bis zu 1.200 kg eignet sich zum Auftauen von Frischfleischprodukten. Das patentierte Dampf-Vakuum-Verfahren spart Zeit und verbessert die Ausbeute. Die schrittweise Dampf-Niederdruckinjektion unter Vakuum beschleunigt den Auftauprozess, ohne dass die Gefahr des Kochens besteht. Gefrorene Blöcke werden nach und nach separiert und erreichen durch Rotation gleichmäßige Temperaturen.
Ebenfalls auf der Anuga FoodTec 2024 zu sehen ist die schlüsselfertige Linie für Bacon und natürlich geformte Fleischprodukte. Neben der Hoegger X3 Formpresse und dem neuen PtS- (Press-to-Slice) Modul mit Scan- und Positionierfunktion für mehrbahnige Slice-Linien ist das Herzstück der Linie der neue Slicer Formax SX550 (Schneidschacht von 550 mm).
Die Band-Separatoren der Serie STS arbeiten mit einer Kapazität von bis zu 5.000 kg/h. Für eine hohe Ausbeute beim Separieren von Knochenteilen, Sehnen, Knorpel und anderem Ausgangsmaterial sorgt de Soft-Tissue-Separation. Das flexible Pressband des STS drückt die Produkte gegen eine perforierte Trommel. Durch mechanischen Druck passieren die weichen Teile die Löcher der Trommel, während die harten Komponenten an der Außenseite der Trommel verbleiben. Die Technik lässt sich auch zum Entpacken von mangelhaften oder vorzeitig aus dem Verkehr gezogenen Lebensmitteln verwenden.
Guter Schnitt und reiche Beute

Die DicR-Modelle von Foodlogistik, Neubrandenburg, punkten mit einer Vier-Seiten-Vorpressung zur Produktkomprimierung. Hydraulische Antriebe und große Ölmengen begünstigen einen dauerhaften Einsatz. Kammerquerschnitte von 90 bis 140 Millimeter und Längen von 310 bis 550 Millimeter garantieren vielfältige Einsatzgebiete.
Optionen, wie die Hygienetür, die Ein-Hand-Bedienung, ein Längsschiebersystem sowie eine Anzeige für die Beschickungsbereitschaft sorgen für gute Bedienbarkeit, Sicherheit und Hygiene. Alle Modelle gibt es auch mit Siemens-Steuerung und Touchdisplay. Die Schneidparameter lassen sich über die Benutzerführung des Displays eingeben. Die Modelle DicR comfort 105/112 und DicR capacity 120/126/140 gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten.
Der CrozzdicR classic (analoge Steuerung, manuelle Bedienelemente) ist das Einstiegsmodell im Industriebereich. Der CrozzdicR comfort (mit Siemens-Steuerung und Display) verfügt serienmäßig über Dicetronic für Schneid- und Wiederholgenauigkeit. Zudem hat das Modell separate Antriebe für Abschlagmesser und Schneidgatter mit einzeln regelbarer Drehzahl. Die Schnittlängenjustierung mit Restlängenaufteilung sorgt für gute Schneidergebnisse bei optimaler Produktausbeute. Die CrozzdicR capacity-Modelle verfügen über eine integrierte Beschickung für 200-Liter-Wagen. Sie sind kompakt gebaut und können flexibel aufgestellt werden, ohne dass eine zusätzliche Beistellbeschickung notwendig ist. Verschweißte Maschinenkörper mit schrägen Flächen sowie Ablaufschächte zur Restgutabführung garantieren gute Hygiene- und Reinigungsbedingungen.
Die Modelle DerindR classic und comfort zum Entschwarten und Scheibenschneiden finden in Handwerksbetrieben und im industriellen Bereich Anwendung.
Neues in Sachen Reinigung und Hygiene
Mohn, Meinerzhagen, zeigt eine breite Palette an Industrielösungen für die Lebensmittelindustrie. Zu den Highlights zählen eine Auswahl an modernen Industrie-Waschsystemen, die das Gros der zu reinigende Produkte in verschiedenen Produktionsprozessen abdecken. Zudem gibt es neue Lösungen und Weiterentwicklungen im Bereich der Personalhygiene und Prozesstechnik. Hierzu gehören unter anderem eine Chargenwaschanlage für Hub- und Beschickungswagen, eine Kistenwaschanlage aus der Ecoline Serie, eine Industrie-Haubenwaschanlage (neu mit Wechselkorb zur Reinigung von Messerkörben), eine überarbeitete Chargenwaschanlage für Rauch-, Koch- oder Gestellwagen und verschiedene Hygienekonzepte von Vollschleusen bis zur doppelspurigen Eingangsschleuse.
Nachweislich sicher und sauber

Bei Fußböden in der Lebensmittelverarbeitung zählen Eigenschaften wie Funktion, Haltbarkeit und Sicherheit, kombiniert mit nachweisbarer Eignung für die sensiblen Bereiche. Silikal, Mainhausen, informiert auf der Anuga FoodTec 2024 über die bewährten Bodensysteme auf Basis von Methylmethacrylat (MMA).
Die MMA-Reaktionsharzböden eignen sich auch für Bereiche, in denen besonders schwere Lasten bewegt werden müssen und in denen Tiefkühltemperaturen herrschen. Eine praktische und oftmals entscheidende Eigenschaft der Bodenbeläge ist die schnelle Installation. Die Neuverlegung oder Sanierung alter Böden lässt sich – abhängig von der Flächengröße – in kurzer Zeit durchführen. Nur eine Stunde nach dem Aufbringen der letzten Schicht sind die Silikal-Harze ausgehärtet und der neue Boden voll belastbar.
Die Bodenbeläge lassen sich auch einfach und schnell reinigen. Außerdem verfügen sie über Rutschhemmstufen. Nachweise und Zertifikate, wie HACCP International und HALAL, und die Empfehlung des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure Deutschland belegen die Eignung der MMA-Böden im Umgang mit Lebensmitteln.
Slicing-Portfolio im Live-Einsatz
Multivac, Wolfertschwenden, zeigt in Köln ein breites Portfolio an Verarbeitungs- und Verpackungslösungen für die Lebensmittelbranche. Im Fokus stehen das Slicing-Portfolio sowie Linien, die dank Digitalisierung und Automation dazu beitragen, Produktionsprozesse effizient und ressourcenschonend zu gestalten.
Bei der Hochleistungs-Slicerlinie für Wurst- und Käseaufschnitt ermöglicht die übergreifende Liniensteuerung Multivac Line Control (MLC) eine zentrale Bedienung aller Prozessschritte – von Slicing über Beladen, Tiefziehverpacken und Vereinzeln der Packungen bis hin zu Inspektion, Etikettierung und Kistenbeladung. Auf der Messe werden fliegende Rezeptwechsel demonstriert, die Anfahrverluste bei Produktwechseln reduzieren und somit Ressourcen und Kosten sparen. Für das Slicen und Verpacken von kleinen und mittleren Chargen wird eine Schlauchbeutel-Linie auf der Messe zu sehen sein, die einen neuen Slicer im Einstiegsbereich sowie den Flowpacker W 510 umfasst.
Für das Portionieren und Verpacken von Frischfleisch wird eine Tiefziehverpackungslinie ausgestellt, die laut Mulitvac Flexibilität, ein geringes Give Away und geringe Verpackungskosten bietet. Herzstück der Linie ist eine neue Portioniermaschine von TVI. Für das Verpacken kommt die Tiefziehverpackungsmaschine R3 zum Einsatz, die auch umweltschonende, recyclingfähige Monomaterialien verarbeiten kann und die sich dank ihrer Modulbauweise individuell auslegen lässt. Zudem ist die Linie mit einem neuen Querbahnetikettierer ausgestattet.
Aus dem Bereich Traysealing wird eine Linie für das Verpacken von Fertiggerichten präsentiert. Für die Etikettierung sorgt ein Full Wrap Label, das alle vier Seiten wie eine Banderole umschließt.
Darüber hinaus gibt Multivac auf der Messe einen Einblick in sein Portfolio an Kompaktlösungen. Anhand von Traysealern wird die Herstellung unterschiedlicher Verpackungen, ob Skin-, MAP- oder Stretch-Verpackungen, demonstriert.
Unterstützung bei Umbau und Erweiterung

Lißner engineers + architects, Appen, konzipiert seit mehr als 30 Jahren Neu-, Um- und Erweiterungsbauten für die Lebensmittelbranche. Auf der Messe zeigen die Planer, wie sich mit professioneller Unterstützung die Effizienz steigern und der Energieverbrauch senken lässt.
Die Planungsprofis ermitteln zunächst mithilfe von Daten zu Produktionsabläufen und Mengen den zu erwartenden Bedarf, benötigte Kapazitäten und einen optimalen Produktionsfluss. Darüber hinaus fließen Parameter wie Maschinen- und Lagergrößen in die Planung ein, um Raumaufteilung, Maschinenaufstellung und Produktionsschritte optimal auszulegen und Prozessoptimierungen zu integrieren. Ein wichtiges Merkmal sind dabei reibungslos konzipierte Personalflüsse und kreuzungsfreie Produktwege, die für rationelle Abläufe sorgen. Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte findet dann die Gebäudeauslegung statt.
Durch gestiegene Energiekosten zählt die Optimierung der technischen Anlagen zu den wesentlichen Zielen bei Neubauten oder Betriebserweiterungen. In der Planung der Technischen Gebäudeausstattung (TGA) zeigt Lißner engineers + architects, wie sich mit Lösungen, die auf dem neuesten Stand der Technik sind, die Energieeffizienz steigern lässt und Kosteneinsparungen erzielen lassen.
Bei der Umsetzung profitieren Auftraggeber von einem Dienstleistungsangebot aus einer Hand – von der Produktionsplanung über die TGA bis hin zu den benötigten Baugewerken, den Genehmigungsverfahren und Ausführungsschritten, Ausschreibung und Vergabe der Bauaufträge. Während der Durchführung übernimmt das Planungsbüro die Bauleitung vor Ort und sorgt für Kostenverfolgung und Rechnungsprüfung.
Neue Handgriffeinheit
Für Branchen mit hohen Sicherheits- und Hygieneanforderungen zeigt beam, Altenstadt, den neuen Dampfsaughandgriff VacuCircle. Die ergonomische Griffeinheit mit Anschlussschlauch ist mit allen Dampfsaugsystemen des Herstellers kompatibel und für den Anschluss an die Geräte der Blue-Evolution-Serie gedacht. Das Besondere an VacuCircle ist die neuartige Anordnung von Dampf- und Saugeinheit, denn die Absaugung umschließt kreisförmig die Dampfdüse. In Kombination mit den unterschiedlichen Aufsatzdüsen aus Silikon entsteht so ein Unterdruck. Selbst beim Arbeiten mit einer Punktstrahldüse kann laut beam seitlich kein Dampf mehr entweichen. Das verhindert, dass Aerosole oder auch feste Partikel wie zum Beispiel Brösel oder Staub aufgewirbelt werden.
Der Hersteller setzt bei den Dampfsaugsystemen auf den Green-Cleaning-Ansatz. Die Geräte arbeiten ohne Chemie und sorgen nachweislich für 99,9 Prozent Keim- und Bakterienfreiheit an allen Oberflächen. Der aufgesaugte Schmutz landet im UVC-Wasserfilter und wird dort gebunden. Durch die Arbeit mit Trockendampf reduziert sich der Wasserverbrauch auf ein Minimum. Für eine Fläche von 100 Quadratmetern werden nach Herstellerangabe gerade mal drei Liter Wasser benötigt.



