Gleich mehrere Vakuumfüller, in erster Linie die Handtmann-Maschinen VF 628 und VF 634, sind bei Edeka Südwestfleisch am Standort Offenburg im Einsatz. Metzgermeister Markus Jägle, seit drei Jahren Produktionsleiter in der Wurstproduktion, spricht im ’Fleischerei‘-Praxistest über seine Erfahrungen mit den Vakuumfüllern.
Allrounder und Spezialisten
30 Mitarbeiter sind allein in der Wurstproduktion tätig, insgesamt sind es etwa 250, die in Produktion und Verwaltung am Standort Offenburg arbeiten. Der Betrieb versorgt die Edeka-Filialmärkte im Südwesten Deutschlands mit Fleischwaren aller Art. Zu den wichtigsten Fertigprodukten zählt Produktionsleiter Markus Jägle Wiener, Krakauer und den in der Region beliebten Fleischkäse.
In der Produktion werden ganz bewusst unterschiedliche Vakuumfüller für die verschiedenen Aufgaben eingesetzt. „Während im Handwerk eher Allrounder gefragt sind – da hat man ja oft nur einen Füller –, sind in der Industrie Spezialisten von Vorteil. Es ist einfach nicht wirtschaftlich, mehrmals am Tag die Sorte zu wechseln“, weiß Jägle, räumt aber ein: „Der VF 628 istim Prinzip ein Allrounder, wird bei uns aber ebenfalls als Spezialist eingesetzt.“ Bis zu 7.200 kg/h soll der VF628 leisten und baut dabei einen Fülldruck von 72bar auf, mit dessen Hilfe auch kalte, feste Massen zuverlässig verarbeitet werden können. Mit nur halb so viel Druck kommt der VF 634 aus, fördert, als reiner Brühwurstspezialist, aber die doppelte Menge an Brät. „Die theoretisch mögliche Geschwindigkeit beim Füllen schöpfen wir nie ganz aus“, erklärt Jägle. Auch qualitative Aspekte spielen beim Arbeitstempo eine wichtige Rolle. „Würden wir zum Beispiel Stangenware auf Anschlag füllen, gäbe das imFertigprodukt ein nicht ganz so schönes Schnittbild.“
Viele Möglichkeiten, einfache Bedienung
Trotz der speziell im industriellen Bereich üblichen Spezialisierung bietet die Steuerung der 600er-Serie 250 Produktspeicherplätze mit Beschreibungen im Volltext. Die Steuerung basiert auf Windows CE und knüpft damit an eine den Bedienern auch in anderen Lebens- und Arbeitsbereichen vertraute Bedienung an. „Es gibt viele Möglichkeiten“, urteilt Markus Jägle, „aber die Steuerung ist nicht schwer zu verstehen. Der Mensch muss natürlich mitspielen. Er muss sich darauf einlassen und sich aktiv mit den Möglichkeiten vertraut machen.“ Die Monitorsteuerung ermöglicht sehr anwendungsspezifische Anpassungen des Füllvorgangs, beispielsweise die schonende Behandlung empfindlicher Naturdärme oder die variable Ansteuerung von Vorsätzgeräten wie zum Beispiel Clipmaschinen. „Die Bedienung ist sehr übersichtlich“, urteilt Jägle, „die Menüs sind so konzipiert, dass man sich leicht zurechtfindet.“ Im Bedarfsfall bietet die selbe Steuerung auch Unterstützung bei der Fehlersuche: Ein integriertes Hilfe- und Diagnosesystem hilft dem Mitarbeiter, die produktive Arbeit schnell wieder aufzunehmen und minimiert Stillstandszeiten. Übrigens haben auch fremdsprachige Mitarbeiter mit der Bedienung meist keine Probleme: In der Sprachschnellumschaltung lassen sich für die Volltextangaben immerhin derzeit 25 Sprachen wählen. Ein weiterer Vorteil: Soweit es die Hardware erlaubt, lässt sich der Funktionsumfang ganz einfach per Software-Update erweitern, der Anwender profitiert von Innovationen, ohne dass auch nur ein einziges Bauteil ausgetauscht werden müsste.
Die in der Steuerung der Vakuumfüller verwendete Technologie geht in ihren Möglichkeiten jedoch weit über die reine Bedienung hinaus. So erfordert ein Qualitätsmanagement, wie es auch Edeka Südwestfleisch betreibt, die jederzeitige Reproduzierbarkeit der betrieblichen Abläufe. Die „Handtmann Communication Unit“ leistet genau das. So ist nicht nur eine Chargenverfolgung und eine genaue Dokumentation der Produktion pro Fülllinie gewährleistet, sondern auch eine Erfassung aller Stillstandzeiten und der jeweiligen Gründe. „Flaschenhälse“ im Produktionsablauf lassen sich daher einfach aufspüren und – hoffentlich – eliminieren, was gerade in der industriellen Produktion ein enormes Einsparpotenzial birgt.
Verarbeitung und Service
Aber nicht nur dem Management erleichtern die Handtmann-Vakuumfüller das Leben. „Selbst bei Stangenware ist der Geräuschpegel minimal“, zeigt sich Jägle zufrieden. Das Arbeiten sei jederzeit angenehm, das Betriebsgeräusch wird, wie Jägle bestätigt, in der Produktionsstätte fast nicht wahrgenommen.
Ähnlich wie beim Auto lässt auch hier die niedrige Geräuschentwicklung bei voller Leistung auf eine hochwertige Verarbeitung schließen – ein Schluss, den der Produktionsleiter gern bestätigt: „Wenn die Maschinen regelmäßig gewartet werden, dann gibt es praktisch keine Ausfallzeiten. Wir haben ja einige Handtmann-Vakuumfüller im Einsatz und dank der sehr guten Verarbeitung absolut keine Probleme.“ Diebetriebsstundenabhängige Routinewartung übernimmt bei Edeka Südwestfleisch der Handtmann-Kundendienst. Im Kopf behalten muss Jägle die Wartungstermine aber nicht unbedingt: „Die Kundendienstmitarbeiter bei Handtmann haben im Blick, wie die Maschinen bei uns eingesetzt werden, und wissen deshalb auch ziemlich genau, wann die nächste Wartung fällig wäre. Um diese Zeit herum bekommen wir dann einen Anruf, bei dem der Servicemitarbeiter mit uns den genauen Wartungstermin abstimmt.“
Auch sonst gibt Jägle dem Handtmann-Service die Bestnote: „Wir haben einen festen Ansprechpartner, was den Kundenservice betrifft, und den können wir wirklich Tag und Nacht anrufen. Natürlich macht der auch mal Urlaub, aber dann klärt er vorher die Urlaubsvertretung ab und informiert uns, sodass wir nie lang auf Unterstützung warten müssen.“ Die Reaktionszeiten, an die sich Jägle gewöhnen durfte, können sich sehen lassen: „Im Allgemeinen ist der Servicemitarbeiter spätestens drei Stunden nach unserem Anruf vor Ort. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals länger als fünf Stunden hätten warten müssen.“ Gerade bei engen Produktionszyklen ist ein solcher Service Gold wert.
Dass Edeka Südwestfleisch gleich mehrere Handtmann-Vakuumfüller und -Aufhängelinien im Einsatz hat, ist kein Zufall. Metzgermeister Markus Jägle schätzt neben der hohen Produktionsleistung dieser Maschinen auch das durchdachte Bedienkonzept und die sehr hohe Ausfallsicherheit, zu der nicht nur die hochwertige Verarbeitung, sondern auch ein zuverlässiger und außergewöhnlich schneller Kundendienst beitragen. Zukunftssicher wird die Investition durch das Baukastensystem der Handtmann-Produkte und die intelligente, auf Standardsoftware basierende Steuerung, die mit Hilfe eines einfachen Software-Updates an steigende Bedürfnisse und neue Entwicklungen angepasst werden kann. Denn bei aller Spezialisierung ist auch in der industriellen Produktion langfristig Flexibilität gefordert, um mit dem Markt Schritt zu halten. Dirk Bongardt